Hornhauterosion

Eine Hornhauterosion ist eine oberflächliche Verletzung der Hornhaut am Auge. Die Hornhaut kann durch kleine Kratzer oder Abschürfungen der äußeren Zellschicht beschädigt werden. Dabei kommt es zu Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und Tränenfluss. am betroffenen Auge. In vielen Fällen ist außer einer schmerzlindernden Therapie keine Behandlung notwendig.

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Was ist eine Hornhauterosion?

Eine Hornhauterosion bezeichnet eine oberflächliche Verletzung der Hornhaut des Auges. Dabei ist nur die äußerste Zellschicht der Hornhaut geschädigt. Es handelt sich also um eher leichte Verletzungen, wie Abschürfungen oder Kratzer. Da die Hornhaut auch als Kornea bezeichnet wird, spricht man auch von einer Korneaerosion. Es handelt sich um eine relativ häufige Verletzung, die aber in den meisten Fällen keine bleibenden Schäden hinterlässt.

Hornhaut (Kornea)

Die Hornhaut (Kornea) ist die äußerste Schicht des Auges und setzt sich aus einem Verband hoch spezialisierter Zellen und Proteine zusammen. Sie hat drei wichtige Funktionen. Sie fungiert als schützende Barriere nach außen, als Filter für UV-Strahlung des Sonnenlichts und als wichtiger Teil der Brechkraft des Auges. Um eine optimale Lichtbrechung zu gewährleisten, muss die Hornhaut vollständig transparent sein. Daher enthält sie auch keine Blutgefäße. Die Hornhaut hat einen Durchmesser von etwa einem cm und ist im Zentrum etwa einen halben mm dick.

Ursachen

Zu einer Hornhauterosion kommt es durch oberflächliche Verletzungen wie beispielsweise durch einen ins Gesicht schlagenden Zweig oder eine Mascarabürste. Häufig führt auch ein versehentliches Kratzen mit dem Fingernagel, z. B. bei spielenden Kindern, zu einer Hornhauterosion. Auch Kontaktlinsen können zu Hornhautschädigungen führen, wenn sie unvorsichtig eingesetzt und herausgenommen oder zu lange am Stück getragen werden. Weitere mögliche Ursachen sind Fremdkörper im Auge sowie chemische oder photoelektrische Schädigung. Infolge der Verletzung wird die äußere Zellschicht der Hornhaut geschädigt. Das Auge reagiert gereizt und beginnt zu schmerzen.

Symptome

Eine Hornhauterosion ist eine häufige Ursache für gerötete Augen. Daneben treten häufig Schmerzen, erhöhte Lichtempfindlichkeit und ein Fremdkörpergefühl im Auge auf. Als Reaktion auf die Schädigung kommt es am betroffenen Auge zu vermehrtem Tränenfluss.

Diagnostik

In den meisten Fällen können sich die Betroffenen erinnern, wie es zu der Hornhautschädigung kam. Durch die Schilderung des Unfallhergangs und die Untersuchung des Auges kann der Arzt die Diagnose stellen. Mithilfe des Farbstoffs Fluorescein kann eine Schädigung der äußersten Zellschicht der Hornhaut angefärbt und deutlich sichtbar gemacht werden. Wichtig ist die Unterscheidung zur Hornhautentzündung, die ähnliche Beschwerden verursachen können. Die Untersuchung des Sehvermögens zeigt häufig zu Anfang eine leichte Einschränkung, ein kompletter Sehverlust ist jedoch ein Warnzeichen für schwerere Schäden.

Therapie

Ziel der Behandlung ist es, schwere Hornhautschäden zu verhindern und die Symptome zu lindern. Da eine oberflächliche Hornhauterosion in den meisten Fällen von allein abheilt, reicht eine schmerzlindernde Behandlung häufig aus. Die Schmerzmedikamente werden als Augentropfen oder in Tablettenform verabreicht. Bei starker Lichtempfindlichkeit kann der Einsatz einer Sonnenbrille sinnvoll sein. Eine prophylaktische Behandlung mit antibiotikahaltigen Augentropfen wird heutzutage nicht zwingend empfohlen, da die Wirksamkeit nicht eindeutig nachgewiesen ist. Von der Verwendung von Kontaktlinsen sollte bis zur kompletten Abheilung der Hornhautverletzung abgesehen werden. Zur Vorbeugung weiterer Verletzungen sollte in Gefahrensituationen eine Schutzbrille getragen werden.

Umgang mit Kontaktlinsen

Bei Patienten, die Kontaktlinsen verwenden, können die Augen mit Bakterien der Gattung Pseudomonas aeruginosa und anderen gramnegativen Mikroorganismen besiedelt sein. Nach einer Hornhautverletzung kann es infolge einer bakteriellen Infektion schlimmstenfalls zu einer Perforation der Hornhaut kommen, die mit einem bleibenden Sehverlust einhergeht. Diese Patienten werden daher häufig mit einem lokalen Antibiotikum behandelt werden. Bis zur vollständigen Abheilung der Hornhauterosion erfolgt dann eine regelmäßige Verlaufskontrolle.

Die alten Kontaktlinsen sollten entsorgt und die neuen erst dann eingesetzt werden, wenn die Verletzungen an der Hornhaut komplett abgeheilt sind und der Patient symptomfrei ist. Eine gewissenhafte Reinigung der Kontaktlinsen ist wichtig, um weiteren Hornhautverletzungen effektiv vorzubeugen.

Prognose

Die Prognose einer Hornhauterosion ist im Allgemeinen gut. Oberflächliche Verletzungen heilen normalerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Bei umfangreichen oder tieferen Erosionsschäden benötigt die Hornhaut zur Regeneration etwas länger, im Schnitt etwa vier bis fünf Tage. Tiefe Risse oder Kratzer können bleibende Narben verursachen und zu einer Verminderung der Sehfähigkeit führen. Eine wichtige aber seltene Komplikation der Hornhauterosion ist die Infektion der Verletzung durch Bakterien. Sehr selten kommt es als Folge zu einer langfristigen Schädigung mit wiederholten Abschürfungen der Hornhaut.

Weitere Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Korneaerosion. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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