Allergie oder Unverträglichkeit gegen Zusatzstoffe

Eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen Zusatzstoffe führt zu Beschwerden nach dem Verzehr von bestimmten Substanzen. Überempfindlichkeiten gegen Zusatzstoffe sind allerdings selten.

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Definition

Bei einer Nahrungsmittelallergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen Zusatzstoffe handelt es sich um Beschwerden, die immer wieder nach dem Verzehr von bestimmten Substanzen auftreten. Zusatzstoffe lösen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln allerdings nur relativ selten Beschwerden aus.

  • Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist eine anormale Reaktion auf den Verzehr eines oder mehrerer Bestandteile der Nahrung. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit verläuft die Reaktion üblicherweise langsamer und weniger schwer.
  • Eine Nahrungsmittelallergie ist eine allergische Reaktion auf bestimmte Stoffe. Eine Allergie führt häufig zu akuten, schnell einsetzenden Beschwerden.

Zusatzstoffe sind Verbindungen, die Lebensmitteln bei der Herstellung zugegeben werden. Zusatzstoffe sind beispielsweise Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Verdickungsmittel und Farbstoffe. Jeder Zusatzstoff erfüllt spezifische Aufgaben. Sie werden zum Beispiel hinzugegeben, um die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu erhöhen, um die Konsistenz zu verbessern oder um den gewünschten Geschmack oder die Farbe zu erhalten. Zusatzstoffe werden mit E-Nummern gekennzeichnet, die zu einem gemeinsamen europäischen Code gehören. Sämtliche Zusätze müssen in der Kennzeichnung von Lebensmitteln, entweder durch den vollständigen Namen oder die E-Nummer, angegeben werden. Andere häufige Zusatzstoffe sind Süßstoffe.

Beschwerden und andere unerwünschte Wirkungen, die durch Zusatzstoffe verursacht werden, sind deutlich seltener, als in der Regel angenommen wird. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Kinder häufiger auf Zusatzstoffe reagieren als Erwachsene. Hierbei handelt es sich gewöhnlich um Kinder, die bereits an anderen allergischen Erkrankungen leiden. Bei Asthma bronchiale scheinen beispielsweise die Konservierungsmittel Schwefeldioxid und Sulfite häufiger zu allergischen Reaktionen zuführen. Es gibt nachgewiesene Reaktionen auf bestimmte Konservierungsstoffe, Antioxidationsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Einige Menschen reagieren allergisch auf den roten Farbstoff Karmin, der u. a. in Kosmetika, Kaviar und Süßigkeiten verwendet wird.

Weiterhin können einige Antioxidationsmittel, Glutaminsäure und verwandte Verbindungen, die als Geschmacksverstärker in Fleisch- und Fischprodukten verwendet werden, Beschwerden verursachen. Das gleiche gilt für Süßstoffe wie Sorbitol, Xylitol, Isomalt, Mannit, Lactit und Maltit, die bei vermehrter Aufnahme eine abführende Wirkung haben.

Symptome

Die Beschwerden, die meist wenige Minuten bis Stunden nach dem Verzehr des auslösenden Lebensmittels auftreten, gleichen denen bei anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien. Eine häufige Reaktion ist eine gerötete, geschwollene und juckende Schleimhaut im Mund, das sogenannte orale Allergiesyndrom. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Bauchschmerzen können nach dem Verzehr auftreten. An der Haut kann sich eine allergische Reaktion in Form von juckendem Hautausschlag und Nesselsucht äußern. Bei einer schweren Reaktion kann es zu Atemschwierigkeiten und Schwindel kommen. Auch das Herz-Kreislauf-System kann von der allergischen Reaktion betroffen sein. Im schlimmsten Fall droht eine schwere, möglicherweise lebensbedrohliche Reaktion des gesamten Körpers mit einem anaphylaktischen Schock.

Weitere Informationen

Checkliste und Symptome

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Nahrungsmittelallergie/-unverträglichkeit bei Erwachsenen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Sampson HA, Aceves S, Bock SA, et al. . Food allergy: a practice parameter update-2014.. J Allergy Clin Immunol 2014; 134: 1016. pmid:25174862 PubMed
  2. Niggemann B, Beyer K.. Factors augmenting allergic reactions. . Allergy 2014; 69: 1582. pmid:25306896 PubMed
  3. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien, Management. AWMF-Leitlinie Nr. 061-031, Stand 2016. www.awmf.org