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Thrombozytose

Die Thrombozyten (Blutplättchen) gehören zu den Blutkörperchen. Die Thrombozyten spielen eine wichtige Rolle bei Blutungen, da sie Blutgerinnsel bilden, die die Wunde verschließen. Ist die Anzahl der Thrombozyten im Blut zu hoch, sprechen Ärzte von Thrombozytose.

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Fakten

  • Bei einer Thrombozytose befindet sich eine erhöhte Anzahl Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut.
  • Der Zustand kann durch eine Reaktion auf eine Grunderkrankung (sekundäre Thrombozytose) oder eine unkontrollierte Produktion von Thrombozyten im Knochenmark (essentielle oder primäre Thrombozythämie) hervorgerufen werden.
  • Die sekundäre Thrombozytose wird meist zufällig durch eine erhöhte Anzahl Thrombozyten im Blut entdeckt. Diese Form der Thrombozytose führt so gut wie nie zu Komplikationen.
  • Die essentielle Thrombozythämie kann jedoch zu Komplikationen in Form von Blutungen und Blutgerinnseln führen – insbesondere bei älteren Menschen mit anderen Risikofaktoren. Eine verringerte Durchblutung in den Fingern und Zehen ist dabei typisch.

Was ist eine Thrombozytose?

Bei einer Thrombozytose befindet sich eine erhöhte Anzahl Thrombozyten im Blut. Der Zustand kann durch eine Reaktion auf eine Grunderkrankung (sekundäre Thrombozytose) oder eine unkontrollierte Produktion von Thrombozyten im Knochenmark (essentielle oder primäre Thrombozythämie) hervorgerufen werden. Der Zustand wird oft zufällig entdeckt und eine Unterscheidung zwischen sekundärer Thrombozytose und essentieller Thrombozythämie kann zunächst schwierig sein.

Eine Thrombozytose tritt verhältnismäßig selten auf (laut Zahlen aus den USA jährlich 2,5 neue Fälle von 100.000 Personen). Bei etwa der Hälfte der Betroffenen zeigen sich keine Symptome, ansonsten treten z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, Taubheitsgefühl oder auch Sehstörungen auf. Wegen der verstärkten Bildung von Blutgerinnseln, die kleine Arterien verstopfen können, sind jedoch auch stärkere Durchblutungsstörungen möglich.

Was sind die Ursachen für eine Thrombozytose?

Reaktive (sekundäre) Thrombozytose

Dies ist bei Weitem die häufigste Ursache für eine Thrombozytose und macht 80–90 % der Fälle aus. Die häufigsten Ursachen sind Gewebeschäden aufgrund von großen chirurgischen Eingriffen, Infektionen, großen Blutungen oder chronischen Entzündungen. Der Körper setzt als Reaktion auf die „Verletzung" bestimmte Faktoren frei, die die Entstehung von Thrombozyten fördern. In diesen Situationen können nur vorübergehend sehr viele Thromboyzten gebildet werden; manchmal hält die Thrombozytose aber auch länger an. In einigen Fällen kann es auch als Reaktion auf Medikamente oder Begleiterscheinung einer Krebserkrankung eines anderen Organs zur Thrombozytose kommen.

Essentielle Thrombozythämie

Alle Blutkörperchen werden als Vorläuferzellen im Knochenmark gebildet. Tritt dort eine Störung/Krankheit auf, kommt es zu einer Verringerung oder Vermehrung bestimmter oder aller Blutkörperchen. Ebenso wie sich weiße Blutkörperchen (Leukozyten) bei Blutkrebs (Leukämie) unkontrolliert vermehren, kann dies auch auf Thrombozyten zutreffen (Thrombozythämie). In vielen Fällen liegt eine genetische Veränderung bei den Patienten vor.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die sekundäre Thrombozytose wird meist zufällig durch eine erhöhte Anzahl Thrombozyten im Blut entdeckt. Diese Form der Thrombozytose führt so gut wie nie zu Komplikationen.

Die essentielle Thrombozythämie kann zu Komplikationen in Form von Blutungen und Blutgerinnseln führen – insbesondere bei älteren Menschen mit anderen Risikofaktoren. Auch wenn es unlogisch klingt, ist das Blutungsrisiko bei extremer Thrombozytose erhöht (> 1,5 Millionen Blutplättchen pro mm3 Blut). Eine verringerte Blutzirkulation in den Fingern und Zehen ist dabei typisch. Eine körperliche Untersuchung kann normale Ergebnisse ausweisen. Bei einigen Personen können lokale Wärmeentwicklung, blau verfärbte Haut (Zyanose), Blutungen und ein gesprenkelter, roter Ausschlag an den betroffenen Stellen auftreten.

Eine Blutuntersuchung ist für eine Diagnosestellung wichtig. Auch die genaue Beurteilung der Blutplättchen in einem Blutausstrich ist meist sinnvoll; hierbei wird ein Tropfen Blut sehr dünn auf einem Objektträger ausgetsrichen und mikroskopisch untersucht. Auch eine genaue Untersuchung des Knochenmarks kann erforderlich sein. Bei einer sekundären Thrombozytose werden meist auch noch weitere Untersuchungen durchgeführt, um die zugrunde liegende Ursache festzustellen.

Wie sieht die Behandlung aus?

Für die Therapie ist es wichtig, zwischen sekundärer Thrombozytose und essentieller Thrombozythämie zu unterscheiden.

Sekundäre Thrombozytose

Bei diesen Patienten ist keine Therapie nötig, die die Anzahl der Blutplättchen reduziert oder das Risiko einer Blutgerinnselbildung minimiert. Die abnormal hohe Anzahl der Blutplättchen erhöht in diesem Fall nämlich nicht das Risiko einer Blutgerinnselbildung (Thrombose). Eventuell muss aber die zugrunde liegende Ursache der Thrombozytose behandelt werden.

Essentielle Thrombozythämie

Bei diesem Krankheitsbild kann die Gabe von Medikamenten, die die Anzahl der Blutplättchen im Blut reduzieren, notwendig sein. Da auch ein erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln vorliegt, muss auch das Thromboserisiko behandelt werden.

Allen Patienten mit essentieller Thrombozythämie und weniger als 1.000 x 10/l Blutplättchen sollte auch Acetylsalicylsäure (75–100 mg/Tag) verabreicht werden („Blutverdünner"). Acetylsalicylsäure zeigt eine gute Wirkung, insbesondere bei einer verringerten Blutzirkulation in beispielsweise Fingern und Zehen. Bei einem ernsteren Krankheitsverlauf kann die Gabe von Medikamenten, die die Anzahl der Blutplättchen im Blut reduzieren, notwendig sein. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, über die er Arzt Sie genau informieren kann.

Zusätzliche Maßnahmen

Bluthochdruck, sehr hohe Blutfettwerte, Diabetes mellitus, Übergewicht und Rauchen erhöhen das Risiko für Blutgerinnsel bzw. Thrombosen und damit Schlaganfall, Herzinfarkt etc. Sollten diese Krankheiten vorliegen, ist eine konsequente Therapie nötig.

 

Prognose

Die Prognose bei der sekundären Thrombozytose hängt von der Grunderkrankung ab, die Thrombozytose an sich verläuft komplikationslos. Bei einer essentiellen Thrombozythämie können Komplikationen in Form von Blutungen, Blutgerinnseln, verringerter Blutzirkulation in Händen und Füßen oder Schlaganfall und ähnlichen Durchblutungsstörungen auftreten. Eine frühzeitige Therapie verbessert die Prognose.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Thrombozytose. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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