Ernährungstagebuch – Was und wie viel essen Sie eigentlich?

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Warum ein Ernährungstagebuch?

Ein Ernährungstagebuch kann dann von Nutzen sein, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen darauf achten müssen, was Sie essen. Mit einer Übersicht über Ihre Kost kann Ihr Arzt Ihnen leichter Ratschläge zu Ihrer Ernährung geben. Es kann auch dazu beitragen, Ihr Bewusstsein für Ihre Ernährung zu schärfen.

Die Gründe dafür, auf die Ernährung achten zu müssen, sind z. B. Übergewicht mit dem Wunsch abzunehmen, Diabetes mellitus oder chronische Darmkrankheiten, wegen der Sie nicht alle Nahrungsmittel gut vertragen.

Ein Ernährungstagebuch kann aber auch hilfreich sind, wenn Sie z. B. an Unwohlsein und Bauchschmerzen leiden, aber die Ursache hierfür nicht klar ist. Möglicherweise liegt eine Unverträglichkeit eines bestimmten Nahrungsbestandteils vor, etwa Milchzucker (Laktose) oder der Getreidebestandteil Gluten, oder eine Allergie gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln (Nüsse, Kernobst etc.). Indem Sie einige Wochen lang genau notieren, was Sie essen und trinken und ob Sie anschließend an Beschwerden leiden, können Sie und Ihr Arzt Rückschlüsse darauf ziehen, was der Auslöser sein könnte. Hierfür müssten Sie der folgenden Tabelle noch eine Spalte "Beschwerden: welche und wann nach Nahrungsaufnahme" hinzufügen.

Nahrungsmittel oder Getränke Weitere Informationen

Wie viel?

Was?

Zeitpunkt

Wo?

Allein oder in Gesellschaft?

Aktivität?

Stimmung?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweise für die Anwendung des Ernährungstagebuchs

Was?

Hier tragen Sie ein, was Sie gegessen haben. Seien Sie genau. Vergessen Sie nichts (z. B. Dressing, Salat, Butter usw.).

Wie viel?

Hier tragen Sie die Menge der einzelnen Nahrungsmittel oder Getränke ein. Überschlagen Sie grob, z. B. „eine halbe Tasse“, „drei Scheiben“, „ein Apfel“, „eine Portion“ usw.

Zeitpunkt

Zu welcher Tageszeit haben Sie gegessen? Uhrzeit.

Wo?

Haben Sie im Wohnzimmer, in der Küche, im Büro, im Zug oder vielleicht in einem Restaurant gegessen?

Allein oder in Gesellschaft?

Wenn Sie alleine gegessen haben, tragen Sie dies ein. Wenn Sie in Gesellschaft mit anderen gegessen haben, tragen Sie deren Namen ein.

Aktivität

Haben Sie während des Essens gleichzeitig noch etwas anderes gemacht? Haben Sie sich vielleicht mit Kollegen unterhalten, ferngesehen, eine Arbeit beendet oder die Zeitung gelesen?

Stimmung?

Notieren Sie, wie Sie sich während der Mahlzeit gefühlt haben, z. B. gestresst, deprimiert, fröhlich, traurig usw.

Beschwerden

Beschreiben Sie möglichst genau, ob und welche Beschwerden Sie haben und zu welchem Zeitpunkt nach der Mahlzeit diese aufgetreten sind. Notieren Sie auch Symptome/Beschwerden, von denen Sie meinen, Sie hätten vielleicht gar nicht mit der Ernährung zu tun, um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Einige Regeln für die Anwendung des Ernährungstagebuchs

  • Während der Zeit, in der Sie Tagebuch führen, sollten Sie Ihre Kost nicht umstellen. Essen Sie so wie immer.
  • Schreiben Sie alles auf. Es ist empfehlenswert, dass Sie alles sofort notieren, damit Sie später nichts vergessen.
  • Denken Sie daran, Ihr Ernährungstagebuch zu Ihrem nächsten Arztbesuch mitzubringen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen