Exophthalmus

Exophthalmus bedeutet hervortretende Augen. Ein Exophthalmus zeigt sich oft in Form eines charakteristischen, starren Blicks.

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Was ist ein Exophthalmus?

60 % aller Patienten mit Morbus Basedow, der häufigsten Ursache für eine Hyperthyreose, haben Symptome an den Augen, wenn sie einen Arzt aufsuchen. Exophthalmus bedeutet hervortretende Augen. Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine Erkrankung, bei der im Körper eine zu große Menge des Hormons Thyroxin gebildet wird. Neben einer Reihe anderer Symptome verursacht die Erkrankung unterschiedlich starke Veränderungen des Auges, von leichten kosmetischen Veränderungen bis zu auffälligeren Veränderungen. Die Betroffenen selbst oder ihre Angehörigen bemerken möglicherweise Veränderungen des Aussehens durch größere, stärker hervortretende Augen. Ein Exophthalmus zeigt sich oft in Form eines charakteristischen, starren Blicks. Oft kommt es auch zu Beschwerden wie einem Brennen und einem Gefühl von Steifheit in den Augen sowie zu Tränenfluss.

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Ursache

Die Hyperthyreose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die eigenen Abwehrzellen des Körpers „aus Versehen“ die Zellen der Schilddrüse angreifen, in denen Thyroxin produziert wird. Man nimmt an, dass die Veränderungen an den Augen darauf beruhen, dass die Abwehrzellen auch das Bindegewebe und vor allem die Muskulatur in der Augenhöhle hinter dem Auge angreifen. Dies führt zu einem entzündlichen Prozess mit Reizungen und Schwellungen des angegriffenen Gewebes. Daher wird der Augapfel leicht nach vorn verschoben und es kommt zum starren Blick. In einigen Fällen kann es auch zu einem Doppeltsehen kommen, weil die Augenbewegungen eingeschränkt werden und die Augen somit in ihren Bewegungen „außer Takt“ geraten können.

Diagnostik

Die Diagnose wird anhand der offensichtlichen Befunde gestellt, nämlich dass die Augen stärker hervortreten und der Abstand zwischen dem oberen und unteren Augenlid größer als normal ist. In Kombination mit den möglichen Beschwerden, sowohl in Bezug auf die Augen als auch allgemein, sowie der Feststellung eines erhöhten Thyroxinwerts ist die Diagnose klar. Im Laufe der weiteren Untersuchung ist möglicherweise eine CT-Untersuchung angezeigt.

Allgemeine Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion können Zittern, Herzklopfen, Schwitzen, erhöhter Appetit, Gewichtsverlust, Durchfall, Angst und Nervosität sein.

Therapie

Das Ziel der Therapie ist die Behandlung der Hyperthyreose und die Vermeidung von Augenschäden. Zentraler Bestandteil der Therapie sind Medikamente oder andere therapeutische Maßnahmen, mit denen sich der Stoffwechsel und der Thyroxinspiegel normalisieren. In seltenen Fällen kann eine intensivere Therapie bei Spezialisten erforderlich sein. Dann kommen in der Regel Kortison-haltige Medikamente zum Einsatz. Sehr selten sind operative Maßnahmen und eine Bestrahlung erforderlich.

Prognose

Der Exophthalmus geht in der Regel innerhalb von ein bis drei Jahren vorüber. Mit der richtigen Therapie kommt es nur selten zu schweren Komplikationen. Unbehandelt können ausgeprägte Veränderungen der Augen den Sehnerv schädigen und zu einem Glaukom (grüner Star) führen. Andere mögliche Komplikationen sind eine Entzündung der Hornhaut, weil sich die Augenlider nicht dicht genug schließen, Beschädigungen des Sehnervs, Sehschwäche und Doppeltsehen.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln