Überwachung der Vitalfunktionen am Unfallort

So überprüfen Sie Puls, Atmung und das Bewusstsein eines Patienten, während Sie auf den Krankenwagen warten.

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Obwohl idealerweise Puls, Atmung und Bewusstseinszustand überwacht werden sollten, kann gerade die Pulsmessung für jemand Unerfahrenes schwierig sein. In dem Falle ist es empfehlenswert, dies auszulassen. Konzentrieren Sie sich auf die Kontrolle der Atmung und des Bewusstseinszustands.

Situation

  • Während Sie auf den Krankenwagen warten, ist es wichtig, die Atemfunktion, den Puls und das Bewusstsein des Verletzten zu kontrollieren.
  • Anhand dieser Vitalfunktionen können Sie beurteilen, ob sein Zustand stabil ist, sich verschlechtert oder verbessert, oder ob ein spezifisches Problem vorliegt.
  • Auch kann es erforderlich sein, seine Körpertemperatur zu überprüfen.
  • Sofern möglich, notieren Sie Ihre Ergebnisse sowie die Zeitabstände zwischen den einzelnen Messungen und geben diese Informationen den Sanitätern oder dem Arzt.

Kontrollieren der Atmung

  • Die normale Anzahl der Atemzüge pro Minute beträgt bei Erwachsenen 12–16 und bei Kleinkindern 20–30.
  • Hören Sie auf die Atmung des Verletzten, beobachten Sie, wie sich seine Brust hebt und senkt, und zählen Sie die Anzahl der Atemzüge während einer Minute.
  • Bei Kleinkindern können Sie Ihre Hand auf deren Brustkorb legen und die Atmung fühlen.
  • Achten Sie auf Anzeichen von Atembeschwerden und ungewöhnliche Geräusche.
  • Notieren Sie die folgenden Angaben:
    • Schnelligkeit – die Anzahl der Atemzüge pro Minute
    • Tiefe – tiefe oder oberflächliche Atmung
    • Qualität – leichte, schwierige oder schmerzhafte Atmung
    • Geräusche – ruhige oder erschwerte Atmung

Messen des Pulses

  • Dies ist, wie bereits erwähnt, nicht immer einfach. Eine Pulsmessung unter solchen Umständen erfordert oft Übung und Erfahrung. Seinen eigenen Puls kann man leicht fühlen, bei anderen ist es schwierig – besonders dann, wenn der Verletzte unterkühlt ist oder einen schwachen Puls hat.
  • Der Normalpuls eines Erwachsenen beträgt 60–80 Schläge pro Minute. Durchtrainierte junge Erwachsene haben einen langsameren Puls, Kinder einen viel schnelleren – bis zu 140 Schläge pro Minute.
  • Messen Sie den Puls bei einer verletzten Person am Hals (Karotis) oder am Handgelenk (Radialis).
  • Bei Säuglingen ist es am einfachsten, den Puls am Oberarm zu finden (Brachialis).
  • Um den Puls einer verletzten Person zu messen, benutzen Sie Ihre Finger, aber nicht den Daumen, da dieser einen eigenen Puls hat. Drücken Sie die Haut leicht nach unten, bis Sie die Schläge fühlen können.
  • Notieren Sie die folgenden Angaben:
    • Schnelligkeit ​​– die Anzahl der Schläge pro Minute
    • Intensität – starker oder schwacher Puls
    • Rhythmus – regelmäßiger oder unregelmäßiger Puls

Kontrollieren des Bewusstseinszustands

  • Prüfen Sie das Bewusstsein des Verletzten und kontrollieren Sie es in regelmäßigen Abständen, um zu sehen, ob sich sein Zustand verbessert oder verschlechtert.
  • Ist wach und reagiert normal – Patient ist bei vollem Bewusstsein.
  • Reagiert auf Ansprechen – reagiert auf Ihre Stimme, antwortet auf einfache Fragen, folgt einfachen Anweisungen.
  • Reagiert auf Schmerz.
  • Reagiert auf keine Art von Kontakt – Patient ist bewusstlos. Beginnen Sie, eine Wiederbelebung durchzuführen (Kinder/Erwachsene).

Messen der Temperatur

  • Die normale Körpertemperatur liegt bei etwa 37 °C.
  • Eine erhöhte Temperatur wird in der Regel durch eine Infektion verursacht, während eine niedrigere Temperatur (Hypothermie) vorliegt, wenn die Person Kälte und/oder nasser Witterung ausgesetzt war.
  • Für eine genaue Temperaturmessung benötigen Sie ein Thermometer.

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Trauma, Behandlung am Unfallort. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutscher Rat für Wiederbelebung - German Resuscitation Council. Reanimation 2015 - Leitlinien kompakt. Ulm, GRC 2015 www.grc-org.de
  2. Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Frankfurt/M. Medizinische HAndlungsanweisung Schweres Trauma im Rettungsdienstbereich Ffm. Frankfurt M, 2010. Zugriff Oktober 2015 www.feuerwehr-frankfurt.de
  3. Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärzte (AGNN). Therapieempfehlung für die Notfallmedizin. Lübeck, AGNN 2015 www.agnn.de
  4. Ellinger K, Osswald PM, Stange K. Fachkundenachweis Rettungsdienst: Begleitbuch zum bundeseinheitlichen Kursus, 2. Auflage. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag, 2913. books.google.de
  5. Schweizerischer Samariterbund. Erste-Hilfe-Wissen. Thema Bodycheck am Verletzten. Stand 2015 www.samariter.ch
  6. Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie. Polytrauma / Schwerverletzten-Behandlung. AWMF-Leitlinie Nr. 012-019, Stand 2016 www.awmf.org