Hyperlipidämie

Zusammenfassung

  • Definition: Hyperlipidämie ist ein Sammelbegriff für alle Formen von erhöhten Blutfettwerten. Insbesondere erhöhte Werte für Cholesterin und Triglyceride spielen eine Rolle.
  • Häufigkeit: Bei Personen > 40 Jahre finden sich in ca. 50–60 % der Fälle erhöhte Gesamtcholesterin- und Triglyzeridwerte.
  • Symptome: Die Erkrankung ist nicht mit spezifischen Symptomen verbunden, aber sie kann das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöhen. Sehr hohe Triglyceridwerte bergen zudem ein Pankreatitisrisiko.
  • Befunde: Normalerweise kein klinischer Befund, aber Xanthome und Xanthelasmen können bei familiärer Hypercholesterinämie auftreten.
  • Diagnostik: Laborchemische Bestimmung von Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin sowie ggf. LDL-Cholesterin und Triglyzeriden; in Einzelfällen Lp(a)-Bestimmung.
  • Therapie: Primärpräventiv stehen Ernährungsveränderungen und regelmäßige physische Aktivität zu Beginn im Vordergrund. Je nach Gesamtrisikokonstellation ist eine medikamentöse Therapie zu erwägen. Medikamente der Wahl sind Statine. Nur bei Statinunverträglichkeit stehen Reservepräparate zur Verfügung. 

Allgemeine Informationen

Definition

  • Der Begriff „Hyperlipidämie“ umfasst alle Formen von erhöhten Blutfettwerten.
    • Es gibt eine Reihe von Subtypen von Dyslipidämien.2
  • Der Fettstoffwechsel kann in vielfältiger Weise gestört sein. Von besonderer Bedeutung sind dabei erhöhte Werte des Gesamtcholesterins und der sog. Low-Density-Lipoproteine (LDL-Cholesterin) sowie ein niedriger Spiegel an High-Density Lipoproteinen (HDL-Cholesterin).
    • Erhöhte Cholesterinspiegel im Blut haben einen Einfluss auf die Entstehung der Atherosklerose sowie ihrer Folgeerkrankungen, und sie sind therapeutisch behandelbar.3
  • Trotz rückläufiger Tendenz gehören die kardiovaskulären Erkrankungen auch heute noch zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.4
    • Zu den Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen gehören u. a. neben dem arteriellen Hypertonus, dem Diabetes mellitus, dem Nikotinkonsum und einer genetischen Prädisposition die erhöhten Blutlipide, hier insbesondere das Serumcholesterin resp. LDL (Low Density Lipoprotein).
  • Weitere Blutfette gelten als wichtige Marker für ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Hierzu zählen erhöhte Neutralfette (Triglyzeride) und erhöhte Werte des weitgehend genetisch bestimmten Lipoprotein (a) sowie erniedrigte Werte für das HDL-Cholesterin (an High–Density-Lipoprotein gebundenes Cholesterin).
    • Die therapeutische Beeinflussbarkeit und der Nutzen einer medikamentösen Therapie für das Herz-Kreislauf-Risiko sowie auch der kausale Einfluss auf die Entstehung der Arteriosklerose sind jedoch bislang nur für das LDL-Cholesterin belegt.5
  • Ein erhöhter Lipidspiegel ist somit einer der Faktoren bei der Einschätzung des kardiovaskulären Gesamtrisikos.
  • Wissenschaftlich gut belegt ist, dass das Herz-Kreislauf-Risiko durch Senkung des Cholesterinspiegels positiv beeinflusst werden kann.5  
    • Ob eine medikamentöse Therapie im Einzelfall erforderlich ist, sollte nach den aktuellen Leitlinien entschieden werden, wobei zu berücksichtigen ist, welche weiteren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen. 
    • Die Entscheidung für eine lipidsenkende Therapie kann nur unter Einbeziehung aller Risikofaktoren und nicht allein anhand eines erhöhten Lipidspiegels getroffen werden.
  • Seit Juli 2017 steht für den hausärztlichen Bereich eine neue Leitlinie der DEGAM für die Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention4 zur Verfügung, die im Konsens mit den anderen betroffenen Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Deutsche Hochdruck-Liga, Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention) aktuelle Empfehlungen auch zur Lipidtherapie gibt.  

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikation und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Illustrationen

Quellen