Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Bei einer Hypothyreose produziert die Schilddrüse (Thyreoidea) zu wenige Hormone, dies kann u.a. zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Veränderungen der Haare und Empfindlichkeit gegenüber kühlen Temperaturen führen.

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Grundlegende Informationen

  • Bei einer Hypothyreose produziert die Schilddrüse (Thyreoidea) zu wenige Hormone, dies führt zu einer Abnahme der Stoffwechselaktivität.
  • Die Frühsymptome können sehr vage ausfallen, wie beispielsweise Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Kälteempfindlichkeit. Später können diverse andere Symptome wie Depression, dünnes, trockenes Haar, Stimmveränderungen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen vorkommen.
  • Anhand einer Blutuntersuchung, bei der die Werte zweier Hormone bestimmt werden, kann der Arzt beurteilen, ob eine Hypothyreose vorliegt oder nicht.
  • Die Hypothyreose wird mit dem Hormon Thyroxin behandelt.
  • Bei entsprechender Behandlung ist die Prognose gut. Da es sich in der Regel um einen chronischen Zustand handelt, muss die Behandlung meist lebenslang erfolgen.

Was ist eine Hypothyreose?

Schilddrüse
Die Abbildung zeigt die Lage der Schilddrüse: direkt unter der Haut auf der Vorderseite des Halses, vor der Luftröhre.

Bei einer Hypothyreose produziert die Schilddrüse (Thyreoidea) zu wenige Hormone, dies führt zu einer Abnahme der Stoffwechselaktivität.

Die Frühsymptome können sehr vage ausfallen, wie beispielsweise Müdigkeit, depressive Verstimmungen und Kälteempfindlichkeit. Im weiteren Krankheitsverlauf werden die Symptome immer deutlicher.

Nach einiger Zeit können verschiedene Symptome auftreten, z. B.:

  • Depression
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • trockene und kühle Haut, sprödes Haar
  • dünne, spröde Nägel
  • Stimmveränderungen wie Heiserkeit
  • Appetitlosigkeit, Verstopfung
  • unregelmäßige und starke Menstruationsblutungen bei Frauen.

Rund 0,25–1 % der Bevölkerung in Deutschland leidet an einer Hypothyreose. Frauen sind 5-mal häufiger betroffen als Männer, auch mit dem Alter steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit.

Eine sehr seltene, aber gefährliche Variante der Schilddrüsenunterfunktion ist die angeborene Hypothyreose, die bei rund 1 von 4000 Neugeborenen vorkommt. Sie wird auch als Kretinismus bezeichnet und beruht entweder auf einer unzureichenden Jodzufuhr während der Schwangerschaft oder auf einem Schilddrüsendefekt. Jodmangel ist heutzutage eher ungewöhnlich, kommt aber in einigen Ländern immer noch vor, auch in einigen Regionen in Deutschland.

Ursache

Normalerweise beruht eine Hypothyreose auf einer Unterfunktion der Schilddrüse (Thyreoidea). Ursache ist eine Fehlfunktion oder Zerstörung von Schilddrüsengewebe, was zu einer verminderten Hormonproduktion führt. Zu den Erkrankungen, welche die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen können, gehören die Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) und die Ausbildung einer Struma, aber auch eine vorangegangene Operation zur Verkleinerung der Schilddrüse oder deren Entfernung wegen Schilddrüsenkrebs kann eine Unterfunktion bewirken. Weitere potenzielle Ursachen sind die Behandlung mit bestimmten Medikamenten, eine Strahlentherapie im Halsbereich sowie die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Auch Jodmangel kann zu einer verminderten Produktion von Schilddrüsenhormonen führen, da Jod Hauptbestandteil dieser Hormone ist. Auch in Deutschland gehören einige Regionen zu Jodmangelgebieten. Auf der anderen Seite kann sich aber auch durch eine deutlich zu hohe Jodzufuhr (z.B. mit Nahrungsergänzungsmitteln) als Reaktion eine Unterfunktion der Schilddrüse entwickeln.

Selten kann eine Hypothyreose auch auf einer Fehlfunktion der Hypophyse beruhen, da in dieser Drüse im Gehirn u.a. ein Hormon gebildet wird, das die Produktion der Schilddrüsenhormone anregt. Der Defekt kann auch in einer noch höher liegenden Schaltzentrale der Hormonregulierung im Gehirn liegen, dem Hypothalamus.

Bei bestimmten Erkrankungen ist das Risiko einer Hypothyreose erhöht. Dies gilt für das Down-Syndrom sowie für sogenannte Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus, Gelenkrheumatismus und Zöliakie.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann auch im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft auftreten. Eine etwa vier bis acht Monate nach der Entbindung auftretende Hypothyreose ist bei Frauen ebenfalls nicht ungewöhnlich. Meist handelt es sich dabei um eine vorübergehende Erkrankung, manchmal kann aber eine Behandlung notwendig sein.

Diagnostik

Häufig erfolgt die Verdachtsdiagnose anhand der vorhandenen Symptome. Bei der ärztlichen Untersuchung kann der Arzt Befunde erheben, die den Verdacht erhärten. Häufig handelt es sich dabei um Symptome wie trockene und kühle Haut, trockenes und sprödes Haar (die äußeren Enden der Augenbrauen verschwinden), spröde und dünne Nägel, Schwellungen rund um die Augen, ein verlangsamter Herzrhythmus und verlangsamte Reflexe sowie ein insgesamt eher träges Bewegungsmuster. Es kann eine Vielzahl weiterer Beschwerden hinzukommen, wie Gelenk- und Muskelschmerzen, depressive Stimmung, Gedächtnisstörungen, Schwindel, Missempfindungen, Verstopfung und andere, sodass der Arzt meist viele andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen abgrenzen muss.

Bei der Hälfte der Patienten liegt überdies eine Struma vor. Die Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse, welche von außen sichtbar ist oder sich ertasten lässt. Im Frühstadium der Erkrankung variieren die Befunde und treten nicht deutlich hervor.

Auch wenn anfangs nur vage Symptome vorliegen, können sie den Verdacht des Arztes auf das Vorliegen einer Hypothyreose erhärten. Die Diagnosesicherung erfolgt über eine Blutuntersuchung, bei der die Werte des Hypophysenhormons TSH und des Schilddrüsenhormons Thyroxin bestimmt werden. Bei einer Hypothyreose ist üblicherweise der TSH-Wert erhöht, während der Thyroxin-Wert unter der Norm liegt. Der Arzt untersucht auch die Schilddrüse und führt Bluttests durch, um den Wert bestimmter, potenziell vorhandener Antikörper gegen die Schilddrüse zu bestimmen, da auch einige Autoimmunkrankheiten der Schilddrüse zu einer Unterfunktion führen können. Liegen Symptome der Herzfunktion vor, wird der Arzt auch ein EKG durchführen. Entsprechendes gilt für andere organbezogene Beschwerden.

Die sogenannte subklinische Hypothyreose ist eine Diagnose, die lediglich auf Blutwerten beruht. Hier ist der TSH-Wert geringfügig erhöht (zwischen 2,5 und 4 mU/l), das Thyroxin etwas erniedrigt, sichere Symptome oder Anzeichen einer Hypothyreose finden sich allerdings nicht. Es handelt sich um eine Störung, die langfristig in eine Hypothyreose übergehen kann, allerdings an sich noch nicht als krankhaft betrachtet wird.

Therapie

Das Behandlungsziel besteht in der Normalisierung der Stoffwechselaktivität, wodurch die Symptome gelindert und potenzielle Komplikationen infolge der Erkrankung verhindert werden können. Die Therapie besteht in der regelmäßigen Verabreichung von Thyroxin in Tablettenform zur Kompensation des entsprechenden Hormonmangels im Körper. Je nach Alter, der Ursache für die Hypothyreose und anderen vorliegenden Krankheiten des Patienten sind unterschiedliche Dosierungen des Thyroxins erforderlich, die regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden. 

Kontrolluntersuchungen

Patienten sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, um zu berichten, wie sie die Behandlung vertragen, und um die Entwicklung der Hormonwerte überprüfen zu lassen. Eine gut behandelte Hypothyreose bedeutet meist keine Einschränkung für die Patienten; ohne Behandlung kann es jedoch neben den genannten Beschwerden auch zu z. T. schweren Komplikationen kommen (Myxödemkoma).

Besonders häufige Kontrolluntersuchungen und eine genau angepasste Hormontherapie sind bei schwangeren Frauen mit Hypothyreose wichtig, um eine gesunde Entwicklung des Kindes zu gewährleisten.

Weitere Informationen

Gesundheitsinformation.de

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Medizinjournalistin, Bremen 

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hypothyreose. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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