Vorbeugung gegen Komplikationen bei Operationen

Ein operativer Eingriff ist nie völlig risikofrei. Einige Eingriffe sind aber mit größeren Risiken verbunden als andere, zum Glück sind Komplikationen aber relativ selten. Sie selbst als Patient können das Risiko von Komplikationen stark beeinflussen. Am wichtigsten ist es, mit dem Rauchen aufzuhören.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Mit dem Rauchen aufhören!

Rauchen schädigt die Lungen und erhöht das Risiko für Atembeschwerden und Infektionen im Zusammenhang mit einer Operation. Dies gilt insbesondere für Eingriffe in den Brustkorb und Bauchraum sowie alle Operationen unter Vollnarkose.

Rauchen bringt bei allen Arten von operativen Eingriffen ein stark erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel mit sich. Am stärksten erhöht ist das Risiko bei Operationen des Gefäßsystems oder der großen Gelenke.

Rauchen führt zu einer verminderten Durchblutung von unter anderem der Haut, des Fettgewebes und der Muskulatur. Die Durchblutung ist von entscheidender Bedeutung, um die Operationswunde mit den benötigten Nährstoffen für die Heilung zu versorgen. Es konnte nachgewiesen werden, dass Raucher ein signifikant erhöhtes Risiko für Wundinfektionen, nicht heilende Wunden und große, störende Narben haben.

Nach einer Vollnarkose folgt in der Regel eine Zeit mit Schleimbildung und Husten. Die Atemwege sind gereizt, und wenn der Schleim und die Beläge nicht abgehustet werden, kann es zu schweren Infektionen kommen. Bei Rauchern besteht bereits im Vorfeld eine chronische Reizung der Atemwege und vermehrte Schleimproduktion. Dieser Zustand verstärkt sich nach einer Narkose. Da das Reinigungssystem der Atemwege bei Rauchern bereits überlastet ist, steigt das Risiko für Lungenentzündungen im Zusammenhang mit einer Narkose bei Rauchern signifikant.

Wenn Sie mindestens drei Wochen vor der Operation mit dem Rauchen aufhören, verringern Sie das Risiko von Komplikationen erheblich. Um die besten Bedingungen zu schaffen, damit sich Ihr Körper nach der Operation wieder erholen kann, sollten Sie auch zumindest in den ersten sechs Wochen nach einer Operation nicht rauchen.

Der Verzicht auf das Rauchen ist für ein gutes Operationsergebnis so wichtig, dass viele plastische Chirurgen keine Patienten zur Operation annehmen, die es nicht schaffen, sechs Wochen vor und nach der Operation rauchfrei zu bleiben, mit der Ausnahme akuter, lebensrettender Eingriffe.

Weitere Verhaltensmaßregeln

Regelmäßige Bewegung

In der Zeit vor der Operation sollten Sie so viel wie möglich körperlich aktiv sein. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viel Sport Sie körperlich vertragen. Bewegung ist wichtig, um den Körper in bestmöglichem Zustand zu halten, und selbst eine geringe Steigerung Ihres normalen Pensums hilft bereits. Gehen Sie täglich spazieren, um die Durchblutung zu fördern. Ohne körperliche Aktivität erhöht sich das Risiko für Gefäßentzündungen, Thrombosen, Lungenentzündung und Wundinfektionen.

Ernährung

Achten Sie besonders auf gesunde Ernährung. Achten Sie auf eine normale, ausgewogene Ernährung mit täglichem Verzehr von Obst und Gemüse. Trinken Sie viel Wasser und essen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel, um einer Verstopfung vorzubeugen.

Medikamente

Denken Sie daran, Ihren Arzt über alle Medikamente zu informieren, die Sie einnehmen, und erwähnen Sie auch Substanzen, die Sie nicht als eigentliche Medikamente ansehen, wie z.B. Nahrungsergänzumgsmittel. Einige Medikamente können das Risiko für Blutungen und Blutgerinnsel erhöhen. Blutverdünnende Medikamente müssen je nach Operatiom frühzeitig abgesetzt oder auf andere Medikamente umgestellt werden.

Viel Erfolg mit der Operation und viel Erfolg mit den Vorbereitungen!

Wenn Sie Hilfe dabei benötigen, mit dem Rauchen aufzuhören, wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, um Hilfe und Informationen zu erhalten. Es kann leichter sein, wenn Sie Unterstützung erhalten.

Weitere Informationen dazu, mit dem Rauchen aufzuhören, finden Sie hier:

  • http://www.rauchfrei-info.de/

Autoren

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W