Hypogonadismus bei Männern

Zusammenfassung

  • Definition: Der Hypogonadismus des Mannes ist eine endokrine Funktionsstörung und führt zu einem Testosteronmangel.
  • Häufigkeit:Kommt selten bei Kindern vor, häufiger bei Erwachsenen.
  • Symptome:Im Kindesalter: Verspätete oder ausbleibende Pubertät. Bei Erwachsenen: Hitzewallungen, sexuelle Dysfunktion, depressive Stimmung, Müdigkeit, Flush, kognitive Defizite.
  • Befunde: Pubertas tarda: Fehlender Bartwuchs, hohe Stimmlage, ausgeprägtes Längenwachstum der Gliedmaßen, Gynäkomastie, kleine Genitalien. Bei Erwachsenen: abdominelle Adipositas, reduzierte Muskelkraft und -masse sowie Knochendichte, Anämie, reduzierter Allgemeinzustand, Verlust von Körperbehaarung.
  • Diagnostik: Erfolgt zunächst auf Grundlage von Anamnese und körperlicher Untersuchung. Empfohlene Laboruntersuchungen sind Testosteron, ggf. SHBG, FSH, LH, ggf. weitere endokrinologische Tests. Suche nach den zugrunde liegenden Ursachen wie chronische Erkrankungen oder Gendefekte sowie nach Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Osteoporose.
  • Therapie:Bei Pubertas tarda oder klinisch relevantem Hypogonadismus im Erwachsenenalter: Testosteronersatztherapie. Bei Hypogonadismus-bedingter Infertilität: Gonadotropine. Bei physiologischem Hypogonadismus im Alter: Körperliche Aktivität und ggf. Gewichtsreduktion als primäre Maßnahmen. Bei Testostronmangel-bedingten Symptomen wie Rückgang von Muskelmasse und -kraft, Osteoporose und sexueller Dysfunktion: ggf. Testosteronbehandlung unter Beachtung der Risiken und Kontraindikationen.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Der Hypogonadismus des Mannes1 ist eine endokrine Funktionsstörung und führt zu einem Testosteronmangel.2
  • Eine einfache Einteilung der Hypogonadismus-Formen erfolgt nach endokrinologischem Muster. 
    • Der primäre Hypogonadismus entsteht durch eine Störung der Testosteronproduktion der Hoden.
      • Die Releasinghormone sind kompensatorisch erhöht (hypergonadotroper Hypogonadismus).
    • Der sekundäre Hypogonadismus wird durch eine Störung der hypophysären Releasinghormone verursacht (hypogonadotroper Hypogonadismus).
    • Der tertiäre Hypogonadismus entsteht durch eine Störung des Hypothalamus.3
  • Nach Zeitpunkt des Auftretens
    • Pubertas tarda liegt vor, 4
      • wenn beim sonst gesunden Jungen jenseits eines chronologischen Alters von 14 Jahren noch keine Pubertätszeichen vorhanden sind.
      • wenn der Zeitbedarf für das Durchlaufen der Pubertät von den ersten Zeichen bis zum Erreichen eines Tanner-Stadiums P5 G5 mehr als 5,5 Jahre beträgt.
      • oder wenn eine begonnene Pubertätsentwicklung länger als 18 Monate stillsteht.
    • postpubertärer Hypogonadismus
      • Auftreten der ersten Symptome im Erwachsenenalter
    • Altershypogonadismus (Late-Onset-Hypogonadismus)5
      • altersassoziiertes Testosteronmangel-Syndrom (Testosterone Deficiency Syndrome,
        TDS)
      • mit fortschreitendem Alter zunehmendes Syndrom, gekennzeichnet durch Testosteronwerte unter der Untergrenze für gesunde junge Männer, begleitet von Testosteronmangelsymptomen
      • Kann mit einer signifikanten Verschlechterung der Lebensqualität einhergehen und die Funktion zahlreicher Organsysteme negativ beeinflussen.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle1

Patienteninformation