Thyreotoxische Krise

Zusammenfassung

  • Definition:Bei der thyreotoxischen Krise handelt es sich um eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung auf dem Boden einer nicht bekannten oder nicht suffizient behandelten Hyperthyreose (M. Basedow, funktionelle Autonomie), ausgelöst durch hohe Jodkontamination (KM, Amiodaron), chirurgische Eingriffe oder akute Erkrankungen. 
  • Häufigkeit:Sie tritt selten auf, vor Kontrastmittelapplikation oder einer Amiodarontherapie sollte eine Hyperthyreose jedoch ausgeschlossen werden.
  • Symptome:Fieber, Unruhe, Irritabilität, Palpitationen, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, geistige Verwirrung und Bewusstseinsverlust.
  • Befunde:Es können evtl. Struma, Handtremor, feuchte und warme Haut, kognitive Veränderungen und Bewusstseinsverlust vorliegen.
  • Diagnostik:fT4, TSH, Blutbild, Elektrolyte, SD-spezifische Antikörper, Sonografie, evtl. Szintigrafie. Bei Verdacht auf eine thyreotoxische Krise sollten die Patienten umgehend stationär eingewiesen werden.
  • Therapie:Die Behandlung ist auf die Schilddrüse, die allgemeinen Symptome, die Blockierung der peripheren Wirkung der Schilddrüsenhormone und die zugrunde liegende Erkrankung ausgerichtet. Eine intensivmedizinische Therapie ist meist notwendig, die Mortalität ist hoch.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Eine thyreotoxische Krise wird meist durch Infektionen oder chirurgische Eingriffe bei Patienten mit nicht diagnostizierter oder nicht adäquat behandelter Hyperthyreose ausgelöst.1
  • Eine größere Jodeinnahme kann ebenso bei nicht behandelter oder nicht bekannter Hyperthyreose zu einer krisenhafter Entgleisung führen.
  • Die Genese der zugrunde liegenden Hyperthyreose2-3 ist dabei unterschiedlich.
    • Der Morbus Basedow ist die häufigste Ursache der Schilddrüsenüberfunktion bei jüngeren Menschen und Kindern.
    • Das autonome Adenom bzw. die disseminierte funktionelle Autonomie tritt eher im höheren Alter auf.
    • jod- bzw. medikamentös-induziert (Kontrastmittel, Amiodaron)
    • Frühphase einer Autoimmunthyreoiditis Hashimoto oder anderer Thyreoditiden (führen jedoch praktisch nie zur thyreotoxischen Krise)4
  • Die Erkrankung kann schnell lebensbedrohlich werden.
    • Die Patienten müssen stationär, meist auf der Intensivstation, behandelt werden.
  • Mögliche Begleitsymptome:
    • starke Angst
    • Schwäche
    • Fieber
    • Tachykardie (> 150 Schläge pro Minute)
    • Herzinsuffizienz
    • Arrhythmien
    • kognitive und psychotische Symptome
    • Bewusstseinsverlust bis zum Koma.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose