Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie)

Die Blutplättchen spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Blutgerinnung. Eine verminderte Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie) äußert sich durch eine Neigung zu Hämatomen (blauen Flecken), Nasenbluten oder vermehrtes Zahnfleischbluten beim Zähneputzen.

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Fakten

Das Blut besteht aus Blutplasma (der flüssige Anteil), roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen.

Die Blutplättchen spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung.

Anzeichen für einen Blutplättchenmangel ist typischerweise eine Neigung zu Hämatomen und Nasenbluten oder vermehrtem Zahnfleischbluten beim Zähneputzen.

Personen, bei denen ungewöhnliche Blutungen auftreten, sollten stets einen Arzt aufsuchen.

Was ist Blutplättchenmangel?

    • Das Blut besteht aus Blutplasma (der flüssige Anteil), roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen (Thrombozyten).
    • Die Hauptaufgabe der Blutplättchen besteht in der Regulierung der Blutgerinnung.
    • Sie sind ausgesprochen klein und finden sich gewöhnlich in großen Mengen im Blutsystem.
      • Je Liter Blut beträgt der Normwert 150–400 x 109.
      • Ein Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) liegt vor, wenn der Wert unter 100 x 109/Liter Blut sinkt.

Häufigkeit

    • Bei etwa 2,5 % der Bevölkerung werden Werte unter 150 x 109/l Blutplättchen gemessen, viele Betroffene sind dennoch beschwerdefrei.
    • Bei einem Wert unter 50 x 109/l besteht eine deutlich erhöhte Blutungsneigung, bei einem Wert unter 20 x 109/l besteht auch ohne vorangegangene Verletzung ein hohes Blutungsrisiko.

Welche Symptome treten auf?

    • Das häufigste Anzeichen für einen Blutplättchenmangel ist die Neigung zu Hämatomen (blauen Flecken) und Nasenbluten sowie vermehrtem Zahnfleischbluten beim Zähneputzen u. ä. Gelegentlich können auch Blutungen im Darm auftreten.

Was verursacht einen Blutplättchenmangel?

Häufige Ursachen

  • Blutplättchenmangel unbekannter Ursache:
    • Ist am häufigsten.
    • Kann im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Erkrankungen wie Knochenmarksinsuffizienz (aplastischer Anämie), primärer Immunthrombozytopenie, thrombotisch-thrombozytopenischer Purpura (TTP), disseminierter intravaskulärer Koagulation (DIC), gravierend geschädigter Milz usw. auftreten.
    • Es kommt zu kleinen Hautblutungen (Petechien), Hämatomen (Purpura) und Schleimhautblutungen.
    • Blutplättchenmangel infolge von Infektionen.

Seltene Ursachen

Wann sollten Sie einen Arzt konsultieren?

    • Wenn Sie ungewöhnliche Blutungen bemerken, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.
    • Wenn der Arzt bei Ihnen einen Blutplättchenmangel feststellt, müssen Sie sich einer sorgfältigeren Untersuchung unterziehen, damit die Ursache für die verminderte Anzahl an Blutplättchen geklärt werden kann.

Wie geht der Arzt vor?

Krankengeschichte (Anamnese)

Der Arzt kann Ihnen folgende Fragen stellen:

    • Wodurch sind die Blutungen, die Ihnen aufgefallen sind, gekennzeichnet? Punkte, Hämatome, größere Blutungen, Schleimhautblutungen?
    • Treten in Ihrer Familie gehäuft Blutungserkrankungen auf?
    • Wenden Sie Arzneimittel an, die als Nebenwirkung ein Blutungsrisiko mit sich führen können?
    • Leiden Sie an anderen Erkrankungen?

Ärztliche Untersuchung

    • Der Arzt wird eine sorgfältige körperliche Untersuchung vornehmen.

Weitere Untersuchungen

    • Es wird eine Reihe von Blutuntersuchungen durchgeführt.

Überweisung an einen Spezialisten

    • In akuten oder schwerwiegenden Fällen werden Sie in ein Krankenhaus eingewiesen.
    • Bei weniger belastenden und lang anhaltenden Beschwerden kann die Untersuchung ambulant von einem Spezialisten für Innere Medizin / Hämatologie vorgenommen werden.

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Thrombozytopenie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Onkopedia-Leitlinie. DGHO. Thrombozytopenien. Stand 2008 www.onkopedia.com
  2. Onkopedia-Leitlinie. DGHO. Immunthrombzytopenie (ITP). Stand 2018. www.onkopedia.com
  3. Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung. Neu diagnostizierte Immunthrombozytopenie im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Leitlinie Nr. 086-001, Stand 2018. www.awmf.org www.awmf.org
  4. Brandis M, Karch H, Zimmerhackl LB et al. Das hämolytisch-urämische Syndrom. Dtsch Arztebl 2002. www.aerzteblatt.de
  5. Lee GM, Arepally GM. Heparin-induced thrombocytopenia. Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2013;2013:668–674. PMID: 24319250 www.ncbi.nlm.nih.gov