Gehirnerschütterung, Erste Hilfe

Die Gehirnerschütterung ist eine leichte Form des Schädel-Hirn-Traumas. Sie entsteht meist durch äußere Gewalteinwirkung wie einen Unfall oder einen Schlag direkt auf den Kopf. Aber auch infolge indirekter Gewalteinwirkung kann es zu einer Gehirnerschütterung kommen, so z. B. durch einen schweren Aufprall auf die Füße.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Hintergrund

  • Bei einer Gehirnerschütterung ist der Verletzte benommen und verwirrt, möglicherweise auch bewusstlos und hat Erinnerungslücken; oftmals hält dieser Zustand aber nur wenige Minuten an.
  • Eine Gehirnerschütterung hinterlässt normalerweise keine bleibenden Schäden.
  • Da auch scheinbar leichte Schädelverletzungen Schäden an der Halswirbelsäule mit sich bringen können, ist es stets empfehlenswert, nach einem Unfall, Sturz, Aufprall auf den Kopf einen Arzt zu konsultieren.
  • Ist der Betroffene nach dem Ereignis bewusstlos gewesen, ist es in jedem Fall empfehlenswert, ihn ärztlich untersuchen zu lassen (dies gilt v. a. für Kinder).
  • Klagt der Verletzte zunächst nicht, aber einige Stunden später über Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, verschwommenes Sehen oder andere Beschwerden, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Typische Symptome und Beschwerden

  • Kopfverletzung (in der Regel keine offene Wunde, aber evtl. eine Beule)
  • Vorübergehende Benommenheit und Verwirrung, Bewusstlosigkeit mit einer Dauer von in der Regel <5 Minuten (maximal 15 Minuten, was aber meist einer schweren Gehirnerschütterung oder einer noch schwereren Kopfverletzung entspricht
  • Schwindel
  • Brechreiz, Erbrechen
  • kurzzeitiger Erinnerungsverlust
  • Kopfschmerzen

Erste Hilfe

  1. Fordern Sie den Verletzten auf, sich hinzusetzen oder hinzulegen.
  2. Überprüfen Sie seinen Bewusstseinszustand:
    • Ist der Betroffene wach und zeigt normale Reaktionen? In diesem Fall ist er bei vollem Bewusstsein.
    • Reagiert er auf Ihre Stimme, antwortet auf einfache Fragen und kann einfache Aufgaben ausführen?
    • Reagiert er auf Schmerzen?
    • Wenn der Verletzte überhaupt nicht reagiert, ist er bewusstlos. Bereiten Sie sich darauf vor, ggf. mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen (Kinder/Erwachsene).
  3. Versorgen Sie Sie eventuelle weitere Verletzungen (z. B. blutende Wunden abdecken).
  4. Falls der Verletzte innerhalb weniger Minuten nicht wieder ganz zu sich kommt:
    • Dies kann bedeuten, dass sich sein Zustand verschlimmert.
    • Möglicherweise liegen andere schwere Verletzungen vor.
    • Alarmieren Sie den Notruf unter der Nummer 112.
  5. Bleiben Sie bei dem Verletzten.
    • Kommt der Verletzte zu sich, sorgen Sie dafür, dass er für ein paar Stunden von einer zuverlässigen Person betreut wird (Ratschläge bei Gehirnerschütterung).
    • Tritt die Gehirnerschütterung im Rahmen sportlicher Aktivität auf, sollte der Verletzte diese sofort unterbrechen. Lassen Sie sich von einen Arzt beraten, wie lange der Betroffene pausieren sollte, ehe er wieder sportlich aktiv sein darf.
  6. Suchen Sie ggf. einen Arzt auf.
    • Empfehlen Sie dem Verletzten, sich in ärztliche Behandlung zu begeben, falls er infolge des Vorfalls an anhaltenden Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen oder ungewöhnlich starker Müdigkeit leiden sollte.

Gehirnerschütterung beim Sport

  • Ein Sportler, bei dem der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung besteht, sollte umgehend aus dem Spiel genommen werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden.
  • Er sollte erst dann wieder ins Spiel zurückkehren, wenn er gründlich von einem Experten untersucht worden ist, der Erfahrung damit hat, wie eine Gehirnerschütterung zu diagnostizieren ist.
  • Jüngere Sportler sollten besonders sorgfältig behandelt werden: Sie sollten längere Zeit pausieren, ehe sie die sportliche Aktivität wieder aufnehmen. Junge Sportler brauchen nachweislich länger, um sich von einer Gehirnerschütterung zu erholen.
  • Wer kürzlich eine Gehirnerschütterung erlitten hat, trägt ein erhöhtes Risiko, dass es zu einem weiteren Schädel-Hirn-Trauma mit evtl. gravierenderen Konsequenzen kommt. In den ersten etwa 10 Tagen nach einer Gehirnerschütterung ist dieses Risiko am höchsten.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen