Wiederholte Abschürfungen der Hornhaut des Auges

Bei einigen Patienten kommt es zu wiederholten Abschürfungen der Hornhaut.

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Was ist eine rezidivierende Hornhauterosion?

Unter einer Abschürfung der Hornhaut (Hornhauterosion) versteht man eine Ablösung größerer oder kleinerer Bereiche der äußeren Zellschicht der Hornhaut. Eventuell handelt es sich lediglich um einen Riss in der Hornhaut. Es entstehen unmittelbar Schmerzen, Lichtempfindlichkeit (Schmerzen, wenn Licht in das betroffene Auge einfällt), das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, und Tränenfluss. Hornhauterosionen kommen relativ häufig vor. Einige Wochen oder Jahre nach einer solchen Verletzung können die gleichen Symptome erneut auftreten, ohne dass eine weitere Verletzung stattgefunden hat. In einigen Fällen entsteht eine solche Schädigung, ohne dass eine Verletzung voraus gegangen ist.

Ursachen

In etwa der Hälfte der Fälle entsteht der ursprüngliche Schaden nach oberflächlichen Verletzungen, z. B. durch einen Zweig, der ins Gesicht schlägt, einen Fingernagel oder eine Mascarabürste, die die Hornhaut zerkratzt. Auch Kontaktlinsen können bei unvorsichtigem Einsetzen, Herausnehmen oder bei langem Gebrauch solche Hornhautschäden verursachen. Infolge der Verletzung wird die äußere Zellschicht der Hornhaut abgeschürft. Dadurch wird das Auge gereizt und es entstehen Schmerzen. In der äußeren Schicht der Hornhaut verbleiben möglicherweise Ablagerungen des Materials, das die Verletzung ursprünglich verursacht hat, oder es kommt vor, dass die äußere Zellschicht nicht vollständig verheilt. Während des Schlafens, bei geschlossenen Augen, schwillt die Hornhaut normalerweise ein wenig an. Wenn sich noch Ablagerungen in der äußeren Zellschicht befinden oder wenn diese nicht vollständig verheilt ist, kann sie an der Innenseite des Augenlids haften bleiben und abgerissen werden, wenn Sie morgens das Auge öffnen. Es kommt dann zu einer erneuten Schädigung.

In den Fällen, in denen keine Verletzung vorausgegangen ist, wird die Erkrankung möglicherweise dadurch begünstigt, dass die Haftung zwischen den Zellschichten der Hornhaut gestört ist.

Es ist nicht genau bekannt, wie viele Menschen von einer solchen wiederholten Hornhautschädigung betroffen sind, es handelt sich aber um eine relativ häufige Erkrankung.

Diagnose

Die Diagnose wird, wie bei der ursprünglichen Verletzung, auf Grundlage der Krankengeschichte und des Befundes der ärztlichen Untersuchung gestellt. Ihnen wird ein lokales Betäubungsmittel ins Auge getropft. Mithilfe eines speziellen Farbstoffs, Fluorescein, der sich auf die Wundfläche der Hornhaut legt, kann die Ärztin deutlich erkennen, wo die Hornhaut verletzt ist. Die Diagnose einer wiederholten Hornhautabschürfung wird dann gestellt, wenn bereits eine frühere Verletzung vorgelegen hat (es kommt jedoch nicht immer vor, dass bei der ersten Verletzung bereits ärztliche Hilfe aufgesucht wird).

Therapie

Die Therapie zielt darauf ab, einer schweren Hornhautschädigung vorzubeugen und bestehende Symptome zu lindern. In den meisten Fällen heilt die Verletzung von allein ab, die wichtigste Behandlungsmaßnahme besteht daher in der Schmerzlinderung, z. B. mithilfe von Paracetamol. Möglicherweise erhalten Sie zusätzlich Augentropfen mit einem NSAR-Präparat, wodurch die Reizung der Hornhaut abgemildert wird.

Wenn es zu einem Rückfall kommt, ist es möglicherweise notwendig, eine Augenbinde zu tragen. Viele Patienten entscheiden sich aber auch dafür, eine neutrale Augensalbe zu verwenden, die mindestens einmal pro Nacht, manchmal auch mehrmals am Tag angewendet wird. In einigen Fällen muss an eine augenärztliche Praxis überwiesen werden, in der eine umfangreichere Wundreinigung oder eine Laserbehandlung durchgeführt werden kann. Nach solchen Behandlungen werden therapeutische Verbandlinsen verwendet.

Von der Verwendung von Kontaktlinsen sollte bis zur kompletten Abheilung der Hornhautverletzung abgesehen werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose ist in der Regel gut, aber es kann einige Wochen dauern, bis die Verletzung vollständig verheilt ist.

Weiterführende Informationen


Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Korneaerosjon, residiverende. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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  3. Diez-Feijóo E, Grau AE, Abusleme EI, Durán JA. Clinical presentation and causes of recurrent corneal erosion syndrome: review of 100 patients. Cornea 2014; 33: 571-5. pmid:24699561 PubMed
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