Hautverätzung (chemische Verbrennungen der Haut)

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Allgemeines

  • Viele im Haushalt und am Arbeitsplatz verwendete Chemikalien sind ätzend und können schwere Hautverletzungen verursachen.
  • Reagieren Sie immer sofort und waschen Sie die chemische Substanz mit ausreichend Wasser ab, wenn Ihre Haut betroffen ist. Schützen Sie sich immer auch selbst vor Kontakt mit der Chemikalie, wenn Sie verletzte Personen behandeln.
  • Achten Sie darauf, dass das verunreinigte Spülwasser ungehindert ablaufen kann, damit es nicht zu weiteren Verletzungen kommt.

Symptome und Hinweise

  • Chemikalien in der Nähe des Verletzten
  • Stechende Schmerzen
  • Verfärbungen, Schwellungen und Blasenbildung auf der Haut
  • Möglicherweise Schockzustand der verletzten Person

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • Bei chemischen Verätzungen der Haut:
    1. Entfernen Sie ggf. Armbanduhr und Schmuck bei der betroffenen Person.
    2. Beseitigen Sie die Ursache für die Verätzung, indem Sie die Chemikalien 30–60 Minuten lang unter lauwarmem, fließendem Wasser von der Haut spülen.
    3. Decken Sie den verätzten Bereich mit einem trockenen, sterilen Verband oder einem sauberen Tuch ab.
    4. Spülen Sie die Wunde erneut mehrere Minuten lang, falls die betroffene Person nach der ersten Spülung über zunehmendes Brennen klagt.
  • Kleinere Verätzungen durch Chemikalien heilen normalerweise ohne weitere Behandlung ab.

Suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf

  • Rufen Sie unter folgenden Umständen unverzüglich ärztliche Hilfe:
    • Die verletzte Person zeigt Anzeichen für einen Schock wie zum Beispiel Schwindel, ausgeprägte Blässe oder schnelle, flache Atmung.
    • Die chemische Substanz hat sich durch die oberste Hautschicht gebrannt, sodass es zu einer Verbrennung zweiten Grades mit einem größeren Durchmesser als 5–7 cm gekommen ist.
    • Die chemische Verbrennung betrifft Augen, Hände, Füße, Gesicht, Leiste, Gesäß oder den Bereich über einem größeren Gelenk.
  • Falls Sie unsicher sind, ob eine Substanz giftig oder schädlich ist, lassen Sie sich vom Giftnotruf beraten (Vorwahl + 19240).

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Verbrennungen 1. und 2. Grades . Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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