Typ-1-Diabetes, hoher Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)

Durch einen sehr hohen Blutzuckerspiegel, der innerhalb von Stunden oder Tagen auftritt, kann ein akuter, lebensbedrohlicher Zustand entstehen. Ist Ihr Blutzuckerspiegel anhaltend zu hoch, steigt das Risiko für Komplikationen. Dies kann auch langfristige Auswirkungen haben.

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Was ist eine Hyperglykämie?

Bei Hyperglykämie besteht ein zu hoher Blutzuckerspiegel. Die häufigsten Symptome sind Müdigkeit und Erschöpfung, häufiger Harndrang, Durst, körperliche Abgeschlagenheit, häufige Infektionen, schlechte Wundheilung und Juckreiz im Genitalbereich. Nicht alle Symptome treten dabei bei allen Betroffenen auf. Manche Betroffene zeigen weniger Symptome, während bei anderen alle Symptome auftreten. Ein anhaltend hoher Blutzuckerspiegel erhöht das Risiko von Spätfolgen.

Bei einem deutlich erhöhten Blutzuckerspiegel, der über mehrere Stunden oder Tage andauert, kann ein akuter, lebensbedrohlicher Zustand auftreten, bei dem sich der Säuregehalt im Blut stark verändert. Bei der akuten, lebensbedrohlichen Form der Hyperglykämie verbrennt der Körper Fett anstatt Zucker, denn es befindet sich zu wenig Insulin im Blut. Auch wenn der Zuckerspiegel im Blut sehr hoch ist, kann der Zucker aufgrund des Insulinmangels nicht in die Zellen transportiert werden. Durch die Fettverbrennung bilden sich sogenannte Ketonkörper und der Säuregehalt des Blutes steigt. Der Körper reagiert darauf mit einer starken und tiefen Atmung (Hyperventilation). Außerdem wird mit der Ausatmung Aceton ausgeschieden.

Wer bekommt Hyperglykämie?

Hyperglykämie kann bei allen Diabetikern auftreten und insbesondere, wenn die Diabeteserkrankung nicht behandelt wird. Die Diagnose wird vor allem durch die Messung von erhöhten Blutzuckerwerten gesichert.

Was verursacht Hyperglykämie?

Hyperglykämie entsteht häufig bei einem schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel. Darüber hinaus sind oft Infektionen Auslöser für erhöhte Blutzuckerwerte. Während einer Infektion steigt der Insulinbedarf. Wird die Insulindosis in dieser Situation nicht erhöht, kann es zur Hyperglykämie kommen. Weitere Ursachen können andere Krankheiten oder Stress in Kombination mit einem Therapieversagen sein.

Akute, lebensbedrohliche Hyperglykämie

Die Symptome bei Hyperglykämie können schwerwiegend sein. Sie können Bauchschmerzen (insbesondere bei Kindern), Übelkeit und Erbrechen, einen sehr schlechten Allgemeinzustand, erhöhten Harndrang, Abgeschlagenheit, starke und schnelle Atemfrequenz (Hyperventilation), Sehstörungen und Bewusstseinsstörungen umfassen.

Bei der ärztlichen Untersuchung können bei dem Betroffenen Hyperventilation, Acetongeruch im Atem, Austrocknung, niedriger Blutdruck, niedrige Körpertemperatur, Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit festgestellt werden. Eine andere Erklärung für einige der Beschwerden kann ein zu niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) sein. Ist der Arzt unsicher, ob ein zu hoher Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) oder ein zu niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) vorliegt, kann Glukose direkt ins Blut gespritzt werden. Liegt ein niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) vor, kommt der Patient innerhalb weniger Minuten wieder zu Bewusstsein. Handelt es sich um einen hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie), verschlechtert sich der Zustand durch diese Behandlung nicht weiter.

Neben hohen Blutzuckerwerten können bei einer schweren Hyperglykämie ein hoher Säurewert im Blut (pH-Wert ist niedrig, Azidose) sowie Ketonkörper in Blut und Urin nachgewiesen werden. Zudem sind gestörte Elektrolytkonzentrationen im Blut zu beobachten (zu niedriges Natrium und normales bis leicht erhöhtes Kalium).

Wie wird eine schwere Hyperglykämie behandelt?

Da es sich bei einer schweren Hyperglykämie um einen ernst zu nehmenden Zustand handelt, muss der Betroffene sofort von einem Arzt im Krankenhaus behandelt werden. Bei der Therapie ist es wichtig, dass kontrolliert ausreichend Flüssigkeit und Insulin zugeführt werden und der Säuregrad des Blutes korrigiert wird.

Hyperglykämie vorbeugen

Komplikationen können am besten durch eine gute und regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers vorgebeugt werden. Indem Sie den Blutzuckerspiegel regelmäßig selbst messen, können Sie den Zustand gut kontrollieren; steigt der Blutzuckerspiegel, ohne dass Sie ihn senken können, müssen Sie einen Arzt aufsuchen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg