Augenveränderungen infolge einer Hyperthyreose (endokrine Orbitopathie)

Zusammenfassung

  • Definition:Eine Endokrine Orbitopathie (EO) äußert sich als Exophthalmus, der auf eine Entzündung und Schwellung im Muskel- und Fettgewebe der Orbita infolge einer Autoimmunhyperthyreose zurückzuführen ist. Die EO ist eine der extrathyreoidalen Manifestationen einer Autoimmunthyreopathie (M. Basedow).
  • Häufigkeit:Der Morbus Basedow tritt mit einer Inzidenz von 0,1–1,8 % in Deutschland auf. 5 % dieser Patienten entwickeln eine schwerwiegende Augenerkrankung, milde Symptome finden sich jedoch bei fast allen Basedow-Patienten.
  • Symptome:Schwellungen im Bereich der Augen, Schmerzen und Druckgefühl hinter den Augen, Schmerzen beim Bewegen der Augen, sklerale Injektionen und Lichtscheu. Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein Exophthalmus.
  • Befunde:Ein periorbitales Ödem, eine Lidretraktion, eine konjunktivale Injektion sowie ein Ödem und ein Hervortreten der Augäpfel können vorliegen.
  • Diagnostik:Funktion der Schilddrüse prüfen. Augenärztliche Vorstellung.
  • Therapie:Bei leichter Krankheitsausprägung erfolgt eine konservative Therapie, die Supplementation mit Selen könnte sich günstig auf den Krankheitsverlauf auswirken. Schwerwiegende Beschwerden werden mit Glukokortikoiden, einer Orbitabestrahlung und evtl. operativ behandelt.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Die endokrine Orbitopathie (EO) ist eine extrathyreoidale Manifestation der autoimmmun bedingten Schilddrüsenstörungen.1
    • Die endokrine Orbitopathie (EO) tritt nur im Rahmen von Immunthyreopathien auf und bildet deren häufigste extrathyreoidale Manifestation.2
  • Die Immunthyreopathie vom Typ Morbus Basedow stellt eine Autoimmunerkrankung mit thyreoidalen (Struma diffusa, Hyperthyreose) und extrathyreoidalen Manifestationen (endokrine Orbitopathie [EO], prätibiales Myxödem, Akropathie) dar, die mit anderen Autoimmunerkrankungen assoziiert sein kann.3
  • Die EO ist gekennzeichnet durch Augenveränderungen bzw. einen Exophthalmus.4
    • Etwa 2/3 der Patienten zeigen milde bis moderate, 1/3 schwere und dabei etwa 5 % schwerste, visusbedrohende Augenveränderungen.1
  • Synonyme Bezeichnungen sind endokriner Exophthalmus und endokrine Ophthalmopathie. International wird die Erkrankung auch als „Graves' Ophthalmopathy“ bezeichnet.
  • Die Augensymptome treten in der Regel nach dem Ausbruch der Hyperthyreose (< 18 Monate) in Erscheinung, können dem Krankheitsausbruch jedoch auch vorausgehen.
  • Autoantikörper, die zur Hyperthyreose führen (TSH-Rezeptor-AK resp. TRAK), stimulieren das Wachstum der Bindegewebszellen in den Augenhöhlen, was dann zum Exophthalmus führt.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen, Prognose

Verlaufskontrolle