Schneeblindheit oder Verblitzung

Etwas vereinfachend könnte man Schneeblindheit auch als „Sonnenbrand der Augen“ bezeichnen. Wenn die Augen zu starker Sonneneinstrahlung oder anderer ultravioletter (UV) Strahlung ausgesetzt sind, entstehen kleine, oberflächliche Verletzungen der Hornhaut.

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Was ist Schneeblindheit oder Verblitzung?

Bei Schneeblindheit oder Verblitzung kommt es durch zu starke UV-Strahlung zu kleinen, oberflächlichen Verletzungen der Hornhaut. Das Krankheitsbild ist meist sehr typisch und umfasst starke Schmerzen, Tränenfluss, erhöhte Lichtempfindlichkeit, ausgeprägtes Fremdkörpergefühl sowie gerötete und gereizte Augen. Möglicherweise ist die Sehkraft etwas eingeschränkt. Die Beschwerden treten in der Regel 4–12 Stunden nach einer Exposition gegenüber UV-Licht auf, also z. B. nach einem Sonnentag im Schnee, Besuch im Solarium oder Schweißarbeiten.

Ursache

Etwas vereinfachend könnte man Schneeblindheit auch als „Sonnenbrand der Augen“ bezeichnen. Wenn die Augen zu starker Sonneneinstrahlung oder anderer ultravioletter (UV) Strahlung ausgesetzt sind, entstehen kleine, oberflächliche Verletzungen der Hornhaut. Wie bei einem Sonnenbrand werden diese Verletzungen zum Zeitpunkt der Schädigung noch nicht deutlich wahrgenommen. Die Symptome zeigen sich häufig 4–12 Stunden später, meist dann abends oder nachts. Wer sich längere Zeit ohne Sonnenbrille starker Sonneneinstrahlung aussetzt, trägt ein erhöhtes Risiko. Besonders hoch ist die Gefährdung auf dem Wasser, im Schnee und im Hochgebirge. Oft wird Schneeblindheit oder Verblitzung auch durch Schweißen ohne Schutzbrille oder fehlenden Augenschutz im Solarium ausgelöst. Es handelt sich um eine relativ häufige Erkrankung.

Diagnostik

Das Krankheitsbild ist charakteristisch. Bei der augenärztlichen Untersuchung lassen sich die kleinen Verletzungen der Hornhaut am Auge erkennen. Zur Bestätigung der Diagnose werden ggf. Augentropfen mit einem speziellen Farbstoff in die Augen geträufelt. Diese bewirken eine Einfärbung der entstandenen Verletzungen, während die gesunden Bereiche normal aussehen.

Therapie

Die Behandlung zielt in erster Linie auf die Linderung der Schmerzen ab, bis die Verletzungen von selbst ausheilen. Außerdem ist es wichtig zu verhindern, dass sich die geschädigten Stellen der Hornhaut infizieren. Meist tut es gut, helles Licht zu meiden, bis die Schmerzen nachlassen. Zu diesem Zweck können Sie nicht nur im Freien, sondern auch in geschlossenen Räumen eine Sonnenbrille tragen.

Häufig sind schmerzstillende Medikamente erforderlich. In der Regel sind rezeptfreie Präparate stark genug – achten Sie aber auf eine ausreichende Dosis. Auch Augentropfen, die die Pupille erweitern, helfen gut gegen die Schmerzen. Damit sich die Wunden in der Hornhaut nicht infizieren, wird außerdem häufig eine antibiotische Augensalbe verordnet, häufig auch in Kombination mit einem Augenverband über Nacht. Augentropfen mit lokal betäubender Wirkung sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden: Diese könnten die Heilung verzögern und dazu führen, dass man das geschädigte Auge nicht ausreichend schützt, weil der Lidschlussreflex beeinträchtigt werden kann.

Wenn die Beschwerden 24–48 Stunden nach Behandlungsbeginn nicht nachlassen, ist ein erneuter Arztbesuch ratsam.

Prognose

In der Regel gehen die Symptome innerhalb von 12–24 Stunden nach Behandlungsbeginn deutlich zurück und die kleinen Verletzungen heilen ab. Bei einer starken Schädigung der Hornhaut können sich leicht Infektionen entwickeln und die Beschwerden länger anhalten.

Zur Vorbeugung erneuter Schädigung sind ausreichender Augenschutz beim Schweißen und im Solarium sowie ein geeignete Sonnenbrille bei Aufenthalt in der Sonne zu empfehlen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel UV-Keratitis, Schneeblindheit. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Verletzungen des Auges und seiner Anhangsgebilde. DOG-Leitlinie Nr. 8, Stand 2011. www.augeninfo.de
  2. Wipperman JL, Dorsch JN. Evaluation and Management of Corneal Abrasions. Am Fam Physician 2013; 87: 114-20. pmid:23317075 PubMed
  3. Turner A, Rabiu M. Patching for corneal abrasion. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 2. Art. No.: CD004764. DOI: 10.1002/14651858.CD004764.pub2. DOI
  4. Brozen R, O'Connor RE. Ultraviolet Keratitis. Medscape Emedicine. Updated 15 December 2015 emedicine.medscape.com
  5. Yen YL, Lin HL, Lin HJ, et al. Photokeratoconjunctivitis caused by different light sources. Am J Emerg Med 2004; 22: 511-5. pmid:15666251 PubMed