Erste Hilfe bei eingeklemmten Verletzten

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Situation

  • Infolge eines Verkehrsunfalls kann es passieren, dass Personen im Auto eingeklemmt werden. Auch bei Unfällen mit um- oder herabfallenden Gegenständen kann es zu Verletzungen durch Einklemmen kommen.
  • Es kann zu Knochenbrüchen und inneren oder äußeren Blutungen kommen.
  • Ist der Verletzte über einen längeren Zeitraum eingeklemmt, drohen Gewebeschäden. Das Muskelgewebe ist hierbei besonders gefährdet. Bei Druckentlastung kann der Verletzte einen Schock erleiden.
  • Anhaltende Quetschungen können dazu führen, dass sich in dem abgeklemmten Gewebe Giftstoffe ansammeln. Fließt das Blut wieder ungehindert, treten die Giftstoffe in den Blutkreislauf über und können im schlimmsten Fall zu einer Schädigung der Nieren führen.

Verletzte, die weniger als 15 Minuten eingeklemmt waren

  1. Entfernen Sie das Objekt, unter dem der Verletzte eingeklemmt ist.
  2. Behandeln Sie die Verletzungen.
    • Offene Wunden sollten mit einer sterilen Wundauflage und einem Druckverband versehen werden, um mögliche Blutungen unter Kontrolle zu bekommen.
    • Stellen Sie eventuell vorhandene Knochenbrüche ruhig.
    • Kommt es zum Schockzustand, behandeln Sie auch diesen.
    • Alarmieren Sie den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112.
  3. Überwachen Sie den Zustand des Verletzten.
    • Kontrollieren Sie bis zum Eintreffen des Rettungspersonals in regelmäßigen Abständen die Vitalfunktionen des Verletzten – Bewusstsein, Puls, Atmung.

Verletzte, die länger als 15 Minuten eingeklemmt waren

  • Wenn möglich, befreien Sie den Verletzten.
  • Denken Sie daran, dass er einen Schock erleiden kann.
  • Reden Sie beruhigend und tröstend auf die verletzte Person ein.
  • Kontrollieren Sie bis zum Eintreffen des Rettungspersonals in regelmäßigen Abständen die Vitalfunktionen des Verletzten – Bewusstsein, Puls, Atmung.

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln