Sekundäre Wundheilung

Zusammenfassung

  • Definition: Bei der Sekundärheilung wird die Wunde nicht verschlossen, sondern heilt über die Bildung von Granulationsgewebe von unten her und wird von oben durch von den Wundrändern einwachsende Hautzellen bedeckt (Epithelisierung).
  • Häufigkeit: Chronische Wunden mit sekundärer Heilung sind häufig.
  • Therapie: Es werden unterschiedliche Arten von Wundmitteln angewendet, für die teilweise nur wenig Evidenz vorliegt. Generell ist auf ein physiologisch feuchtes Wundmilieu zu achten.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Eine chronische Wunde wird definiert als Integritätsverlust der Haut mit fehlender Abheilung innerhalb von acht Wochen.
    • Sie entwickelt sich an den unteren Gliedmaßen meist in Folge eines Diabetes mellitus, einer venösen Insuffizienz oder arteriellen Durchblutungsstörung.
    • Der größte Teil der etwa 45 000 jährlichen Gliedmaßenamputationen in Deutschland wird in Folge einer chronischen Wunde notwendig.1
  • Bei der Sekundärheilung wird die Wunde nicht verschlossen, sondern heilt über die Bildung von Granulationsgewebe von unten her und wird von oben durch von den Wundrändern einwachsende Hautzellen bedeckt (Epithelisierung).2
  • Diese Art der Wundheilung wird bei kleineren Wunddefekten, infizierten Wunden oder bei Verletzungen angewendet, wo eine Fistelbildung im Wundbett nicht ausgeschlossen und die Wunde daher nicht ohne Risiko verschlossen werden kann.
  • Der Nachteil der sekundären Wundheilung ist, dass sie sehr langwierig sein kann. Die von den Wundrändern ausgehende Epithelisierung beträgt normalerweise 0,5–1,0 mm pro Tag. Bei Patienten mit Begleiterkrankungen dauert sie länger. Großflächige Wunden haben große Narben zur Folge. Eine eventuelle Narbenkontraktur kann zu deformierten und verwachsenen Narben führen.

Therapie