Sportverletzungen bei Orientierungs- und Crosslauf

Die größte Verletzungsgefahr beim Orientierungs- und Crosslauf besteht in der Möglichkeit, zu stolpern und fallen.

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Wer ist am meisten gefährdet?

Orientierungslauf und Crosslauf sind im Allgemeinen mit einer relativ geringen Verletzungshäufigkeit verbunden. Meist sind dabei jüngere Menschen betroffen, da sie in diesen Disziplinen überdurchschnittlich aktiv sind. Ein Drittel der Verletzten ist unter 17 Jahren, während in der Altersgruppe der über 30-Jährigen kaum Verletzungen registriert werden. Männer und Frauen sind fast gleich stark betroffen, die Männer jedoch etwas stärker.

Welche Verletzungen sind am häufigsten?

Vier von zehn Verletzungen sind auf Stürze zurückzuführen. Vor allem beim Orientierungslauf ist es nicht ungewöhnlich, an Böschungen zu fallen. Auch Überlastungen kommen häufig vor, d. h. Verstauchungen, Zerrungen, Verdrehungen etc.

Hinsichtlich der Art der Verletzung dominieren Gelenkschäden, die 40 % der Verletzungen ausmachen. Die Bänder halten den Belastungen jedoch in den meisten Fällen stand. Ein Zehntel der Verletzungen sind Wunden, die vor allem beim Orientierungslauf vorkommen, wenn man sich an Zweigen oder Ähnlichem aufschürft. Brüche sind in diesen Sportarten weniger häufig. Aufgrund des unebenen, unübersichtlichen Untergrundes sind überwiegend Knöchel und Beine betroffen.

Sowohl Orientierungslauf als auch Crosslauf sind mit einem eher geringen Verletzungsrisiko verbunden, was sich auch in der sehr geringen Zahl schwerer Verletzungen widerspiegelt.

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Bänder des Sprunggelenks, Innenseite

Vorbeugende Maßnahmen

Maßnahmen zur Verminderung des Unfallrisikos

  • Laufen Sie Routen, die durch sicheres Gelände führen.
  • Meiden Sie Routen, die in der Nähe von befahrenen Straßen sind.
  • Platzieren Sie die Orientierungsposten so, dass sie nicht zu einer gefährlichen Routenwahl verleiten.
  • Wählen Sie das Terrain unter Berücksichtigung Ihrer Erfahrung und Kondition.
  • Nehmen Sie rasch die Suche auf, wenn sich jemand bei extremen Wetterbedingungen offensichtlich verlaufen hat. Beim Orientierungslauf im Gebirge ist dies aufgrund der Unterkühlungsgefahr besonders wichtig.
  • Beachten Sie bei Veranstaltungen die empfohlenen Temperaturmaxima und -minima.

Maßnahmen zur Verringerung der Verletzungsgefahr

  • Sorgen Sie für ein gutes Aufwärmtraining und Dehnen.
  • Wählen Sie das richtige Schuhwerk(gut gedämpfte Sohle, sicherer Halt auch im Bereich des Sprunggelenks).
  • Sorgen Sie für gute Stabilität und Kraft in den Beinen.
  • Seien Sie in einem dichten Läuferfeld vorsichtig.
  • Kleiden Sie sich so, dass Verletzungen durch Zweige, Bäume oder sonstige scharfe Gegenstände vermieden werden.
  • Sorgen Sie für ausreichend rasche und angemessen durchgeführte Erste-Hilfe-Maßnahmen.
  • Sorgen Sie nach Verletzungen für eine gute Rehabilitation zur Wiederherstellung der Körperfunktionen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen