Gicht, Puringehalt von Nahrungsmitteln

Purine sind ein wichtiger Bestandteil der Körperzellen. Purine enthalten Stickstoff und sind wichtige Komponenten der Erbinformation in den Zellen (DNS und RNS). Sie werden dem Körper zum Teil von außen durch die Nahrung zugeführt, können aber auch vom Körper selbst produziert werden.

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Purin und Gichtarthritis

Die Körperzellen unterliegen einem kontinuierlichen Erneuerungsprozess. Alte Zellen sterben ab, neue werden gebildet. Wenn Zellen absterben, gelangen Purine aus dem Zellkern ins Blut. Dort werden sie allmählich abgebaut und mithilfe zahlreicher Enzyme zu dem Endprodukt Harnsäure umgewandelt. Diese Säure hat keine wichtige Funktion im Körper; überschüssige Harnsäure wird über die Nieren als Urin ausgeschieden.

Bei Menschen mit Gicht ist der Harnsäuregehalt im Blut zu hoch. Bei über 90 % der Betroffenen ist diese Erkrankung auf die unzureichende Ausscheidung der Substanz über die Nieren zurückzuführen. Die Behandlung zielt darauf ab, die Zufuhr von Nahrungsmitteln mit hohem Puringehalt zu verringern. Gelegentlich kann der Harnsäuregehalt auch medikamentös gesenkt werden.

Nahrungsmittel, die wenig Purin enthalten

  • Getreide und Getreideprodukte, helle Brotsorten, Nudeln, Mehl und Backwaren
  • Milch, Milchprodukte und Eier. Es hat den Anschein, dass Milchprodukte das Risiko für Gicht reduzieren können.
  • Butter, mehrfach ungesättigte Margarine und Öl
  • Früchte, Nüsse und Erdnussbutter
  • Gemüse; einige Gemüsesorten sind jedoch reich an Purin (siehe unten).

Nahrungsmittel, die viel Purin enthalten

  • Alle Sorten Fleisch einschließlich Innereien; Fisch und Schalentiere
  • Fleischbrühe
  • Hefe und Hefeextrakt
  • Bier und andere alkoholhaltige Getränke
  • Bohnen, Erbsen, Linsen, Spinat, Spargel, Blumenkohl und Pilze. Neueren Forschungsergebnissen zufolge scheint das Risiko beim Verzehr von Gemüse und Hülsenfrüchten mit einem hohen Puringehalt geringer zu sein, als man früher glaubte.

Ernährungsempfehlungen bei Gicht

Umstellung der Kost

  • Die Purinzufuhr sollte verringert werden. Dies kann erreicht werden, indem Sie weniger Fleisch und andere Nahrungsmittel mit hohem Puringehalt verzehren (siehe oben).
  • Seien Sie besonders vorsichtig mit Innereien, Anchovis, Sardinen, Krabben und Bohnen. Es wird zu einem verminderten Verzehr bzw. Genuss von Fett und Zucker geraten.
  • Es hat den Anschein, dass zuckerhaltige Fruchtgetränke oder gesüßtes Mineralwasser einen Risikofaktor darstellen und einen Gichtanfall auslösen können.
  • Empfehlenswert ist eine Kost, die reich an Gemüse und fettreduzierten Milchprodukten ist.

Alkoholgenuss

  • Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Gicht, der Genuss von Alkohol sollte daher eingeschränkt werden.
  • Es ist insbesondere Vorsicht geboten bei dem Konsum von Bier und hochprozentigem Alkohol.
  • Wein ist Bier vorzuziehen, jedoch gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass auch Wein einen Gichtanfall auslösen kann.

Übergewicht

  • Personen mit Übergewicht sollten abnehmen. Bei starkem Gewichtsverlust über kurze Zeit steigt jedoch die Harnsäurekonzentration im Körper, wodurch über einen gewissen Zeitraum wiederum ein erhöhtes Risiko für einen Gichtanfall besteht.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Gicht. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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