Regenbogenhautentzündung (Iritis)

Je nachdem, ob nur die Iris oder auch der Strahlenkörper des Auges betroffen sind, lautet der medizinische Fachbegriff einer Regenbogenhautentzündung Iritis oder Iridozyklitis. Bei einer Iritis entzündet sich die Iris, die in der Mitte des Auges liegt und deren Färbung unsere Augenfarbe bildet.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Was ist eine Regenbogenhautentzündung?

Je nachdem, ob nur die Iris oder auch der Strahlenkörper des Auges betroffen sind, lautet der medizinische Fachbegriff einer Regenbogenhautentzündung Iritis oder Iridozyklitis. Bei einer Iritis entzündet sich die Iris, die in der Mitte des Auges liegt und deren Färbung unsere Augenfarbe bildet.

Die Erkrankung bricht oft relativ plötzlich an einem Auge aus. Sie löst in der Regel ein unangenehmes Gefühl und Schmerzen aus, die aber nicht unbedingt von Anfang an auftreten. Das Auge ist zunächst gerötet und tränt, außerdem lässt die Sehschärfe nach. Typisch ist auch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Die Pupille zeigt sich häufig verkleinert und unregelmäßig geformt.

Die Erkrankung tritt meist bei Personen jüngeren und mittleren Alters auf.

Ursache

Eine Regenbogenhautentzündung wird in der Regel nicht durch Bakterien oder Viren verursacht. Stattdessen geht man davon aus, dass es sich um eine immunologische Reaktion handelt, die manchmal in Verbindung mit anderen Entzündungen im Körper steht (z. B. bei rheumatoider Arthritis). Welche Vorgänge der Erkrankung im Einzelnen zugrunde liegen, ist bisher nicht abschließend geklärt.

Häufig sind sowohl die Regenbogenhaut (Iris) als auch der Strahlenkörper (Corpus ciliare) betroffen; in diesem Fall spricht man von einer Iridozyklitis. Wenn dagegen nur die Iris entzündet ist, handelt es sich um eine Iritis. Die Entzündung kann zu einer Verklebung der Iris mit der dahinter liegenden Linse führen. Eine solche Verklebung oder Verwachsung wird als Synechie bezeichnet und sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

In den meisten Fällen liegt keine andere Grunderkrankung vor. Es gibt jedoch bestimmte Erkrankungen, bei denen das Risiko einer Regenbogenhautentzündung erhöht ist: Hierzu gehören Spondylitis ankylosans, rheumatoide Arthritis, Bindegewebserkrankungen und Tuberkulose.

Bei perforierenden Augenverletzungen besteht ein hohes Risiko, dass sich auch eine Regenbogenhautentzündung entwickelt.

Therapie

Wenn Sie eine Sonnenbrille tragen, bleiben die Pupillen in einer leicht erweiterten Stellung. Dadurch lässt sich das Risiko von Verklebungen und Verwachsungen senken.

Den gleichen Zweck erfüllen Augentropfen, die eine Erweiterung der Pupille bewirken. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Therapie sind entzündungshemmende und kortisonhaltige Augentropfen. Manchmal ist auch die Einnahme von Schmerzmitteln erforderlich. In schweren Fällen werden zusätzlich zu den Augentropfen entzündungshemmende Tabletten verordnet.

In der Regel werden Patienten an eine augenärztliche Praxis überwiesen, in der dann auch die Therapie veranlasst wird. Grundsätzlich ist jedoch ein rascher Behandlungsbeginn wichtig. Bei einer langen Anfahrt oder anderen besonderen Umständen kann die Behandlung daher auch in der hausärztlichen Praxis begonnen werden.

In der akuten Phase erfolgt eine engmaschige augenärztliche Überwachung. Später finden die Kontrollen manchmal teils in der hausärztlichen und teils in der augenärztlichen Praxis statt. Wenn die Entzündung nicht schnell und richtig behandelt wird, kann sie zu Komplikationen führen. Die penible Einhaltung des Therapieplans ist daher von größter Bedeutung.

Prognose

Bei frühem Behandlungsbeginn dauert die Erkrankung zwischen einigen Tagen und zwei Wochen.

Eine mögliche Komplikation sind Verklebungen oder Verwachsungen zwischen Iris und Linse. Diese können dauerhaft bestehen bleiben. Bei manchen Patienten bildet sich im späteren Verlauf ein grüner Star (Glaukom) heraus, der auf einen erhöhten Augeninnendruck zurückzuführen ist und den Sehnerv schädigen kann. Wenn die Entzündung wiederholt auftritt oder chronisch wird, entwickelt sich manchmal ein grauer Star (Katarakt). In seltenen Fällen sind auch eine Atrophie der Iris oder ein zu niedriger Augeninnendruck möglich, der eine Sehschwäche nach sich ziehen kann.

Um für einen möglichst raschen Behandlungsbeginn zu sorgen, sollten Sie zügig eine Arztpraxis aufsuchen, wenn sich die Entzündung erneut ankündigt. Bei einem Wiederaufflammen der Entzündung kann auch das andere Auge betroffen sein.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Auge, detaillierter Längsschnitt
Auge, detaillierter Längsschnitt

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Iridozyklitis/Uveitis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Diagnostik und antientzündliche Therapie der Uveitis bei juveniler idiopathischer Arthritis. AWMF-Leitlinie Nr. 045-012, Stand 2011. www.awmf.org
  2. Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft. Uveitis anterior. BVA/DOG Leitlinie Nr. 14, Stand 2010 augeninfo.de
  3. Darrel RW, Wagner HP, Kurland CT. Epidemiology of uveitis: incidence and prevalence in a small urban community. Arch Ophthalmol 1962; 68: 501-14. PubMed
  4. Curi A, Matos K, Pavesio C. Acute anterior uveitis. Clin Evid. Search date February 2005.
  5. Petersen E, Kijlstra A, Stanford M. Epidemiology of ocular toxoplasmosis. Ocul Immunol Inflamm 2012; 20: 68-75. PubMed
  6. Fiehn, Christoph; Zierhut, Manfred; Becker, Matthias,Dtsch Arztebl 2003; 100(39): A-2514 / B-2098 / C-1975 www.aerzteblatt.de
  7. Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V., Leitlinie Nr. 24b Nichtinfektiöse Uveitis posterior,Stand: August 2017 www.dog.org