Autofahren und Demenz

Zunehmende Probleme mit dem Autofahren können auf Demenz hindeuten. Angehörige sollten bei möglicherweise betroffenen Personen sehr aufmerksam auf Veränderungen im Fahrverhalten achten. Wenn der Verdacht besteht, dass eine Person mit Führerschein aus dem Familien- oder Freundeskreis unter Demenz leidet, sollte der behandelnde Arzt informiert werden.

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Was ist Demenz?

Bei einer Demenzerkrankung haben die Betroffenen Probleme mit dem Gedächtnis, der Orientierung in fremden Orten/Situationen, der Reaktionsgeschwindigkeit und anderen kognitiven Fähigkeiten. Eine Demenz bei älteren Menschen ist häufig auf die Alzheimer-Krankheit zurückzuführen. Von der Alzheimer-Krankheit betroffene Personen verlieren langsam ihr Gedächtnis und können sich nach und nach nicht mehr um sich selbst kümmern.

Wie wirkt sich eine Demenzerkrankung auf das Fahrvermögen aus?

In der Anfangsphase einer sich entwickelnden Demenz haben die Betroffenen üblicherweise keine Probleme mit dem Autofahren. Dennoch ist es ratsam, mit einem Demenzpatienten schon zu Beginn der Krankheit genau zu besprechen, dass er im weiteren Verlauf irgendwann nicht mehr in der Lage sein wird Auto zu fahren. Durch mehrfache Gespräche zu diesem Thema über einen längeren Zeitraum ist es oft möglich, dass der Betroffene freiwillig aufs Fahren verzichtet.

Im Verlauf der Demenz kommt es dann immer häufiger vor, dass die Patienten sich verfahren, insbesondere an neuen, nicht vertrauten Orten. Nach und nach bekommen die Betroffenen immer mehr Probleme, vergessen zum Beispiel den Spurwechsel vor dem Abbiegen, schaffen es nicht, Radio zu hören und sich gleichzeitig auf die Fahrt zu konzentrieren oder so rasch wie früher auf eine plötzliche und unerwartete Situation zu reagieren. Da demente Personen in der Regel über 70 Jahre alt sind, kommen zusätzlich möglicherweise Schwierigkeiten hinzu, die auch gesunde ältere Menschen haben: Eingeschränkte Beweglichkeit, Sehschwierigkeiten, vermindertes Reaktionsvermögen.

Wie erkennt man, dass ein Problem vorliegt?

Die Angehörigen sollten sehr aufmerksam auf die Warnsignale für Demenz achten. So können Betroffene z. B. vergesslicher werden, sie wiederholen Fragen und Aufgaben, wissen nicht, welcher Tag oder wie spät es ist, oder haben Probleme mit der Durchführung gewöhnlicher Alltagsaufgaben wie Kochen oder Telefonieren.

Es sollte auch auf eine Veränderung des Fahrverhaltens geachtet werden. Fühlen sich die Mitfahrer noch sicher, wenn die betreffende Person hinter dem Lenkrad sitzt? Würde man seine Kinder mitfahren lassen? Fährt die Person zu schnell oder zu langsam, wechselt die Spur, ohne sich umzusehen, oder missachtet die Vorfahrtregeln? Gibt es Probleme mit dem Linksabbiegen an Kreuzungen mit Ampeln? Wird die betreffende Person bei dichtem Verkehr unruhig oder verwirrt oder hat Probleme, Verkehrszeichen zu folgen? Werden andere Autofahrer ärgerlich und hupen? Hat das Auto viele Kratzer und Beulen?

Was können Angehörige tun?

Wenn der Verdacht besteht, dass eine Person mit Führerschein aus dem Familien- oder Freundeskreis unter Demenz leidet, sollte der behandelnde Arzt informiert werden. Bei einer ärztlichen Untersuchung kann festgestellt werden, ob die Betroffenen unter Demenz leiden oder ein anderes Problem haben, das sich auf das Fahrvermögen auswirkt. Der Arzt veranlasst möglicherweise weitere Untersuchungen oder wirkt darauf hin, dass die Betroffenen eine Fahrprüfung ablegen.

Es gibt zwar keine spezielle oder optimal geeignete Fahrprüfung für Personen mit Demenz, wenn Betroffene aber deutliche Unsicherheiten im Straßenverkehr zeigen, müssen sie das Autofahren einstellen. Wichtig ist, den Betroffenen dabei zu helfen, auf andere Transportmittel umzusteigen.

Es besteht die Gefahr, dass ältere Menschen deprimiert oder auch verärgert reagieren, wenn sie aufgefordert werden, das Autofahren einzustellen. Sprechen Sie mit dem Arzt darüber, was Sie in dieser Situation tun können. Grundsätzlich ist der Arzt seiner Schweigepflicht verpflichtet. Hat er jedoch ernste Befürchtungen um die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer wegen eines dementen Patienten, der seinen Führerschein nicht abgeben will, kann der Arzt die zuständigen Behörden darüber informieren. 

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen