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Sportverletzungen beim Alpinskifahren

Die Zahl der verletzten Skifahrer sinkt kontinuierlich.

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Alpinski ist ein beliebter Freizeitsport, weshalb über 80 % der Verletzungen beim freien Alpinsport auftreten und nur 5 % im Rahmen organisierter Strukturen.

Wer ist am stärksten gefährdet?

In der Saison 2014/15 ergaben sich hochgerechnet ca. 38.000 bis 39.000 Deutsche, die nach einem Skiunfall ärztlich behandelt wurden. Im Vergleich zu 1979/80 bedeutet dies einen Rückgang von insgesamt fast 62 Prozentpunkten. Etwa 1,56 je 1.000 beträgt das Risiko für eine stationäre Behandlung nach einem Skiunfall. Dies bedeutet einen leichten Rückgang im Vergleich zur Saison 2013/14 und ergibt hochgerechnet ca. 6.400 bis 6.700 Skifahrer, deren Verletzung einer stationären Behandlung bedurfte.1

Ach auf internationaler Ebene lässt sich beobachten, dass die Häufigkeit alpiner Skisportverletzungen zurückgeht, vermutlich aufgrund der verbesserten Ausrüstung und verstärkten Sicherheitsbemühungen der Alpinanlagen. Am deutlichsten ist der Rückgang bei Beinbrüchen. Dies lässt sich auf weiterentwickelte Skibindungen zurückführen, die sich beim Sturz lösen, zudem gibt es bessere Skischuhe als früher. Auch die zunehmende Beliebtheit von Carving-Skiern scheint zur Abnahme der Verletzungshäufigkeit beizutragen.

Welche Verletzungen sind am häufigsten?

Vier von fünf Verletzungen sind auf Stürze auf der Piste zurückzuführen. Ein Drittel der Verletzungen sind Knochenbrüche. Gelenkschäden mit Bänderrissen und der Ausrenkung von Gelenken (Luxation) stellen die häufigsten Verletzungsarten dar.

Hinsichtlich der betroffenen Körperteile dominieren Knie (34% der Verletzungen - 46% bei Frauen, 26% bei Männern), gefolgt von Schulter (20% der Verletzungen - 14% bei Frauen 24% bei Männern), Rumpf (9%), Hüfte und Oberschenkel bzw Kopf (je 8%) und Unterschenkel (6%). 

Insbesondere Kopfverletzungen können sie schwerwiegende Folgen haben und lebensbedrohlich sein, wenn sie bei hoher Geschwindigkeit entstehen. Gehirnerschütterungen sind die mit Abstand häufigste Kopfverletzung.

Schulterverletzungen umfassen ausgerenkte Schultern, Schlüsselbeinbrüche, Schultereckgelenksverrenkungen und Oberarmfrakturen.

Vorbeugende Maßnahmen

Unfallverhütungsmaßnahmen

  • Gut präparierte Pisten
  • Gut markierte Pisten
  • Gute Beschilderung bei Gefahren
  • Polsterung von festen Elementen wie Pfosten und Bäume in der unmittelbaren Nähe von Pisten
  • Gute Vorbereitung des Untergrunds im Sommer
  • Schließung der Pisten bei besonders gefährlichen Schneeverhältnissen und schlechter Sicht
  • Fahrverbot auf Streckenabschnitten, die gerade von Pistenraupen präpariert werden
  • Befolgen der beschilderten Strecken
  • Befolgen der Fahrregeln
  • Meidung von Bereichen mit potenzieller Lawinengefahr

Maßnahmen zur Verringerung der Verletzungsgefahr

  • Konsequente Nutzung eines Helms
  • Gutes vorbereitendes Training
  • Korrekte Einstellung der Bindungen in Bezug auf Gewicht und Art des Skis / der Aktivität
  • Gute Polsterung der Kleidung bei Sportarten, die zu Kontakt mit harten Elementen führen können (Rennsport)
  • Gesichtsschutz - beugt Verletzungen bei Schlägen durch Tore gegen das Gesicht vor
  • Zahnschutz beim Slalom
  • Gute Erste-Hilfe-Bereitschaft
  • Korrekte Ausrüstung für die jeweilige Aktivität: Erste-Hilfe- und Transportausrüstung
  • Korrekte Ausführung der Ersten Hilfe durch qualifiziertes Fachpersonal
  • Weitere Verlaufskontrolle im Rahmen der Akutbehandlung und Rehabilitation

Weiterführende Informationen

Verwandte Themen

Literatur

  1. ARAG Versicherung. Unfälle und Verletzungen im alpinen Skisport - Zahlen und Trends 2014/2015. Düsseldorf 2015. www.ski-online.de

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln