Sojabohnen

Sojabohnen sind in Asien seit mehreren tausend Jahren Bestandteil der Nahrung. Die positiven Auswirkungen der Sojabohnen sind auch bei Menschen in der westlichen Welt, die Wert auf eine gesunde Ernährung legen, bekannt. Es sind aber auch möglichen Risiken zu beachten.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Sojabohnen gehören botanisch zu den Schmetterlingsblütlern und zählen zu den Hülsenfrüchten. Bohnen sind generell sehr nährstoffreich, dies gilt für Sojabohnen umso mehr. Dies macht sie zu einer bekannten und beliebten Alternative für Menschen, die sich gerne gesund ernähren möchten. Menschen verwenden Sojabohnen seit über 5000 Jahren als Teil ihrer Ernährung, insbesondere in asiatischen Ländern. Im Unterschied zu anderen Bohnen weisen Sojabohnen ein vollständiges Aminosäureprofil auf (Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine; einige davon – die sogenannten essenziellen Aminosäuren – sind für den Menschen lebensnotwendig). Damit wird Soja zu einer wichtigen Eiweißquelle vor allem für Menschen, die keine tierischen Produkte wie Fleisch und Fisch zu sich nehmen. Um den durchschnittlichen Proteinbedarf eines  über 65-Jährigen zu decken, sind etwa 300–350 g Tofu (hingegen nur 150–200 g Fleisch) nötig, falls diese Nahrungsmittel die einzige Eiweißquelle wären (Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2017). Allerdings kann Soja je nach Sorte und Anbau sehr unterschiedliche Proteinmengen enthalten.

Proteinreich

Sojabohnen enthalten durchschnittlich etwa 30 % Kohlenhydrate, 38 % Protein, 18 % Öl (85 % des Öls besteht aus ungesättigten Fettsäuren) und 14 % Flüssigkeit. Sie sind darüber hinaus reich an Ballaststoffen, Kalium, Eisen, Zink, Magnesium, Kalzium, Omega-3-Fettsäuren, Folsäure, Vitamin E, Phosphaten und Vitamin B1 und B6. Sojabohnen haben außerdem einen niedrigen glykämischen Index. Sie finden nicht nur Anwendung in Lebensmittelprodukten, sondern werden auch zu Öl, Sojasauce und Tierfutter verarbeitet. Das Interesse an den nährstoffreichen Bohnen wächst ständig.

Anwendung von komplettem Sojaprotein

Sojamilch und Sojajoghurt finden in der westlichen Welt immer mehr Anhänger, insbesondere bei Menschen, die entweder keine Milch vertragen oder die auf tierische Produkte verzichten wollen. Andere beliebte Produkte sind vegetarische Mahlzeiten, die die Stelle von Fleischgerichten einnehmen, wie beispielsweise Tofu, Tempeh, Sojahack, Sojawürste und Sojaburger. Sojabohnen sind auch als ganze Bohnen in getrockneter Form im Handel erhältlich. Wenn Sie aus diesen Bohnen eine Mahlzeit zubereiten wollen, sollten Sie sich unbedingt an die Herstellerangaben in Bezug auf Einweichen, Kochen und Abspülen halten, um Magenbeschwerden zu vermeiden. Soja wird auch zu Öl oder Mehl (Sojaöl und Sojamehl) verarbeitet. Diese Produkte sind ein häufiger Bestandteil von Lebensmitteln wie Margarine, Fleischprodukten usw.

Als Proteinergänzung gibt es Soja in Form von Pulver oder Proteinriegeln, außerdem sind Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel mit Bestandteilen wie den Sojaisoflavonen Daidzein und Genistein im Handel erhältlich. Diese Produkte enthalten kein vollständiges Sojaprotein und werden kontrovers diskutiert: Isoflavone wirken im Körper als pflanzlichen Östrogene und können damit bei gesunden Frauen und Männern zwar positive Wirkungen haben, bei Menschen mit verschiedenen Krankheiten und vor allem Frauen mit (unerkanntem) Brustkrebs jedoch ein Tumorwachstum sogar fördern. Solche Präparate sind jedoch für gesunde Frauen nach den Wechseljahren laut Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung nicht gesundheitsschädlich, wenn die Dosis nicht zu hoch ist.

Mögliche Gefahren und Risiken

Jahr für Jahr werden mehr als 300 Millionen Tonnen Soja weltweit produziert. Mehr als 90 % hiervon werden zu Tierfutter verarbeitet.

Dank ihres Nährstoffreichtums stellen Sojabohnen einen wichtigen Bestandteil einer gesunden Ernährung dar. Darüber hinaus ist die Produktion von Soja billiger als die Produktion tierischer Lebensmittel. Glaubt man der Food and Agriculture Organization of the United Nations, erwies sich die Einführung von Sojabohnen in armen Ländern wie Malawi als wichtiger Beitrag zur Bekämpfung einseitiger Ernährung und Unterernährung. Zudem trägt das Nahrungsmittel dazu bei, den Zugang zu Nahrungsmitteln im Land sicherzustellen.

Die Produktion hat jedoch auch ihre Schattenseiten. Rund die Hälfte des weltweit geernteten Sojas wird in Südamerika angebaut. Die ausgedehnten Sojaplantagen in Brasilien sind nach Meinung einiger Fachleute eine der größten Gefahren für die Regenwälder in unserer heutigen Zeit, da die Plantagen sich immer tiefer in die grüne Lunge der Erde fressen. Ein Großteil des angebauten Sojas wächst zudem aus genmanipuliertem Saatgut, um es resistent gegen bestimmte Herbizide zu machen. Soja aus kontrolliert biologischem Anbau darf aber natürlich nicht genmanipuliert sein.

Darüber hinaus ist Soja eines der häufigsten Lebensmittelallergene. Wenn Sie allergisch auf Soja reagieren, müssen Sie natürlich alle Lebensmittel meiden, die Soja enthalten. Lesen Sie die Zutatenlisten auf den Lebensmitteln sorgfältig, und beachten sie, dass Soja in verschiedenen Lebensmitteln auch nur in Spuren enthalten sein kann.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen