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Bewusstlosigkeit, Erste Hilfe

Ist die Blutzufuhr zum Hirn plötzlich unzureichend, so kommt es zur Bewusstlosigkeit

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Bewusstlosigkeit – was ist das?

  • Normalerweise dauert eine Bewusstlosigkeit nicht lange an.
  • In den meisten Fällen ist sie harmlos, oft lässt sich eine natürliche Erklärung finden.
  • Bewusstlosigkeit kann völlig ohne medizinische Bedeutung sein, sie kann aber auch infolge eines ernsten Zustands auftreten.
  • Daher sollte Bewusstlosigkeit stets so lange als akutmedizinischer Notfall betrachtet werden, bis die Symptome sich gegeben haben oder die Ursache bekannt ist.

Empfehlungen für Patienten

  • Wenn Sie merken, dass Sie dabei sind, das Bewusstsein zu verlieren:
    • Legen oder setzen Sie sich hin.
    • Legen Sie den Kopf zwischen die Knie.
    • Versuchen Sie, die Hände gegeneinander zu pressen, oder schlagen Sie ein Bein über das andere und pressen beide Beine aneinander.
  • Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie häufiger unter Bewusstlosigkeit leiden.

Typische Symptome und Beschwerden

  • Schwächegefühl, Mattigkeit, Benommenheit, häufig auch Übelkeit
  • sehr blasse Haut
  • langsamer Puls
  • Bewusstseinsverlust

Erste Hilfe

Wenn jemand anderes das Bewusstsein verliert:

  • Vergewissern Sie sich, dass die Atemwege frei sind. Es kann passieren, dass der Bewusstlose sich erbricht.
  • Falls der Betroffene möglicherweise eine Verletzung der Wirbelsäule erlitten hat, bewegen Sie ihn nicht, wenn er selbstständig atmet.
  • Falls die Atemwege nicht frei sind, z. B. wenn Sie Erbrochenes im Mund sehen, versuchen Sie, den Betroffenen in die stabile Seitenlage zu bringen, damit Erbrochenes oder Speichel abfließen kann. Stabilisieren Sie dabei möglichst die Halswirbelsäule, wenn Sie den Betroffenen drehen.
  • Halten Sie Ihr Ohr dicht an den Mund des Betroffenen, um zu hören, ob er atmet. Liegt ein Atemstillstand vor, besteht Lebensgefahr. Beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (Kinder/Erwachsene). Alarmieren Sie den Notruf unter der Nummer 112.
  • Atmet der Betroffene frei, können Sie die Blutzufuhr zum Gehirn wieder verbessern, indem Sie seine Beine höher als den Kopf legen. Öffnen Sie Gürtel, Hemdkragen oder andere Kleidungsstücke, die das Atmen erschweren können. Der Betroffene sollte bald wieder zu sich kommen. Erlangt er innerhalb von ein bis zwei Minuten nicht das Bewusstsein wieder, alarmieren Sie den Notruf unter der Nummer 112.
  • Hört der Patient auf zu atmen, beginnen Sie mit Maßnahmen der Wiederbelebung (Erwachsener, Kind) und rufen Sie den Notarzt.

Weitere Verletzungen

  • Falls der Betroffene infolge der Bewusstlosigkeit gefallen ist oder sich anderweitig verletzt hat, sollten die Verletzungen entsprechend versorgt werden. Stillen Sie Blutungen, indem Sie auf die blutende Wunde Druck ausüben.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen