Vitamin-D-Mangel

Zusammenfassung

  • Definition:Vitamin-D-Mangel wird als 25-Hydroxyvitamin-D von weniger als 50 nmol/l (20 ng/ml) definiert und durch eine verminderte Aufnahme aus dem Darm und zu wenig Exposition mit Sonnenlicht ausgelöst.
  • Häufigkeit: 60 % der Deutschen weisen Spiegel unterhalb von 50 nmol/l auf, wobei unklar ist, inwieweit dies klinisch relevant ist. 
  • Symptome:Ein langfristiger Vitamin-D-Mangel kann sich durch Müdigkeit und verringerte Kraft, in schweren Fällen durch Knochenschmerzen und osteoporotischen Frakturen bemerkbar machen.
  • Befunde:Klinische Befunde können verringerte Kraft vor allem in den unteren Extremitäten sein. Bei ausgeprägtem längerfristigem Mangel können Osteomalazie und Osteoporose auftreten. Säuglinge erhalten eine Prophylaxe, um einer Rachitis vorzubeugen.
  • Diagnostik: Messung des 25-OH-Vitamin-D, ggf. Knochendichtemessung
  • Therapie:Die Behandlung besteht in Sonnenlichtexposition, Vitamin-D-haltiger Ernährung und evtl. einer Supplementierung mit Vitamin-D-Präparaten.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Vitamin-D wird unter UVB-Strahlung in der Haut gebildet und außerdem im Dünndarm aus Vitamin-D-haltiger Ernährung oder aus Nahrungsergänzungsmitteln absorbiert.1-2
  • Vitamin-D-Mangel
    • Ein Vitamin-D-Mangel wird als 25-Hydroxyvitamin-D von weniger als 50 nmol/l (20 ng/ml) definiert.2-4
      • schwerer Mangel < 12,5 nmol/l
      • moderater Mangel 12,5–25 nmol/l
      • milder Mangel 25–50 (abhängig vom Lebensalter auch 25–75) nmol/l2
    • Serumwerte über 50 nmol/l (20 ng/ml) gelten als ausreichend.
      • Serumwerte über 75 nmol/l (30 ng/ml) als optimal
    • Ein Mangel tritt bei unzureichender Sonnenexposition, bei Malabsorption und einseitiger Ernährung auf, ferner bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen.
      • Über die Häufigkeit und Relevanz des Vitamin-D-Mangels in der Allgemeinbevölkerung wird viel diskutiert (siehe unten).2,5-6
      • Einige Autoren postulieren, die Erkrankung gehöre zu den am meisten unterdiagnostizierten Krankheiten, weil erst ein langfristiger und erheblicher Vitamin-D-Mangel klinisch auffällt.7
  • Vitamin-D-Mangel
    • Führt zu normokalzämischem sekundärem Hyperparathyreoidismus mit erhöhtem Knochenumsatz, erhöhtem Knochenverlust, verringerter Muskelkraft und erhöhtem Risiko für Osteoporose mit Niedrigenergiefrakturen.8-9
      • Vitamin-D-Mangel führt vor allem zu einer reduzierten Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und wirkt sich selbst nur indirekt auf den Knochenstoffwechsel aus.10
  • Mögliche Folgen eines Mangels an Vitamin D
    • bei Kindern: Rachitis, Wachstumsstörungen und Skelettdeformationen
    • bei Erwachsenen: Auslösung oder Verschlimmerung einer Osteopenie und Osteoporose, Verursachung von Osteomalazie mit schmerzhafter proximaler Muskelschwäche, besonders im Beckenbereich, und Erhöhung des Frakturrisikos
    • Inwieweit ein Vitamin-D-Mangel zu einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen wie Krebs, Autoimmunerkrankungen, Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen und Hypertonie, Infektionskrankheiten, Arthrose, Depressionen und Schizophrenie beiträgt, ist unklar und wird kontrovers diskutiert.2,5-6

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

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