Akute Gelenkverletzung, Verstauchung

Die sogenannte PECH-Regel umfasst die Behandlungsmaßnahmen, die bei Muskel- und Gelenkverletzungen zu ergreifen sind, um den Schaden zu begrenzen.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Diagnostik

  • Verstauchung (Distorsion)
    • Eine Verstauchung (Distorsion) entsteht durch die Überdehnung eines oder mehrerer Bänder des betroffenen Gelenks.
    • Die Gelenkbänder können überdehnt (Zerrung), angerissen oder komplett durchtrennt sein.
    • Bei einer Gelenkverletzung kommt es in der Regel zu einer schnellen und starken Schwellung, die sehr schmerzhaft sein kann. Häufig gibt der Beschwerdegrad Aufschluss darüber, wie schwer die Verletzung ist.
    • Bei Gelenkverletzungen nehmen die Schmerzen innerhalb der ersten 48 Stunden oftmals zu und bessern sich dann von Tag zu Tag.
    • Eine leichte Gelenkverletzung können Sie normalerweise selbst behandeln.
  • Die weiter unten angeführten Behandlungsratschläge gelten für folgende Verletzungen:
    • Bänderdehnung im Fußgelenk, z. B. durch Einknicken
    • Bänderdehnung im Knie, z. B. durch Verdrehung (Kreuzbandzerrung)
    • Verstauchung des Handgelenks, z. B. wenn man einen Fall abzufangen versucht
    • Verstauchung eines Fingergelenks, z. B. beim Annehmen des Balls im Ballsport

Behandlung

Unterbrechen Sie die aktuelle Tätigkeit und folgen Sie den PECH-Regeln:

  • P – Pause
    • Das verletzte Gelenk sollte ruhiggestellt und entlastet werden.
    • Die ersten Tage nach der Verletzung sollten Sie den betroffenen Körperteil schonen, indem Sie z. B. Gehhilfen wie Krücken nutzen.
  • E – Eis
    • Das verletzte Gelenk sollte gekühlt werden. Eis oder Kältepackungen sollten niemals auf die nackte Haut gelegt, sondern stets zuvor in ein Handtuch eingewickelt werden. Ist kein Eis zur Hand, kann auch ein in kaltes Wasser getränktes Handtuch zum Kühlen genutzt werden.
    • Kühlen Sie die betroffene Stelle in den ersten 48 Stunden alle 3 bis 4 Stunden für jeweils 20 Minuten.
  • C – Compression
    • Legen Sie mithilfe eines elastischen Verbands o. ä. einen Kompressionsverband an.
  • H – Hochlagern
    • Das verletzte Gelenk sollte erhöht gelagert werden, sodass es sich oberhalb des restlichen Körperniveaus befindet.

Medikamente

  • Entzündungshemmende Medikamente
    • Wenn möglich, nehmen Sie entzündungshemmende Medikamente ein. Diese dämpfen die Entzündungsreaktion und können dadurch eine schnellere Heilung bewirken.
    • Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, sofern Sie entsprechende Medikamente erstmalig einnehmen.
    • Entzündungshemmende Medikament sind sowohl rezeptfrei als auch verschreibungspflichtig erhältlich.

In folgenden Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • starke Schwellung
  • sehr starke Schmerzen
  • Taubheitsgefühl in der Haut
  • Verdacht auf einen Knochenbruch
  • Schmerzen, die sich im Verlauf einer Woche nicht geben.

Illustrationen

Knie, Kreuzband
Knie, Meniskus
Menisken, Übersicht
Bänder des Sprunggelenks, Hinteransicht
Bänder des Sprunggelenks, Innenansicht
Bänder des Sprunggelenks, Außenansicht

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln