Sicherheit auf dem Fahrrad

Ein Fahrrad hat vielerlei Vorteile. Es dient nicht nur zur Erholung und körperlichen Ertüchtigung, sondern ist auch ein gutes Transportmittel. Bei mittleren Wegstrecken und hohem Verkehrsaufkommen kann ein Fahrrad sogar die schnellste und günstigste Alternative sein.

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Auf Fahrrädern sind Sie immer ein Verkehrsteilnehmer!

Damit haben Sie die gleichen Rechte und Pflichten wie ein Kraftfahrer und müssen die Verkehrsregeln gut kennen. Denken Sie auch daran, dass die Radfahrer bei einem eventuellen Unfall leider immer die unterlegenen sind und das es in Bezug auf den Schaden wenig hilft, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man sollte sich auch dessen bewusst sein, wie schwierig es ist, Fahrräder im Verkehr rechtzeitig zu sehen, insbesondere bei einfallender Dunkelheit. Gut sichtbare Bekleidung, Fahrradbeleuchtung und Reflektoren sind sinnvolle Maßnahmen, um diesem Problem entgegenzuwirken. Eine der Hauptursachen von schweren Fahrradunfällen sind Radfahrer, die auf der falschen Seite der Straße unterwegs sind.

Leitlinie: Regeln zur Fahrradverkehrssicherheit1

  • Rücksicht nehmen und vorsichtig Rad fahren.
  • Nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv fahren.
  • Eindeutig und vorausschauend Rad fahren. Handzeichen geben.
  • Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern suchen.
  • Abstand halten und sich Sicherheitszonen schaffen.
  • Abbiegende Autos und Lkws erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. Stichwort: Toter Winkel.
  • Nicht als Geisterfahrer unterwegs sein

Beachten Sie auch, dass gegenüber Trunkenheit die gleichen Regeln für Radfahrer wie auch für Autofahrer gelten: Ab 1,6 Promille ist bei Fahrradfahrern rechtlich von einer absoluten Fahruntüchtigkeit auszugehen. Kommen Ausfallerscheinungen dazu, werden z. B. Schlangenlinien gefahren, auch schon deutlich darunter. Nur wer unter 0,3 Promille Alkohol im Blut hat, hat nach aktueller Rechtslage nichts zu befürchten.

In einigen europäischen Staaten liegt die Promillegrenze für Fahrradfahrten noch tiefer.2

In Deutschland wurden 2010 wurden ca.  3.489 Fahrradfahrer unter Alkoholeinfluss verletzt oder getötet, was einem Anteil von 4,9 Prozent der Fahrradunfälle entspricht. 2001 wurden etwa mehr als 9000 Fahrradfahrer wegen Fahrens unter Alkohol und Drogen verurteilt.1

Radfahren auf Gehwegen ist nicht erlaubt, es sei denn diese sind mit einem Radweg kombiniert. Beachten Sie die ausgeschilderten Radwege. Sie haben kaum Rechte, sondern eher Pflichten gegenüber den Fußgängern, für die der Gehweg nämlich bestimmt ist. Praktisch gesehen müssen Sie jedem Fußgänger gegenüber ausweichen. Ein sehr schwerer Radunfall auf einem Gehweg/Radweg ist unwahrscheinlicher, aber trotzdem möglich, und kann zu unerwünschten Besuchen in der Notaufnahme führen.

Das Fahrrad als Verkehrsmittel

Ein Fahrrad hat vielerlei Vorteile. Es dient nicht nur zur Erholung und körperlichen Ertüchtigung, sondern ist auch ein gutes Transportmittel. Bei mittleren Wegstrecken und hohem Verkehrsaufkommen kann ein Fahrrad sogar die schnellste und günstigste Alternative sein. Darüber hinaus sorgt ein Fahrrad für viel Bewegung und ist damit eine gesunde und schöne Abwechslung im Alltag. In der heutigen, häufig still sitzenden Gesellschaft ist jede Bewegung für den Körper erstrebenswert und mit dem Rad haben Sie eine großartige Gelegenheit, die für Sie richtige Belastung und Strecke zu wählen. Das Radfahren ist eine sanftere Belastung für den Körper, beispielsweise verglichen mit dem Joggen. Darüber hinaus kann man beim Radfahren die Natur genießen. Das Fahrrad ist ein schadstofffreies Transportmittel. Radfahren im Winter kann eine gute und herausfordernde Aktivität sein, aber wie bei allen anderen Fahrten im Winter müssen Sie die Straßenverhältnisse berücksichtigen. Spikereifen für das Fahrrad sind eine notwendige Investition für den Einsatz im Winter. Ein Fahrrad muss auch in einem gutem Zustand gehalten werden. Dabei ist vor allem sicherzustellen, dass die Bremsen gut funktionieren.

Beim Radfahren besteht ein gewisses Risiko für Verletzungen und Unfälle. Als Radfahrer sind Sie Unfällen häufiger ausgesetzt als Autofahrer. Für Radfahrer besteht ein 6–9 Mal höheres Unfallrisiko pro Fahrkilometer im Verkehr als bei Autofahrern. Viel hängt jedoch vom Verhalten der Radfahrer im Verkehr ab. Es trägt zur Unfallvermeidung bei, wenn man die Verkehrsregeln für Radfahrer kennt.

Das Mountainbiken erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Bei dieser Gruppe von Radfahrern sind Verletzungen wie Wunden und Frakturen nicht ungewöhnlich, aber es gibt nur wenige schwere Unfälle – wahrscheinlich aufgrund der Helmnutzung.

Fahrradunfälle – tragen Sie einen Helm!

Wussten Sie, dass vier von fünf Fahrradunfällen Einzelunfälle sind, bei denen nur der Radfahrer selbst betroffen ist? Die am häufigsten verletzten Körperteile sind Schultern und Arme. Diese sind für die Hälfte aller Verletzungen verantwortlich. Die schwersten Verletzungen sind Kopfverletzungen, auf die nach Angaben der schwedischen Versicherung Folksam 10 % entfallen. In den USA sind 90 Prozent aller tödlichen Radunfälle auf Kollisionen mit Kraftfahrzeugen zurückzuführen. Die meisten Todesfälle sind die Folge einer Schädelverletzung, was wiederum deutlich unterstreicht, wie wichtig das Tragen eines Helmes ist.

Die Hälfte aller Schädelverletzungen betrifft Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren. In einer Studie, die mehrere Krankenhäuser in Seattle (USA) umfasste, stellte man fest, dass man durch Tragen eines Helms das Risiko von Kopfverletzungen um 85 % senken kann. Die Helmpflicht ist besonders wichtig für Kinder, da diese bei Fahrradunfällen die schwersten Verletzungen erleiden.

  • 15 % aller Fahrradunfälle führen zu einem Krankenhausaufenthalt.
  • Etwa 80 % der Fahrradunfälle sind Einzelunfälle (Stürze/Unfälle in Bezug auf stehende Objekte), 5 % sind Kollisionen mit einem anderen Rad und 11 % sind Kollisionen mit einem Auto.
  • 25 % der Fahrradunfälle werden als einigermaßen lebensbedrohlich eingestuft und 5% als stark lebensbedrohlich (z. B. bei Schädelbruch).
  • Das Risiko, sich im Straßenverkehr zu verletzen, ist für Radfahrer 40 mal höher als für Autofahrer.

Eine gesetzliche Fahrradhelmpflicht führt zu weniger Schädelverletzungen.3

Kinder auf dem Fahrrad

Das Fahrrad nimmt im Spiel der Kinder einen zentralen Platz ein, fördert das soziale Miteinander und ist eine gute Hilfe bei der motorischen Entwicklung. Wenn man Kinder in den Straßenverkehr entlässt, sollte man deren Beschränkungen genau kennen, ihr Alter berücksichtigen und nicht zuletzt sicherstellen, dass die Kinder über die Verhaltensregeln aufgeklärt wurden und entsprechend eingeübt sind. Zwingend sind dabei Reflektoren und Fahrradbeleuchtung, vor allem wenn sich das Kind nach Einbruch der Dunkelheit im Verkehr bewegt. Für Kinder, die noch nicht selbst mit dem Rad fahren, ist ein ordentlich festgespannter Kindersitz oder Kinderfahrradanhänger zu verwenden.

Literatur

  1. ADFC. Verkehrssicherheit für Radfahrer. Bremen 2016. www.adfc.de
  2. ADAC. Promittelgrenzen für Fahrradfahren im Straßenverkehr im Ausland. München 2013. www.adac.de
  3. Thüringer Ministerium für Verkehr. Fahrradhelme - wirkungsvoller Schutz vor Kopfverletzungen. Erfurt.o.D. www.verkehrswacht-bruchsal-bretten.de

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln