Hyperaldosteronismus

Aldosteron ist ein Hormon, das in den Nebennieren produziert wird. Dessen wichtigste Funktion ist die Regelung des Salz- und Flüssigkeitshaushalts im Körper.

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Die beiden Nebennieren liegen an der Oberseite jeder Niere und wiegen jeweils ca. 4 g. Die Nebennieren setzen sich aus zwei Teilen zusammen, dem Nebennierenmark und der Nebennierenrinde. Das Nebennierenmark bildet die zentralen 20 % der Drüse und ist verbunden mit dem vegetativen, sympathischen Nervensystem. Es setzt die Hormone Adrenalin und Noradrenalin frei, die den Körper für die Überwindung einer akuten Krise mobilisieren. Die Nebennierenrinde setzt eine völlig andere Gruppe von Hormonen frei, die man Kortikosteroide, adrenokortikale Hormone oder Nebennierenrindenhormone nennt. Aldosteron gehört zu dieser zweiten Gruppe von Hormonen.

Die Nebennieren
Das Hirn mit der Hypophyse

Die Produktion der Kortikosteroide wird vom Hirn (Hypothalamus und Hypophyse) über das Hormon ACTH gesteuert. Bei einem erhöhten Produktionsbedarf an Kortikosteroiden erhöht das Hirn die ACTH-Produktion, was die Nebennieren stimuliert.

Was ist Aldosteron?

Aldosteron ist ein Hormon, das in den Nebennieren produziert wird. Dessen wichtigste Funktion ist die Regelung des Salz- und Flüssigkeitshaushalts im Körper. Dabei regelt das Aldosteron die Ausscheidung von Natrium, Kalium und Wasser in den Nieren. Dies kann auch den Blutdruck beeinflussen. Aldosteron ist demnach ein wichtiges Hormon für die Blutdruckregulierung des Körpers.

Was ist Hyperaldosteronismus?

Bei dieser Erkrankung produziert der Körper zu viel Aldosteron. Infolgedessen erhöht sich der Natriumwert im Blut und der Kaliumwert wird niedriger. Erhöhte Natriumwerte gehen mit einem erhöhten Wassereinstrom in die Blutgefäße einher. Diese Veränderungen bewirken, dass das Flüssigkeitsvolumen im Blutkreislauf ansteigt und damit der Blutdruck steigt. In den letzten Jahren wird der Hyperaldosteronismus als Ursache für Bluthochdruck häufiger diagnostiziert. Dies liegt an verbesserten Diagnosemöglichkeiten und nicht an einer Zunahme der Erkrankung. 

Ursache

Die Ursachen unterscheiden sich in eine primäre und eine sekundäre. Die primäre Ursache ist eine gestörte Funktion der Nebennieren. In einigen Fällen liegt ein hormonbildender, gutartiger Tumor der Nebennieren (Adenom) vor, dann spricht man vom Conn-Syndrom. In anderen Fällen wächst die Nebennierenrinde zu stark an (Hyperplasie). Sekundäre Ursache bedeutet, dass der Grund der Überproduktion nicht von den Nebennieren, sondern von einer anderen Stelle im Körper ausgeht. Beispiele dafür sind Leberversagen, eine herabgesetzte Nierenfunktion, Herzinsuffizienz oder die Folgen einer Diuretikatherapie („Wassertabletten“). 

Diagnostik

Anzeichen wie Bluthochdruck, geringe Kaliumkonzentration im Blut und Symptome wie Muskelschwäche, häufiges Wasserlassen, Durst, Müdigkeit und Kopfschmerzen, können den Verdacht auf einen Hyperaldosteronismus lenken. In vielen Fällen liegen jedoch keine oder nur geringe Symptome vor.

Mit einem Screeningtest wird die Konzentration an Aldosteron und auch das Hormon Renin im Blut gemessen. Bei einem Ergebnis, das eine zu hohe Aldosteronproduktion im Blut vermuten lässt, müssen verschieden Bestätigungstests durchgeführt werden, hierzu kann Ihr Hausarzt Sie an einen Facharzt für Endokrinologe überweisen. Weiterhin werden Bilduntersuchungen, z.B. mit Sonographie oder MRT durchgeführt. 

Behandlung

Die Behandlung ist abhängig von der Ursache. Wenn die Aldosteronproduktion sekundär erhöht ist, muss man die ursächliche Erkrankung (an Leber, Niere, Herz) behandeln. Wenn die erhöhte Hormonproduktion direkt aus der Nebennierenrinde resultiert, ist die Behandlung abhängig davon, ob ein gutartiges Adenom (Conn-Syndrom) oder eine Hyperplasie vorliegt. Adenome werden vorzugsweise chirurgisch entfernt. Eine Hormonüberproduktion aufgrund einer Hyperplasie wird mit Medikamenten (Aldosteronhemmern) behandelt. 

Spironolacton ist die Standardsubstanz in der medikamentösen Behandlung. Sie hat einen der Wirkung des Aldosterons entgegengesetzten Effekt auf den Salz- und Wasserhaushalt. In einigen Fällen ist es aber auch ausreichend sein, ACE-Hemmer (Blutdrucksenker) oder kaliumsparende, entwässernde Tabletten (Diurektika) einzusetzen. 

Eine medikamentöse Behandlung kann auch beim Conn-Syndrom mit Vorliegen eines Adenoms erwogen werden, um die Zeit bis zu einer OP zu überbrücken oder auch als Alternative zur OP, falls diese nicht infrage kommt. Dies muss immer individuell entschieden werden. 

Prognose

Die Prognose ist gut. Bei zwei Drittel der Patienten kann der Blutdruck gesenkt werden. Nebennierenrindenadenome sind in > 98 % gutartig.

Weitere Informationen

Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hyperaldosteronismus. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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