Demenz, Ratschläge für Angehörige

Die Demenzerkrankung eines Familienmitglieds oder Verwandten kann eine große Belastung für die nahen Angehörigen sein. Wenn die Angehörigen genauer darüber informiert sind, womit sie es zu tun haben, kann das die Situation ein wenig erleichtern. Auch praktische Ratschläge zum Kommunikationsverhalten und zu alltäglichen Abläufen können den Umgang mit Demenzkranken erleichtern.

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Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Allgemeine Empfehlungen

 

 

Angehörige zu begleiten, deren Demenz nach und nach fortschreitet, ist eine sehr herausfordernde und belastende Aufgabe. Ein mögliches Ziel ist es, mit den Betroffenen noch möglichst viel Zeit zu verbringen, die ihnen Freude macht. Grundsätzlich wichtig ist es, die Würde der erkrankten Person weiterhin anzuerkennen und zu respektieren, sie in den Dingen, die sie noch selbstständig erledigen kann, zu unterstützen und zu versuchen, sie nicht zu verunsichern, zu kritisieren oder mit ihr zu streiten.

Es gibt viele Empfehlungen von Expert*innen, die den Umgang mit demenzkranken Menschen erleichtern. Besonders schwierig sind Situationen, in denen Demenzkranke verärgert, frustriert oder aggressiv reagieren. Versuchen Sie, solche Situationen zu meiden, die Betroffenen nicht zu provozieren und selbst ruhig zu bleiben. Ganz wichtig ist es, auch ausreichend für sich selbst zu sorgen: Bitten Sie Freund*innen/Bekannte um Hilfe und Unterstützung, nehmen Sie sich Auszeiten, während jemand anderes die Pflege übernimmt, und achten Sie darauf, regelmäßig Ihre Freund*innen zu treffen und Ihrem Hobby nachzugehen.

Wenn Sie mit einer demenzkranken Person sprechen

  • Sprechen Sie langsam.
  • Warten Sie auf die Antwort.
  • Verwenden Sie einfache Wörter und Formulierungen.
  • Sprechen Sie in einfachen, kurzen Sätzen.
  • Verwenden Sie Namen statt Pronomen:
    • „Birgit kommt und hilft dir.“ Und nicht: „Sie wird gleich kommen, um dir zu helfen.“
  • Stellen Sie jeweils immer nur eine Frage.
  • Drängen Sie Betroffene nicht dazu, sich an etwas zu erinnern.
  • Helfen Sie mit einzelnen Wörtern aus, aber übernehmen Sie nicht das Gespräch.
  • Schränken Sie die Wahlmöglichkeiten bei einer Fragestellung ein.
  • Teilen Sie Anleitungen beim Kochen, Arbeiten in Haushalt und Garten etc. in kleine Schritte auf.
  • Vermeiden Sie Vorwürfe, wenn Betroffene eine Aufgabe nicht richtig ausführen können.

Praktische Abläufe zur Erleichterung des Alltags

  • Halten Sie immer die gleiche Ordnung für Alltagsgegenstände ein. Es ist weniger verwirrend, wenn wichtige Dinge immer ihre festgelegten Orte haben.
  • Achten Sie auf gute Beleuchtung, möglicherweise sind Nachtlichter/Schlummerleuchten zu empfehlen.
  • Setzen Sie übersichtliche und klar strukturierte Tagesplaner, Tafeln, Kalender und Uhren ein.
  • Sorgen Sie für möglichst wenige Störungen.
  • Arbeiten Sie mit einfachen To-do-Listen.
  • Legen Sie Erinnerungszettel, wo häufig benutzte Gegenstände liegen.
  • Tauschen Sie vertraute Möbel und Bilder nicht aus.
  • Sorgen Sie für möglichst regelmäßige und feste Abläufe im Alltag, genügend Aktivität am Tag und einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus.
  • Bleiben Sie nach Möglichkeit in bekannten Umgebungen.
  • Legen Sie einen Notizblock neben das Telefon.
  • Mahlzeiten in familienähnlicher Umgebung verbessern oft das Essverhalten. 

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen