Myxödemkoma

Beim Myxödemkoma handelt es sich um eine seltene, lebensbedrohliche Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die mit Bewusseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit, einer niedrigen Körpertemperatur und niedrigem Pulsschlag einhergehen kann.

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Was ist ein Myxödemkoma?

Schilddrüse
Schilddrüse

Beim Myxödemkoma handelt es sich um eine seltene, lebensbedrohliche Verlaufsform der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die mit Bewusstlosigkeit, einer niedrigen Körpertemperatur und weiteren Symptomen einhergeht. Das Myxödemkoma wird in der Regel durch eine akute, durch Stressfaktoren (z.B. Infektion, Operation, Unterkühlung) ausgelöste Verschlechterung einer undiagnostizierten oder unbehandelten Hypothyreose hervorgerufen. Es handelt sich um einen akutmedizinischen Notfall mit hoher Sterblichkeit. Entscheidend für das Überleben des Patienten sind eine frühzeitige Diagnose und sofortiger Therapiestart.

Ein Myxödemkoma tritt heutzutage nur noch sehr selten auf. Ältere Menschen, vor allem Frauen, mit langfristig undiagnostizierter oder unbehandelter Hypothyreose sind am häufigsten betroffen.

Ursachen

Das Myxödemkoma wird überwiegend durch die üblichen verursachenden Faktoren einer Hypothyreose hervorgerufen und tritt vor allem im Zusammenhang mit chronischen autoimmunen Entzündungsprozessen in der Schilddrüse (Thyreoiditis) auf. Infolge der Schilddrüsenunterfunktion kann es zu Funktionsstörungen in mehreren Organsystemen und einer Verringerung der Aktivität bei diversen Stoffwechselprozessen im Körper kommen. Bei einer schweren Hypothyreose kann dies lebensbedrohlich sein.

Heutzutage wird eine Schilddrüsenunterfunktion in der Regel so früh diagnostiziert, dass kein Risiko für das Eintreten eines Myxödemkomas besteht. Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen beugt der Entstehung vor. Zuweilen geschieht es allerdings, dass die Diagnose übersehen oder eine Behandlung als überflüssig erachtet wird; in diesen Fällen ist das Risiko eines Myxödemkomas hoch.

Als Auslöser gelten Situationen, in denen Patienten mit hoher Schilddrüsenunterfunktion akutem Stress ausgesetzt sind. Dabei kann es sich um Infektionen, Operationen, Opiatanwendung, Verletzungen, Herzinsuffizienz, Magen- oder Darmblutungen, Schlaganfall, Unterkühlung oder um eine Behandlung mit Psychopharmaka handeln.

Diagnostik

Mitunter fällt das Krankheitsbild so typisch aus, dass die Diagnose einfach zu stellen ist. In manchen Fällen muss die Diagnose allerdings zusätzlich über die Bestimmung der Blutwerte der Stoffwechselhormone (TSH und freies T4) gesichert werden.

Leitsymptome des Myxödemkomas sind Bewusstlosigkeit und eine niedrige Körpertemperatur. Andere typische Symptome und Beschwerdebilder sind solche, die auch normalerweise bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten, dazu zählen ein niedriger Blutdruck, ein verlangsamter Puls, eine beschleunigte Atmung, ein niedriger Natriumspiegel im Blut sowie ein niedriger Blutzucker. Darüber hinaus kann es zu Krampfanfällen kommen.

Oftmals liegt eine Infektion oder eine andere akute Erkrankung vor, die das Myxödemkoma ausgelöst hat.

Therapie

Die Behandlung eines Myxödemkomas sollte so schnell wie möglich eingeleitet werden. Dabei gilt der Verdacht als hinreichender Grund für eine Therapie. Am wichtigsten ist es, dem Patienten schnellstmöglich Schilddrüsenhormone zuzuführen, um den Hormonspiegel im Blut zügig anzuheben. Eine derartige Behandlung ist allerdings nicht ganz ungefährlich, da sie auch einen Herzinfarkt auslösen und zu Vorhofflimmern führen kann. Wird das hormonelle Gleichgewicht im Körper nicht schnell genug wiederhergestellt, besteht allerdings ein hohes Risiko, dass das Myxödemkoma tödlich endet.

Die Schilddrüsenhormone werden direkt ins Blut verabreicht. Der Patient wird auf der Intensivstation eines Krankenhauses unter Beobachtung gestellt, wo Herz- und Atemfunktion sowie Blutdruck und Temperatur überwacht werden. Eventuell vorliegende Infektionen werden mit Antibiotika behandelt und es erfolgt eine intravenöse Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr.

Prognose

Die Sterberate liegt bei älteren Patienten um die 30–40 %, wobei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen am meisten gefährdet sind.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Günter Ollenschläger, Professor für Innere Medizin, Uniklinikum Köln
  • Klaus Reinhardt, stellvertr. Chefredakteur Deximed, Freiburg (Br)

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Myxödemkoma. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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