Diabetes Typ 1, Kontrolle

Bei Diabetes Typ 1 sind regelmäßige ärztliche Kontrollen notwendig. In der Regel erfolgen diese Kontrollen alle drei Monate, in manchen Fällen auch seltener. Dies hängt von der individuellen Situation des Diabetikers ab.

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Wie erfolgt die Kontrolle des Diabetes?

Der Typ-1-Diabetes mellitus ist eine lebenslange Erkrankung mit einem erhöhten Risiko von akuten Komplikationen und Spätfolgen. Die Qualität der Therapie ist ausschlaggebend dafür, ob Komplikationen entstehen. Wird die Therapie vernachlässigt oder kommt es zu einem zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerspiegel, können Komplikationen auftreten. 

Darum müssen sich Diabetiker regelmäßig kontrollieren lassen. Es wird unterschieden zwischen Selbstkontrollen und Kontrollen beim Arzt oder im Krankenhaus.

Selbstkontrolle

Alle Diabetiker mit Typ 1 müssen den Blutzuckerspiegel selbst messen können. Zusammen mit einem Verantwortlichen für die Diabeteskontrolle, z. B. einem Arzt, einer Diabetesassistentin oder anderem medizinischen Personal, müssen die Messtechnik und die Genauigkeit des Blutzuckermessgeräts regelmäßig geprüft werden. Eine Fehlertoleranz von ± 20 % mmol/l ist akzeptabel.

Als Diabetiker sollten Sie ein Diabetestagebuch führen. Die Messung des Blutzuckerspiegels hängt davon ab, wie hoch oder instabil der Blutzuckerwert ist. Normalerweise wird vor den Mahlzeiten und am Abend gemessen. Bei der Verwendung einer Insulinpumpe wird der Blutzuckerspiegel genauso oft gemessen.

Kontrolle beim Arzt 

In der Regel erfolgen diese Kontrollen aller drei Monate, z. B. im Rahmen der DMP-Termine (Disease-Management-Programme). Dies hängt von der individuellen Situation des Diabetikers ab. Es werden unter anderem Blutzucker, Blutdruck und Gewicht kontrolliert sowie die Menge an glykosyliertem Hämoglobin (HbA1c) bestimmt.

Bei der jährlichen Kontrolle wird geprüft, ob es zu Komplikationen gekommen ist. Kontrolliert werden: Blutdruck, Herz, Lunge und die Durchblutung der Füße. Zudem schaut der Arzt, ob Nervenschädigungen in den Füßen aufgetreten sind und untersucht den Urin auf Mikroalbuminurie.

Bei Diabetes Typ 1 sollte ein Augenarzt die Augen alle ein bis zwei Jahre kontrollieren.

Was ist HbA1c?

HbA1c ist die Abkürzung für das Glykohämoglobin A1. Hämoglobin ist ein Sauerstoff transportierendes Eiweiß in den roten Blutkörperchen. An einen kleinen Teil des Hämoglobins ist Glukose gebunden. Dieser Anteil steigt, wenn der Blutzuckerspiegel über Wochen hoch ist. Das Glykohämoglobin A1 ist darum ein guter Indikator für die Regulierung des Blutzuckers über einen Zeitraum von mehreren Wochen.

Therapieziel

Ziel ist eine stabile Einstellung des Blutzuckers, wobei normnahe Einstellungen (HbA1c < 6,5 %) häufig mit einem hohen Risiko für Unterzuckerungen einhergehen und daher meist nicht sinnvoll sind. Unterzuckerungen sind langfristig mit einem mindestens so hohen, wenn nicht höheren Risiko für Gesundheitsschäden behaftet. Eine sehr strenge Zuckereinstellung auf Werte von gesunden Personen sollte daher nur angestrebt werden, wenn gewährleistet werden kann, dass keine oder kaum Unterzuckerungen auftreten.

Folgende Therapieziele dienen als Orientierung, müssen aber immer individuell angepasst werden:

In der Regel bei allen Patienten mit Typ-1-Diabetes, vor allem aber bei Patienten, die jünger als 80 Jahre sind

  • Der Nüchternblutzucker sollte zwischen 90–110 mg/dl (5 und 6 mmol/l) liegen.
  • Der Blutzucker während des Tages sollte 80–180 mg/dl (4,5–10 mmol/l) betragen.
  • Das Ziel für den HbA1c liegt unter 7,5 % (58 mmol/mol).

Bei Patienten mit erwartbar reduzierter Lebenserwartung, insbesondere bei sehr betagten Patienten

  • Der Nüchternblutzucker sollte zwischen 110–160 mg/dl (6 und 9 mmol/l) liegen.
  • Der Blutzucker während des Tages sollte 110–215 mg/dl (6–12 mmol/l) betragen.
  • Dies entspricht einem HbA1c unter 9 % (75 mmol/mol).

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Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg