Typ-1-Diabetes, Gesundheitstipps

Bei der Behandlung von Typ-1-Diabetes steht die Gabe von Insulin im Vordergrund. Entscheidend ist aber außerdem, dass Sie als Patient Ihre Krankheit genau verstehen und durch Ihren Lebensstil bzw. bestimmte Verhaltensregeln positiv beeinflussen.

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Eine gute Kontrolle des Diabetes kann ernste und lebensbedrohliche Komplikationen auf kurze und auf lange Sicht verringern. Ist ein Diabetes mellitus schlecht eingestellt, d. h. schwanken die Blutzuckerwerte erheblich bzw. sind dauerhaft sehr hoch, erhöht sich das Risiko für den Betroffenen, an verschiedenen Krankheiten zu erkranken, darunter eine zunehmende Sehschwäche und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darunter fallen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen und chronische Wunden an den Beinen, Nierenerkrankungen und Nervenschädigungen.

Im Prinzip können Sie als Diabetiker all das unternehmen, was Menschen ohne Diabetes auch machen. Achten Sie dabei aber auf Ihren Blutzuckerspiegel. Mit einer gesunden Ernährung und viel körperlicher Aktivität können Sie ein normales Leben führen. Hier haben wir verschiedene Tipps für Sie zusammengestellt, die hilfreich sind, um dazu beizutragen, dass ein Diabetes mellitus Ihnen möglichst wenige gesundheitliche Probleme bereitet. Im Anschluss finden Sie detailliertere Informationen zu den Hintergründen dieser Empfehlungen.

Die hier genannten Empfehlungen richten sich insbesondere an Patienten mit Typ-1-Diabetes; die allgemeinen Empfehlungen hinsichtlich Ernährung, gesunder Lebensführung und Sport gelten aber auch für Typ-2-Diabetiker

Hilfreiche Tipps für ein Leben mit Diabetes

  1. Achten Sie auf Ihre allgemeine Gesundheit (nicht rauchen, genügend Bewegung, gesunde Ernährung).
  2. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung: Dazu gehört ausreichend Obst, Gemüse, Fleisch in Maßen, kaum Süßigkeiten, Alkohol im Maßen. Um die Insulindosis passend einstellen zu können, ist es für Diabetiker wichtig, möglichst regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen.
  3. Halten Sie ein gesundes Gewicht, Übergewicht wirkt sich negativ auf Herz-Gefäß-Krankheiten aus und kann die Wirksamkeit des Insulins verschlechtern.
  4. Trainieren oder bewegen Sie sich regelmäßig und lernen Sie, den Insulinbedarf darauf abzustimmen: Grundsätzlich verbraucht jeder Körper durch Sport mehr Energie, demnach ist entsprechend weniger Insulin vor dem Sport nötig. Die genauen Mengen sind jedoch vom Stoffwechsel des Einzelnen und auch von der Intensität des Sports abhängig.  
  5. Kontrollieren Sie den Blutzuckerspiegel regelmäßig; entstehen kritische Situationen wie Infektion mit Fieber, längere Essenspausen, wenig Schlaf, viel körperliche Aktivität, dann sollten Sie häufiger messen.
  6. Spritzen Sie Insulin wie mit Ihrem Arzt abgesprochen; die Dosis für außergewöhnliche Situationen (Sport etc.) sollte besprochen werden.
  7. Tragen Sie immer schnell wirkendes Insulin bei sich, um im Notfall einem hohen Blutzuckerspiegel gegensteuern zu können.
  8. Lassen Sie sich regelmäßig im Umgang mit dem Diabetes schulen.
  9. Lernen Sie die Wirkung der verschiedenen Insulinpräparate kennen: Wann tritt die Wirkung ein, wann erreicht sie den Höhepunkt und wie lange wirkt das Insulin?
  10. Kennen Sie die Symptome und Anzeichen einer Hypoglykämie (niedriger Blutzucker)? Wie müssen Sie sich in einer solchen Situation verhalten?
  11. Tragen Sie ebenfalls immer Traubenzucker bzw. schnell resorbierbare Kohlenhydrate (Kekse, Schokolade) bei sich, um einer möglichen Unterzuckerung schnell gegensteuern zu können.
  12. Erklären Sie Ihren Angehörigen, was eine Hypoglykämie ist und anhand welcher Beschwerden diese bei Ihnen zu erkennen ist.
  13. Haben Sie Glukagon zu Hause vorrätig.
  14. Tragen Sie eine Karte mit dem Hinweis bei sich, dass Sie an Typ-1-Diabetes leiden.

Achten Sie auf Ihre Gesundheit

Um Typ-1-Diabetes gut kontrollieren zu können, müssen Sie jeden Tag auf Ihre Ernährung, ausreichende Bewegung und die richtige Insulindosis achten. Lernen Sie, wie Sie die Insulindosis anpassen können, und ändern Sie Ihren Lebensstil, damit möglichst keine Komplikationen auftreten. Beschäftigen Sie sich intensiv mit den Auswirkungen von Typ-1-Diabetes und ggf. notwendigen Maßnahmen. So können Sie sich auch mit diesem Risikozustand sicher fühlen. Aus Studien geht hervor, dass Personen mit Kenntnissen und Wissen zu der Erkrankung, die sich an die Empfehlungen halten, weniger Probleme haben als Personen, die sich nicht so eingehend mit dem Thema beschäftigen.

Durch verschiedene Strategien lassen sich Komplikationen verhindern

Eine strenge Kontrolle des Blutzuckerspiegels kann das Risiko von Schädigungen der Blutgefäße (vaskuläre Komplikationen, Arteriosklerose) verringern. Sie können das Risiko von Herzgefäßerkrankungen verringern, indem Sie andere wichtige Risikofaktoren, z. B. einen hohen Cholesterinspiegel und Bluthochdruck, vermeiden oder kontrollieren. Wenn Sie rauchen, sollten Sie damit aufhören. So sinkt das Risiko von Herzgefäßerkrankungen und Komplikationen auch in den kleinen Gefäßen (Augen, Nieren, diabetischer Fuß). Ihr Arzt hilft Ihnen bei der Kontrolle dieser Faktoren. Zusammen mit ihm planen Sie regelmäßige Kontrollen, bei denen Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin gemessen und Urin und Augen untersucht werden.

Eine regelmäßige, evtl. jährliche augenärztliche Kontrolle und eventuell Behandlung sollte zur Vorbeugung schwerer Augenkomplikationen durchgeführt werden.

Achten Sie auf eine gesunde Ernährung

Hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck erhöhen das Risiko von Herzgefäßerkrankungen, diabetischer Retinopathie (Erkrankung der Augen) und Nephropathie (Nierenfunktionsstörung). Etwa 9 von 10 Diabetikern mit Typ 1 entwickeln Bluthochdruck. Die Erkrankung tritt bei ihnen früher auf als bei anderen Menschen. Solche Risikofaktoren lassen sich jedoch oft vermeiden. Eine gesunde Ernährung senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel. Essen Sie nicht so fettreich. Fett sollte weniger als 30 % der insgesamt zugeführten Kalorien ausmachen. Verzichten Sie möglichst auf gesättigte Fettsäuren. Verwenden Sie Salz in Maßen (<6 g/Tag). Essen Sie jeden Tag Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Sie können davon bis zu sieben Portionen zu sich nehmen.

Achten Sie auf Ihren Süßigkeitenkonsum. Essen Sie Süßigkeiten möglichst zusammen mit anderen Mahlzeiten und spritzen Sie schnell wirkendes Insulin. Wenn Sie Insulin verwenden, ist es nicht nötig, etwas Süßes vor dem Zubettgehen zu essen, um den Blutzuckerspiegel zu erhöhen. Ist Ihr Blutzuckerspiegel aber durchgängig niedrig, kann dies notwendig sein.

Halten Sie ein gesundes Gewicht

Gewichtszunahme und Übergewicht können bei Typ-1-Diabetes Komplikationen verursachen. Eine Gewichtszunahme führt oft zu einem höheren Blutdruck, höheren Werten des „schlechten“ Cholesterins (LDL und Triglyzeride) und niedrigeren Werten des „guten“ Cholesterins (HDL). Dadurch kann auch die Wirkung des Insulins beeinträchtigt werden, und der Blutzuckerspiegel ist schwerer zu kontrollieren. Der Taillenumfang sollte bei Männern unter 100 cm und bei Frauen unter 88 cm betragen. Eine Gewichtszunahme vermeiden Sie, indem Sie die Nahrungsaufnahme kontrollieren, wenige Kalorien zu sich nehmen und sich regelmäßig bewegen.

Trainieren oder bewegen Sie sich regelmäßig

Regelmäßige körperliche Aktivitäten sind für Patienten mit Diabetes besonders wichtig. Zu wenig Bewegung erhöht bei diesen Patienten das Risiko für Herzgefäßerkrankungen. Körperliche Aktivität verbessert den Blutzuckerspiegel und den HDL-Cholesterinspiegel, senkt das Stressniveau und trägt zur Normalisierung des Gewichts bei. Ist ein Diabetespatient regelmäßig körperlich aktiv, kann er häufig die insgesamt erforderliche Insulindosis senken, weil sein Körper besser auf Insulin reagiert..

Viele Menschen bewegen sich zu wenig. Bewegen Sie sich 30–60 Minuten am Tag mit der Intensität eines schnellen Spaziergangs. Vor der Trainingseinheit müssen Sie die Insulindosis herabsetzen oder zusätzliche Kohlenhydrate zu sich nehmen, die für die Intensität und Länge des Trainings angebracht sind. Um hier Ihre persönlich passende Insulindosis herauszufinden, sollten Sie zunächst sehr regelmäßig kurz vor und nach dem Sport Ihren Blutzuckerspiegel messen, um zu überprüfen, wie Ihr Blutzckerspiegel auf den gewählten Sport reagiert bwz. wie viel Insulin Sie benötigen. Kurz nach dem Sport sind die Zellen oft eine Zeit lang empfindlicher gegenüber Insulin als zuvor; daher steigt das Risiko einer Unterzuckerung. Sie sollten daher leicht verdauliche Kohlenhydrate zur Verfügung haben, die Sie ggf. nach dem Sport schnell zu sich nehmen können.

Es gibt jedoch Krankheiten, bei denen körperliche Aktivität nur eingeschränkt oder gar nicht sinnvoll bzw. gefährlich ist. Dazu gehören Herzkrankheiten wie Angina pectoris oder Herzrhythmusstörungen, Retinopathie oder auch Nervenschäden, die die Funktion von Gelenken betreffen.

Achten Sie stets auf einen optimalen Blutzuckerspiegel

Zusammen mit Ihrem Arzt können Sie bestimmen, wie hoch der Blutzuckerspiegel sein sollte. Die Schwierigkeit für Patienten besteht darin, das richtige Gleichgewicht zwischen Kalorienzufuhr, körperlicher Aktivität und Insulindosis über den Tag zu finden. Darum müssen Sie lernen, wie Essen, körperliche Aktivität und Insulin den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Sie kontrollieren den Blutzuckerspiegel, indem Sie mit Basal-Insulin beginnen und eine zusätzliche Dosis Insulin mit den Mahlzeiten spritzen, um die normale Insulinproduktion des Körpers zu simulieren. Hilfe und Tipps erhalten Sie vom ärztlichen Personal.

Kontrollieren Sie den Blutzuckerspiegel regelmäßig und in kritischen Situationen

Messen Sie den Blutzuckerspiegel bei den Mahlzeiten und vor dem Zubettgehen über Blut aus der Fingerkuppe. Des Weiteren müssen Sie den Blutzuckerspiegel vor und nach körperlicher Aktivität, vor dem Autofahren und wenn Sie unsicher sind, ob der Blutzuckerspiegel in Ordnung ist, messen (z. B. wenn Sie ungewöhnliche Beschwerden bemerken). Es ist besonders wichtig, dass Sie den Blutzuckerspiegel vor dem Zubettgehen messen. Nächtliche Symptome können auftreten, ohne dass Sie etwas davon merken. Dadurch kann es zu einer schweren Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommen. Fällt der Blutzuckerspiegel unter ca. 100 mg/dl (5,6 mmol/l) müssen Sie eventuell eine kleine Zwischenmahlzeit zu sich nehmen.

Es wird empfohlen, das Blut für die Messung des Blutzuckerspiegels aus der Fingerkuppe zu nehmen. Systeme, die den Blutzuckerspiegel kontinuierlich überwachen, sind bereits erhältlich – sie sind sehr wirkungsvoll, aber teuer.

Beachten Sie, dass es aufgrund von einer fehlerhaften Ausrüstung oder nicht richtiger Blutentnahme zu falschen Messungen des Blutzuckerspiegels kommen kann. Mit einer Kontrolllösung müssen Sie regelmäßig die ordnungsgemäße Funktion des Messgeräts kontrollieren. Ist das Messergebnis ungewöhnlich hoch oder niedrig, müssen Sie vor der Zufuhr von zusätzlichem Insulin oder Zucker kontrollieren, ob Sie Symptome zeigen, die die Messergebnisse erklären würden.

Spritzen Sie schnell wirkendes Insulin vor jeder Mahlzeit

Mit einem schnell wirkenden Insulin, das Sie kurz vor der Mahlzeit zuführen, können Sie den Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit wirkungsvoll kontrollieren. Die maximale Wirkungsdauer dieses Insulins beträgt in etwa eine Stunde. Dies entspricht dem Zeitraum, in dem der Blutzuckerspiegel bei einer gesunden Person nach einer Mahlzeit erhöht ist. Schnell wirkendes Insulin ist daher (physiologisch) besser geeignet als herkömmliches Insulin. Durch schnell wirkendes Insulin treten im Vergleich zu herkömmlichem Insulin nach der Mahlzeit weniger Episoden mit Hypoglykämie auf.

Sie können die Berechnung der Kohlenhydrate üben, sodass Sie genau wissen, wie viel Insulin Sie zuführen müssen. Es gibt Listen darüber, wie viel Kohlenhydrate verschiedene Lebensmittel normalerweise enthalten. Je nach Art des Insulin ist eine bestimmte Dosis nötig, um auf eine bestimmte Menge von Kohlenhydraten zu „reagieren". Dies wird Ihnen der Arzt oder ein Ernährungsberater genau erklären können, sodass Sie schnell lernen, Ihre Mahlzeiten einschätzen zu können und zu entscheiden, wie viel Insulin Sie benötigen. Grundsätzlich gilt: 1 Einheit Insulin senkt den Blutzuckerspiegel um 30–40 mg/dl; 10 g Kohlenhydrate erhöhen den Blutzucker um 30–40 mg/dl. Übersteigt der Blutzuckerspiegel den empfohlenen Wert, können Sie eine zusätzliche Dosis Insulin spritzen, um den Spiegel zu korrigieren. 

Welche Art von Insulin?

Sie sollten immer sofort wirkendes Insulin bei sich haben. Damit sind Sie bei Mahlzeiten und der Einnahme von Zwischenmahlzeiten flexibel. Benötigen Sie eine zusätzliche Dosis, sind Sie vorbereitet. Insulinpens werden immer üblicher. Einige Patienten verwenden auch Insulinpumpen. Diese sind etwas komplizierter in der Anwendung, bieten aber die bestmögliche Kontrolle über die Insulintherapie.

Patienten, die keine Insulinpumpe verwenden, spritzen normalerweise lang wirkendes Insulin. Ohne ein solches Insulinpräparat wird der Blutzuckerspiegel nachts oder zwischen den Dosen mit schnell wirkendem Insulin oft instabil. Lang wirkendes Insulin gibt Insulin über 24 Stunden ab und führt zu einem besseren (physiologischen) Spiegel von Basalinsulin im Körper. Die Insulinpumpe ist in ihrer Wirkung gleich und hält den Blutzuckerspiegel zwischen den Mahlzeiten auf einem stabilen Niveau.

Lernen Sie die Wirkung der verschiedenen Insulinpräparate kennen.

Sie müssen wissen:

  • Wie schnell Ihre verschiedenen Insulinpräparate wirken.
  • Wann sie die höchste Wirkung erreichen.
  • Wie lange sie wirken.

Grundsätzlich gibt es künstlich hergestelltes Insulin nach dem Vorbild des menschlichen Insulins (Humaninsulin) sowie sog. Insulinanaloga. Beide Formen haben Vor- und Nachteile, Studien zum Vergleich der beiden Formen ergeben keine deutlichen Unterschiede. In Bezug auf den Wirkungseintritt und die -dauer ist sofort wirkendes Insulin von lang wirksamem Insulin (Basal-Insulin, NPH-Insulin) zu unterscheiden: Ersteres kontrolliert den Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit wirkungsvoller als Basis-Insulin. Eine zu hohe Dosis von sofort wirkendem Insulin kann aber auch schnell eine Hypoglykämie auslösen, deren Symptome möglicherweise unentdeckt bleiben. Normales Insulin wirkt länger als sofort wirkendes Insulin. Die Wirkung ist aber auch langsamer und der Höhepunkt der Wirkung ist nicht an die Mahlzeiten gekoppelt. In der Regel werden beide Insulinarten eingesetzt: morgens und abends Basal-Insulin sowie direkt zu den Mahlzeiten (etwa 20–30 Minuten vorher) kurz wirksames Insulin.

Sie sollten die Symptome und Anzeichen einer Hypoglykämie (niedriger Blutzucker) kennen und wissen, wie Sie sich in einer solchen Situation verhalten müssen

In den ersten Jahren mit Diabetes führt die Hypoglykämie zu typischen Symptomen wie Übelkeit, Herzklopfen, Nervosität, unerklärlichen Schweißausbrüchen und Hungergefühl. Im Laufe der Zeit, insbesondere wenn wiederholt Episoden mit Hypoglykämie aufgetreten sind, treten vorrangig folgende Symptome auf: Abgeschlagenheit, langsames Sprechen und langsame Bewegungen, Verwirrtheit, unlogische Handlungen, Schwäche, Sehstörungen, Blässe, Krämpfe und Kopfschmerzen. Die Symptome einer Hypoglykämie reichen von leichter Erschöpfung bis hin zu einem kurz bevorstehenden Kollaps.

Eine Hypoglykämie muss in der Regel nicht im Krankenhaus behandelt werden, Sie müssen in solchen Fällen aber schnell etwas Zuckerhaltiges zu sich nehmen. Führen Sie zu viel Zucker zu, kann es zu einem hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie), gefolgt von einer Hypoglykämie kommen. Daher müssen Sie den Blutzuckerspiegel 15 bis 20 Minuten nach der Zuckerzufuhr kontrollieren. Mit dem Wert können Sie bestimmen, ob eine weitere Behandlung notwendig ist.

Es können immer wieder Episoden mit Hypoglykämie auftreten, wenn Sie den Blutzuckerspiegel über sofort wirkendes Insulin im normalen Bereich halten möchten. Dies ist aber kein Grund zur Sorge. Sie müssen die Symptome aber erkennen und behandeln können. Sie sollten jede Episode nutzen und daraus lernen, wie Sie diesen Zustand in Zukunft vermeiden können.

Schwere Hypoglykämie kann lebensbedrohlich sein, durch den Zugang zu besseren langfristig und sofort wirkenden Insulinpräparaten sind die Fälle mit schwerer Hypoglykämie jedoch zurückgegangen. Tritt Hypoglykämie bei Ihnen oft auf oder sind Ihre hypoglykämischen Symptome unspezifisch, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, die Dosis des Insulins anzupassen. Dadurch sinkt das Risiko einer Hypoglykämie.

Haben Sie immer etwas Zuckerhaltiges dabei

Da nicht immer etwas zu Essen zur Hand ist, müssen Sie immer etwas Zuckerhaltiges bei sich haben (z. B. Zucker, Traubenzuckertabletten, Süßigkeiten). Dies können Sie zu sich nehmen, wenn Sie hypoglykämisch werden. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Ihren Blutzucker grundsätzlich auf einem niedrigen Wert halten.

Erklären Sie Ihren Angehörigen, was Hypoglykämie ist

Sie, Ihr Arzt oder anderes medizinisches Personal können Ihren Angehörigen erklären, was die Symptome von Hypoglykämie sind und wie sie behandelt wird. Ebenso sollten Ihre Angehörigen wissen, wie sie sich bei durch Hypoglykämie ausgelöster Verwirrtheit verhalten müssen. Es ist wichtig, bei einer hypoglykämischen Episode ruhig und gefasst zu bleiben. Benötigen Sie Hilfe, müssen die Menschen in Ihrer Umgebung nur dafür sorgen, dass Sie auf irgendeine Weise Zucker zu sich nehmen. Dann wird es Ihnen schnell wieder besser gehen. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie noch mehr Zucker zu sich nehmen.

Haben Sie Glukagon zu Hause vorrätig

Ist die Hypoglykämie so schlimm, dass Sie weder etwas essen noch trinken können, kann Ihnen eine Injektion mit Glukagon helfen. Dabei wird 1 mg in den Muskel gespritzt, nach 5–10 Minuten tritt in der Regel eine Wirkung mit deutlicher Besserung Ihres Befindens bzw. Bewusstseinszustandes ein.

Tragen Sie eine Karte bei sich mit dem Hinweis, dass Sie an Typ-1-Diabetes leiden

Sie sollten einen Hinweis, dass Sie Diabetes haben, um den Arm oder Hals tragen. So wissen andere, dass bei Ihnen durch die Hypoglykämie ungewöhnliche Verhaltensweisen, Krämpfe oder Koma auftreten können. So erhalten Sie schnell die richtige Behandlung. Diese Informationen können Sie auch in Ihrem Mobiltelefon speichern.

Sie müssen wissen, wie sich Stress auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.

Physischer und psychischer Stress kann Hormone wie Kortisol und Adrenalin beeinflussen. Dadurch können die Wirkung des Insulins herabgesetzt und die körpereigene Produktion von Blutzucker (Glukose) verringert werden. Dies kann dazu führen, dass Sie die Symptome einer Hypoglykämie nicht erkennen, wenn Sie sich in einer stressigen Situation befinden. Bei Stress müssen Sie den Blutzuckerspiegel häufiger kontrollieren. Nach diesem Wert müssen Sie die Insulindosis und die Mahlzeiten ausrichten. Durch physischen Stress, beispielsweise bei einer Infektion, kann der Blutzucker ansteigen.

Trinken Sie Alkohol nur in Maßen

Hoher Alkoholkonsum kann das Risiko von Bluthochdruck und Schlaganfall erhöhen. Außerdem kann die Freisetzung von Glukose über die Leber verzögert werden, was wiederum eine Hypoglykämie verschlimmern kann. Sie sollten den Alkoholkonsum auf höchstens ein bis zwei Glas pro Tag beschränken. Außerdem müssen Sie kontrollieren, dass sich der Blutzuckerspiegel im zulässigen Rahmen bewegt, wenn Sie Alkohol trinken.

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Weiterführende Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Typ-1-Diabetes. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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