Diabetische Nephropathie

Zusammenfassung

  • Definition: Unter dem Begriff der mit Diabetes mellitus assoziierten Nierenerkrankung werden verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, die bei unzureichender Behandlung in eine Niereninsuffizienz münden können. Die diabetische Nephropathie im engeren Sinne (DNP) ist eine progrediente  Angiopathie der Glomerula durch eine diabetische Stoffwechsellage. 
  • Häufigkeit:5–15 % aller Personen, die an Diabetes leiden (DM1 und DM2), entwickeln eine diabetische Nephropathie (definiert ab Auftreten von Mikroalbumin im Urin), ein Teil davon entwickelt eine Niereninsuffizienz (definiert durch eine GFR < 60 ml/min). Im Jahr 2011 erfüllten 2 % der deutschen Bevölkerung die Kriterien für eine Niereninsuffizienz (aller Ursachen, davon ein Großteil Diabetes).
  • Diagnostik:Die Mikroalbuminurie wird definiert als eine Albuminausscheidung von 20–200 mg/l bzw. 30–300 mg/24 h (24-Stunden-Urinsammlung). Bestimmung von GFR und Kreatinin. Nierenbiopsie durch Nephrologen nur bei unklarer Diagnose.
  • Therapie:Einstellung des Blutzuckers sowie der begleitenden Hypertonie. Medikamente 1. Wahl bei Hypertonie sind ACE-Hemmer/Angiotensin-1-Blocker. Therapie von Dyslipidämie, Nikotinkarenz, Ernährungsumstellung. Cave bei nephrotoxischen Medikamenten! Metformin bis GFR 30 ml/min in reduzierter Dosis zugelassen.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Mit einem Diabetes mellitus sind verschiedene Nierenerkrankungen assoziiert, die sich in Ätiologie und Pathogenese unterscheiden, jedoch alle eine Niereninsuffizienz zur Folge haben können.1
    • Die diabetische Nephropathie im engeren Sinne (DNP) ist eine progrediente Angiopathie der Glomerula mit Schädigung der Gefäße durch den erhöhten Blutzuckerspiegel und konsekutiver Veränderungen am Gefäßendothel. Sie zählt zu den mikroangiopathischen Spätkomplikationen eines Typ-1- und Typ-2-Diabetes
    • Daneben treten andere Nierenerkrankungen als Folge einer arteriellen Hypertonie oder aus anderer Ursache häufig parallel mit einem Diabetes mellitus auf.
  • Die diabetische Nephropathie (DNP) geht in den frühen Stadien mit einer Albuminurie oder Proteinurie einher, bei (noch) nicht eingeschränkter Nierenfunktion.1
    • Durch eine gute Blutglukose- und Blutdruckkontrolle ist eine Progression vermeidbar und die Albuminurie langfristig reversibel.
    • Lebensstil, Ernährung, Rauchen und genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle und sind teilweise beeinflussbar.
  • Eine Mikroalbuminurie wird definiert als eine Albuminausscheidung im Urin von 20–200 mg/l.
  • Eine Makroalbuminurie liegt vor bei einer Albuminausscheidung > 200 mg/l.
  • Eine Mikroalbuminurie allein entspricht noch nicht einer diabetischen Nephropathie (DNP)
    • Albumin im Urin tritt auf bei der DNP, aber auch bei
    • diabetesunabhängigen Nierenerkrankungen.
  • Mikroalbumin gilt beim Typ-1-Diabetes als Risikoindikator für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dieser Zusammenhang konnte für den Typ-2-Diabetes so nicht eindeutig bestätigt werden.2
  • Der arterielle Hypertonus ist ein insgesamt größerer Risikofaktor für die Entwicklung einer Nephropathie und für das Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen als der Diabetes allein.2 

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen