Akute und schwerwiegende allergische Reaktion (Anaphylaxie)

Eine anaphylaktische Reaktion ist eine schwerwiegende, plötzliche Reaktion auf einen Auslöser, meist eine allergieauslösende Substanz. Im Rahmen der Anaphylaxie kann es zu einem Kreislaufschock und zu lebensbedrohlichen Atembeschwerden kommen. Durch eine schnelle Behandlung kann die anaphylaktische Reaktion eingedämmt werden, weshalb es wichtig ist, für den Notfall gerüstet zu sein und zu wissen, welche Maßnahmen ergriffen werden können. Ggf. ist es sinnvoll, bei einer bekannten Anaphylaxie ein Notfallset mit sich zu tragen.

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Was ist eine anaphylaktische Reaktion?

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Eine anaphylaktische Reaktion oder Anaphylaxie ist eine plötzlich auftretende, den ganzen Körper betreffende, potenziell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion durch einen bestimmten Auslöser. Meist geschieht dies nach dem Kontakt zu einem allergieauslösenden Stoff (Allergen). Die anaphylaktische Reaktion ist u. a. gekennzeichnet durch Atembeschwerden und Kreislaufstörungen, die zu einem Schock führen können (anaphylaktischer Schock). Eine unverzügliche Behandlung kann die Beschwerden eindämmen und ist deshalb entscheidend.

Häufigkeit

Zahlen aus den USA und Großbritannien beziffern das Auftreten einer Anaphylaxie auf ca. 50 pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Eine Studie unter Berliner Notärzten ergab für das Jahr 2008 Zahlen von 4,5 Betroffenen pro 100.000 Einwohnern. Allerdings gibt es vermutlich eine hohe Dunkelziffer, da das Krankheitsbild zu selten dokumentiert und diagnostiziert wird.

Ursachen

Die Ursachen für eine Allergie gegenüber Substanzen, die bei gesunden Menschen keinerlei Probleme verursachen, ist nicht endgültig geklärt. Der Mechanismus ist jedoch recht gut verstanden. Beim ersten Kontakt mit der Substanz (Allergen) erfolgt eine Sensibilisierung des Immunsystems. Dabei werden Antikörper gebildet, die nach erneutem Kontakt mit dem Allergen die überschießende Immunantwort, also die allergische Reaktion auslösen. Durch den Kontakt mit dem Allergen kommt es zu einer Aktivierung von Mastzellen, die Histamin und weitere Botenstoffe massiv ausschütten. Diese führen zu einer Erweiterung der Blutgefäße, einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäßwand mit Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe sowie einer Verengung der Atemwege oder einer Gewebsentzündung.

Abhängig von der genauen Art und dem zeitlichen Verlauf werden verschiedene Typen der allergischen Reaktion unterschieden. Die stärkste Allergie vom Soforttyp, die den ganzen Körper betreffen und innerhalb von Minuten auftreten kann, wird als Anaphylaxie bezeichnet.

Bei Kindern wird eine anaphylaktische Reaktion am häufigsten durch Nahrungsmittel ausgelöst, bei Erwachsenen eher durch Insektenstiche und Medikamente. Lebensmittel und Zusatzstoffe, die eine Anaphylaxie auslösen können, sind z. B. Muscheln, Schalentiere und Fisch, Sojaprodukte, Nüsse, Weizen, Milch, Eier, Natriumglutamat, Nitrate und Nitrite sowie Tartrazin-Farbstoffe. Schon geringste Mengen können bei den Betroffenen zu einer Anaphylaxie führen. Allergieauslösende Medikamente können z. B. Penicilline und verwandte Antibiotika oder Acetylsalicylsäure und andere NSAR sein. Auch Narkose- und Röntgenkontrastmittel sind als Auslöser für eine Anaphylaxie bekannt. Bei Insektenstichen sind z. B. Wespen, Bienen und Ameisen für eine anaphylaktische Reaktion verantwortlich. Ein weiterer bekannter Stoff, der in manchen Fällen anaphylaktische Reaktionen hervorrufen kann, ist Latex. Dies kann z. B. Spina-bifida-Patienten betreffen.

Es gibt auch nichtallergische Formen der Anaphylaxie. Man spricht dann von einer anaphylaktoiden Reaktion, die z. B. durch Medikamente sowie psychische oder körperliche Anstrengung hervorgerufen werden kann, in einigen Fällen nur in Kombination mit der Einnahme gewisser Nahrungsmittel, die allein keine Reaktion auslösen.

Symptome

Eine anaphylaktischen Reaktion verläuft systemisch, d. h. sie kann den gesamten Körper betreffen. Dabei kann sie unterschiedliche Ausmaße annehmen, bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Der anaphylaktische Schock bezeichnet also eine besonders schwere Form der Anaphylaxie. Wenn zwei oder mehr Körperbereiche von einer allergischen Reaktion betroffen sind, macht dies eine Anaphylaxie wahrscheinlich.

Häufige frühzeitige Symptome der anaphylaktischen Reaktion sind Schwindel, starke Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Unruhe oder Angst, Hitzegefühl sowie Juckreiz an der Kopfhaut, im Gehörgang, an den Handflächen, an den Fußsohlen oder im Genitalbereich. Nach und nach können sich weitere Symptome wie Herzklopfen, Blässe, kalter Schweiß und ein über den gesamten Körper verteilter Hautausschlag mit Juckreiz entwickeln. Die Hautreaktion kann sich in Rötungen oder Quaddeln (Nesselsucht) sowie in einem Anschwellen der Lippen, Augenlider, Mund- und Rachenschleimhaut (Angioödem) äußern. Bei 70 % der Fälle treten Atemwegssymptome auf. Es kann dann zu Heiserkeit, kloßiger Sprache, Schluckbeschwerden, Husten, pfeifenden Atemgeräuschen, Kurzatmigkeit, Asthmaanfällen und Atemnot bis hin zum Atemstillstand kommen. In 45 % der Fälle bestehen außerdem Magen-Darm-Beschwerden wie Juckreiz in Mund und Hals, Übelkeit, Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfall. Auch das Gehirn kann betroffen sein, was sich in einer Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma sowie in Krampfanfällen äußern kann. Ist von der allergischen Reaktion auch das Herz-Kreislauf-System betroffen (45 % der Fälle), führt dies zu einem niedrigen Blutdruck (Hypotonie), Ohnmacht (Synkope) und im schlimmsten Fall zum Kreislaufversagen (anaphylaktischer Schock) oder Herzstillstand.

Die Symptome können sich innerhalb von 5–30 Minuten entwickeln und im Verlauf zunehmen, v. a. die Atembeschwerden und der Blutdruckabfall. Die Reaktion kann allerdings auch von allein zum Stillstand kommen und im Verlauf geringer werden. Eine anaphylaktische Reaktion tritt in manchen Fällen erst innerhalb von Stunden nach der auslösenden Situation auf. In einigen Fällen ist nach dem ersten Anfall nach Stunden eine erneute anaphylaktische Reaktion möglich, ohne dass ein erneuter Auslöser (z. B. Allergenkontakt) vorlag. Eine Beobachtung des Betroffenen über einen längeren Zeitraum ist deshalb wichtig.

Erste Hilfe

Was Sie tun können, wenn Sie eine anaphylaktische Reaktion bei einer Person beobachten

Wichtige Maßnahmen, die Sie treffen können, sind die Alarmierung des Notrufs sowie die Injektion mit Adrenalin. Bei Insektenstichen sollte außerdem der Stachel so schnell wie möglich entfernt werden, möglichst ohne das Gewebe zu quetschen.

Falls ein Notfallset bzw. ein Adrenalin-Autoinjektor (z. B. EpiPen) zur Hand ist, verabreichen Sie bei einer schweren allergischen Reaktion unverzüglich die Spritze in die Oberschenkelmuskulatur. Ziehen Sie hierzu die Schutzkappe ab und drücken Sie die orangene Spitze kräftig auf den seitlichen Oberschenkel in der Mitte zwischen Hüfte und Knie, bis die Nadel hörbar auslöst. Halten Sie den Injektor für mind. 10 Sekunden in der Position und massieren Sie anschließend für 10 Sekunden die Injektionsstelle. Eine Injektion durch die Hose ist notfalls ohne Probleme möglich.

Falls Kreislaufbeschwerden bestehen (Ohnmacht, Schwindel), sollte sich die betroffene Person mit hochgelagerten Beinen hinlegen, sofern dies die Atmung nicht einschränkt. Bei Atembeschwerden sollte jetzt auch das Asthmaspray eingenommen werden, falls vorhanden.

Falls noch nicht geschehen sollte nun der Rettungsdienst alarmiert werden (112), entweder durch Sie selbst oder eine andere Person (s. u.). Anschließend werden das Antihistaminikum und Kortison verabreicht. Zur Erklärung der Medikamente, siehe den Abschnitt Notfallset. Beachten Sie allerdings, dass bei Bewusstlosigkeit keine Medikamente zum Schlucken gegeben werden dürfen.

Anzeichen für eine drohende Bewusstlosigkeit können eine verminderte Reaktion auf Ansprache, eingeschränktes Sehen sowie Hören sein. Kommt es zur Bewusstlosigkeit, sollte die Atmung überprüft werden, indem die beobachtende Person ihr Ohr über den Mund des Betroffenen hält und dabei in Richtung Brustkorb blickt: Man kann den Atemstrom somit hören, sehen (Brustkorb hebt und senkt sich) und fühlen.

Bei einem Atemstillstand sollte sofort mit der Wiederbelebung (bzw. Wiederbelebung bei Kindern) begonnen und (falls noch nicht geschehen) den Notruf (112) alarmiert werden.

Ist die Atmung vorhanden, sollte die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden, da es im Rahmen der Bewusstlosigkeit zum Erbrechen kommen kann. Damit kann dem Einatmen von Erbrochenem vorgebeugt werden.

Zusammenfassend ist die Reihenfolge der Maßnahmen bei einer schweren Anaphylaxie folgendermaßen (laut Anaphylaxie-Notfallplan des Deutschen Allergie- und Asthmabundes):

  1. Adrenalin-Autoinjektor in den seitlichen Oberschenkel injizieren
  2. Lagerung der Person je nach Zustand (s. o.)
  3. Bei Atemnot Asthmaspray verabreichen
  4. Notruf: 112 anrufen
  5. Antihistaminikum und Kortison geben.

Bitte bewahren Sie Ruhe, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist und bleiben Sie bei der betroffenen Person. Die Person sollte körperliche Aktivität absolut meiden, da dies die Anaphylaxie verschlimmern kann.

Notruf

Wenn Sie beobachten, dass eine Person eine anaphylaktische Reaktion hat bzw. Sie selbst bei sich Symptome bemerken, die auf eine Anaphylaxie hinweisen, rufen Sie sofort bzw. nach Adrenalin-Injektion den Rettungsdienst an bzw. bitten Sie eine andere Person, dies zu tun. Wählen Sie hierzu die 112 und beschreiben Sie anhand der 5 W-Fragen die Situation (gilt für alle Notfälle):

1. Wo?

  • Geben Sie den Ort an, an dem Sie sich befinden, und beschreiben Sie ggf. die Anfahrt:
    • Straße, Hausnummer
    • Name an der Klingel
    • Stockwerk
  • Vor allem im Dunkeln kann es hilfreich sein, wenn eine Person den Rettungsdienst z. B. an der Straße in Empfang nimmt und beim Eintreffen kurz die Situation schildert.

2. Was?

  • Erläutern Sie in kurzen Worten, was passiert ist.

3. Wie viele?

  • Geben Sie die Anzahl der betroffenen Personen an. Bei Kindern sollten Sie auch das Alter angeben.

4. Welches Krankheitsbild (sonst auch: Welche Verletzungen)?

5. Warten auf Rückfragen

  • Warten Sie ab, ob die Notruf-Leitstelle Rückfragen hat. Wenn die Leitstelle alle nötigen Informationen hat und ihr OK gibt, können Sie auflegen.

Auch wenn Sie möglicherweise aufgeregt sind, ist es wichtig, dass Sie versuchen, am Telefon Ruhe zu bewahren. Bitte legen Sie erst dann auf, wenn die Rettungsleitstelle keine weiteren Fragen mehr hat. Es kann sinnvoll sein, den möglichen allergieauslösenden Stoff aufzubewahren, damit später überprüft werden kann, ob die anaphylaktische Reaktion daher rührte.

Vorbeugende Maßnahmen

Falls bei Ihnen eine Anaphylaxie bekannt ist, sollten Sie Freunde und Verwandte aufklären, wie die Symptome erkannt werden können und was im Notfall zu tun ist. Dazu gehört auch der Umgang mit den Medikamente, die Sie im Notfall einnehmen sollten. Es gibt regelmäßige Schulungen, die von der betroffenen Person und den Angehörigen besucht werden können. Sie können Ihren Arzt nach möglichen Anlaufstellen fragen.

Als oberste Maßnahme sollte das auslösende Allergen identifiziert und vermieden werden.

Notfallset

Wenn die behandelnden Ärzte eine Anaphylaxie festgestellt haben, wird in einigen Fällen ein Notfallset ausgestellt. Dieses enthält in der Regel folgende Bestandteile:

  • Adrenalin-Autoinjektor (Adrenalinpen, z. B. EpiPen)
  • Antihistaminikum
  • Kortison
  • ggf. Asthmaspray.

Bei den behandelnden Ärzten wird Ihnen die Handhabung des Notfallsets erklärt. Sie sollten die Anwendung mit Trainingsgeräten üben. Am besten wiederholen Sie das Training regelmäßig, damit Sie in der Notfallsituation einen sicheren Umgang mit den Medikamenten haben. Kontrollieren Sie außerdem das Ablaufdatum der Spritze und besorgen Sie sich eine neue, bevor das Medikament abläuft. Tragen Sie das Notfallset jederzeit bei sich, um in einer möglichen anaphylaktischen Reaktion gerüstet zu sein. Die einzunehmende Dosis der jeweiligen Medikamente wird von den behandelnden Ärzten im Anaphylaxie-Pass festgehalten. Hier steht auch der allergieauslösende Stoff (sofern bekannt) sowie welche Person im Notfall kontaktiert werden soll. Den Anaphylaxie-Notfallpass sollten Sie jederzeit mit sich führen.

Die Medikamente des Notfallsets wirken unterschiedlich schnell. Die Wirkung des Adrenalins tritt schnell ein, spätestens nach 5 Minuten. Das Adrenalin verhindert einen Kreislaufzusammenbruch, indem es den Blutdruck aufrechterhält, das Herz stärkt und einer Verengung der Atemwege entgegenwirkt. Daher ist es äußerst wichtig, dass das Adrenalin so schnell wie möglich verabreicht wird. Wird das Adrenalin später gegeben, verschlechtert sich die Prognose. Adrenalin kann auch mehrmals hintereinander im Abstand von 5–10 Minuten gegeben werden, solange die anaphylaktische Reaktion noch anhält und sich die Beschwerden nicht bessern. Auch wenn Adrenalin Nebenwirkungen wie Aggressionen, Angst, Zittern, Kopfschmerzen, Schwindel, Blässe und Herzklopfen verursachen kann, wiegt die lebensrettende Wirkung des Medikaments die Risiken auf. Die beispielhafte Anwendung eines Adrenalin-Autoinjektors (EpiPen) ist hier beschrieben.

Patienten, die bei einer vorherigen Anaphylaxie Atemwegsbeschwerden hatten oder an Asthma leiden, wird in der Regel zusätzlich ein Asthmaspray (in der Regel Salbutamol) verordnet. Dieses wirkt sehr schnell.

Das Antihistaminikum wird in der Regel als Tablette, Tropfen oder Saft eingenommen und fängt je nach Wirkstoff nach ca. 30 Minuten an zu wirken, vor allem auf den Hautausschlag und den Juckreiz. Kortison als Tablette, Zäpfchen oder Saft wirkt in der Regel erst nach ca. einer Stunde und kann später auftretende Symptome abschwächen. Flüssige Medikamente sind in der Regel besser geeignet, da bei geschwollenen Schleimhäuten das Schlucken schwerer fallen kann.

Diagnostik

Im Akutfall wird der Schweregrad der Anaphylaxie anhand des klinischen Bildes beurteilt. Es erfolgt die sofortige Behandlung der Symptome, für Zusatzuntersuchungen ist im Notfall keine Zeit. Anschließend werden betroffene Personen (in der Regel für 24 Stunden) im Krankenhaus beobachtet. Im Verlauf wird eine Allergiediagnostik durchgeführt.

Wenn Sie erstmals eine anaphylaktische Reaktion hatten, sollten Sie an einen Allergologen überwiesen werden, der eine weiterführende Diagnostik durchführt. Dieser kann auch feststellen, ob ein Notfallset in Ihrem Fall sinnvoll ist. 

Therapie

Sobald der Rettungsdienst eintrifft, wird die Therapie eingeleitet. Neben der Gabe der Mittel, die auch im Notfallset vorhanden sind, kann durch den Rettungsdienst auch Sauerstoff über eine Atemmaske sowie Flüssigkeit über die Vene verabreicht werden. Ggf. kann die Atmung zusätzlich unterstützt werden, entweder durch Drücken eines Beatmungsbeutels oder maschinell. Ist die Atmung lebensbedrohlich vermindert, wird ggf. ein Schlauch (Tubus) in die Atemwege vorgeschoben (Intubation) und hierüber beatmet. Je nach zusätzlich vorhandenen Symptomen werden weitere Medikamente gegeben.

Prognose

In den meisten Fällen gehen die Symptome nach der Behandlung mit Adrenalin in den Oberschenkelmuskel vollständig zurück. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass nach mehreren Stunden eine erneute Reaktion eintritt. Daher ist es wichtig, eine Person nach einem anaphylaktischen Anfall im Krankenhaus zu beobachten. Wird die Anaphylaxie überlebt, bleibt diese meist folgenlos. Jedoch können Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck und insbesondere eine Sauerstoffmangelversorgung im Rahmen der Anaphylaxie zu bleibenden Organschäden führen.

Die anaphylaktische Reaktion kann wieder auftreten, z. B. wenn ein erneuter Kontakt zum Allergen stattfindet. Der Schweregrad der früheren Reaktion lässt keine Vorhersagen über den Schweregrad späterer Reaktionen zu. Bei Personen, die bereits einen anaphylaktischen Schock erlitten haben ist das Vermeiden eines erneuten Allergenkontakts und das dauerhafte Tragen des Notfallsets wichtig.

Weitere Informationen

Notfallmaßnahmen

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Über spezifische allergische Erkrankungen

Illustrationen

Stabile Seitenlage

Autoren

  • Marleen Mayer, Ärztin, Mannheim

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Anaphylaxie, Erste Hilfe. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie. AWMF-Leitlinie, Registernummer 061-025, Stand Dez. 2013. www.awmf.org