Sportverletzungen beim Eishockey

Eishockey führt, wie auch viele andere Teamsportarten, in hohem Grade zu Verletzungen.

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Wer ist am stärksten gefährdet?

Einer Schweizer Analyse zufolge liegt das jährliche Verletzungsrisiko für Eishokey bei 143 Verletzungen pro 100.000 Stunden Sportausübung und damit etwas geringer als für Fußball (180), jedoch deutlich höher als für das Skifahren (46/100.000).1  Die meisten Verletzten sind Männer, was auch die Geschlechterverteilung der aktiven Sportler widerspiegelt und wobei Kollisionen und Bodychecks oft die Ursache sind.2

Welche Verletzungen sind am häufigsten?

Wie kaum anders zu erwarten, sind die Zusammenstöße mit anderen Spielern die häufigste Ursache der Verletzungen in diesen Sportarten. Auch Stürze sind eine häufige Ursache von Verletzungen. Bei den Verletzungen dominieren die Verstauchungen der Gelenke. Die Bänder werden selten verletzt, da die Spieler eine gute Schutzausrüstung besitzen. Ein Viertel der Verletzungen im Eishockey lässt sich auf Stöße oder Schläge mit darauffolgenden, innere Blutungen zurückführen, die vor allem die Muskeln betreffen. Jede fünfte Verletzung ist eine Fraktur.

Trotz der Verwendung von Helmen ist jede dritte Verletzung eine Kopfverletzung. Dies schließt Gebissfrakturen und Zahnschäden mit ein, die infolge des Nichtverwendens des Visiers entstehen. Durch die Verwendung eines Visiers wäre man auch in der Lage, Augenschäden durch den Schläger oder Puck zu verhindern. Diese Verletzungen zählen jedoch zur Kategorie der Kopfverletzungen. Die meisten Kopfverletzungen sind glücklicherweise nicht schwerwiegende Wunden und Schwellungen.

Handverletzungen sind ebenfalls üblich, da man oft den Sturz auf das Eis mit den Händen abwehrt. Schulterverletzungen betreffen 5% der Unfälle und treten beim Eishockey dort auf, wo man gegen die Absperrungen geschleudert wird.

Eishockey ist eine Schnellsportart mit viel Körperkontakt und hoher Temperatur auf dem Eis. Die meisten Verletzungen sind jedoch nicht besonders schwerwiegend.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Sorgen Sie für eine solide Grundkondition sowohl im Hinblick auf Kraft, Ausdauer wie auch Technik.
  • Schaffen Sie deutliche Regeln zur Vermeidung eventueller Konfliktsituationen.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Regeln respektiert werden.
  • Der Schiedsrichter muss schnell eingreifen können, wenn das Spiel ausartet.
  • Vermeiden Sie scharfe Gegenstände und harte Vorsprünge entlang der Absperrungen.
  • Der konsequente Einsatz eines richtig sitzenden Helmes ist Pflicht.
  • Dies gilt auch dem Einsatz von Visieren, einschließlich Augenschutz, für alle Altersgruppen.
  • Verwenden Sie einen Zahnschutz.
  • Verwenden Sie gepolsterte Kleidung an Armen, Händen, Unterschenkeln, Knien und Hüften.
  • Sorgen Sie für besseren Schutz der Körpermitte gegen Verletzungen.
  • Sorgen Sie dafür, dass richtig qualifiziertes, ärztliches Personal mit angemessener Ausrüstung für die Erste Hilfe rasch eingreifen kann.
  • Offene Wunden müssen sorgfältig verbunden werden.
  • Nehmen Sie verletzte Spieler aus dem Spiel.
  • Stellen Sie sicher, dass bei Verletzten eine angemessene Nachbetreuung und Rehabilitation erfolgt, bevor diese wieder am Spiel teilnehmen.

Damit verbundene Verletzungen

Weiterführende Informationen

Literatur

  1. Bianchi G, Brügger O. Unfallgeschehen beim Ski- und Snowboardfahren in der Schweiz. Beratungsstelle für Unfallverhütung. Bern 2015. www.bfu.ch
  2. Weisskopf L. Verletzungen des Bewegungsapparates im Eishokey. Schweizerische Zeitschrift für «Sportmedizin und Sporttraumatologie» 58 (2), 52–55, 2010. www.sgsm.ch

 

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln