Vitamin-D-Mangel

Zusammenfassung

  • Definition:Vitamin-D wird unter UVB-Strahlung in der Haut gebildet und im Magen-Darm-Trakt aus Vitamin-D-haltiger Nahrung aufgenommen. Ein Mangel entsteht primär durch eine zu geringe Sonnenlichtexposition sowie eine zu geringe Aufnahme aus dem Darm.
  • Häufigkeit:Etwa 15 % der Erwachsenen in Deutschland haben laborchemisch eine mangelhafte Vitamin-D-Versorgung, etwa 40 % haben vermutlich eine suboptimale Versorgung, wobei unklar ist, inwieweit dies klinisch relevant ist.
  • Symptome:Ein langfristiger, schwerer Vitamin-D-Mangel kann bei Kindern zu einer Rachitis und bei Erwachsenen zu einer Osteomalazie mit Knochenschmerzen, Muskelschwäche sowie Knochenverformungen und -frakturen führen. Weiterhin kann er zu einer Osteoporose beitragen.
  • Befunde:Klinische Befunde können in proximaler Muskelschwäche, Knochenverformungen und Insuffizienzfrakturen bestehen.
  • Diagnostik:Messung des 25-Hydroxy-Cholecalciferol, ggf. weiterer Parameter des Knochenstoffwechsels, bildgebende Diagnostik und Knochendichtemessung.
  • Therapie:Die Behandlung besteht in ausreichender Sonnenlichtexposition, wobei allerdings Sonnenschäden vermieden werden sollten, Vitamin-D-haltiger Ernährung und evtl. einer Supplementierung mit Vitamin-D-Präparaten. Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr eine Rachitis-Prophylaxe mit oralem Vitamin D erhalten.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Vitamin D wird unter UVB-Strahlung in der Haut gebildet (80–90 %) und außerdem im Magen-Darm-Trakt aus Vitamin-D-haltiger Ernährung oder aus Nahrungsergänzungsmitteln absorbiert (10–20 %).1-2
  • Die Bestimmung der Vitamin-D-Versorgung erfolgt in der Regel über die Messung von 25-Hydroxycholecalciferol (25(OH)D3, auch Calcidiol oder Calcifediol).
  • Problematisch sind eine fehlende Vergleichbarkeit unterschiedlicher Messmethoden, saisonale Schwankungen sowie fehlende Einigkeit über die Definition der Referenzwerte, d. h. ab wann ein Mangel besteht.3-5
  • Die folgenden Referenzwerte für einen Vitamin-D-Mangel (gemessen als 25-Hydroxycholecalciferol) sind derzeit am weitesten akzeptiert:
    • < 30 nmol/l (12 ng/ml): Vitamin-D-Mangel mit erhöhtem Risiko für Rachitis oder Osteomalazie
    • 30–50 nmol/l (12–20 ng/ml): möglicherweise suboptimale Versorgung
    • > 50 nmol/l (20 ng/ml): ausreichende Vitamin-D-Versorgung
    • > 125 nmol/l (50 ng/ml): möglicherweise schädlich, allerdings ohne gute Evidenz.2,4-8
  • Ein Mangel kann primär bei unzureichender Sonnenexposition oder (zu einem geringeren Grad) bei einseitiger Ernährung auftreten, ferner bei chronischen gastrointestinalen Erkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bei Einnahme von Medikamenten, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen.2,9
    • Über die Häufigkeit und Relevanz eines Vitamin-D-Mangels in der Allgemeinbevölkerung wird viel diskutiert (siehe unten). 2-3,10-11

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen