Demenz, Ratschläge für Angehörige

Die Demenzerkrankung eines Familienmitglieds oder Verwandten kann eine große Belastung für die nahen Angehörigen sein. Wenn die Angehörigen genauer darüber informiert sind, womit sie es zu tun haben, kann das die Situation ein wenig erleichtern. Auch praktische Ratschläge zum Kommunikationsverhalten und zu alltäglichen Abläufen können den Umgang mit Demenzkranken erleichtern.

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Allgemeine Empfehlungen

Einen Angehörigen zu begleiten, dessen Demenz nach und nach fortschreitet, ist eine sehr herausfordernde und belastende Aufgabe. Mögliches Ziel ist es, mit dem Angehörigen noch möglichst viel Zeit zu verbringen, die beiden Freude macht. Grundsätzlich wichtig ist es zu versuchen, die Würde des Erkrankten weiterhin anzuerkennen und zu respektieren, ihn in den Dingen, die er noch selbstständig erledigen kann zu unterstützen und zu versuchen, ihn nicht zu verunsichern, zu kritisieren oder mit ihm zu streiten. Es gibt viele Empfehlungen von Experten, die einem den Umgang mit demenzkranken Menschen erleichtern. Besonders schwierig sind Situationen, in denen der Betroffene ärgerlich, frustriert oder auch aggressiv reagiert. Versuchen Sie, solche Situationen zu meiden, den Betroffenen nicht zu provozieren, selbst ruhig zu bleiben. Ganz wichtig ist es, als Angehöriger auch ausreichend für sich selbst zu sorgen: Bitten Sie Freunde/Bekannte um Hilfe und Unterstützung, nehmen Sie sich Auszeiten, während der jemand anderes die Betreuung des Betroffenen übernimmt, achten Sie darauf, regelmäßig Ihre Freunde zu treffen oder Ihrem Hobby nachzugehen.

Wenn Sie mit einer demenzkranken Person sprechen

  • Sprechen Sie langsam.
  • Warten Sie auf die Antwort.
  • Verwenden Sie einfache Wörter und Formulierungen.
  • Sprechen Sie in einfachen, kurzen Sätzen.
  • Verwenden Sie Namen statt Pronomen:
    • „Birgit kommt und hilft dir.“ Und nicht: „Sie wird gleich kommen, um dir zu helfen.“
  • Stellen Sie jeweils immer nur eine Frage.
  • Drängen Sie den Betroffenen nicht dazu, sich an etwas zu erinnern.
  • Helfen Sie mit einzelnen Wörtern aus, aber übernehmen Sie nicht das Gespräch.
  • Schränken Sie die Wahlmöglichkeiten bei einer Fragestellung ein.
  • Teilen Sie Anleitungen beim Kochen, Arbeiten in Haushalt und Garten etc. in kleine Schritte auf.
  • Vermeiden Sie Vorwürfe, wenn der Betroffene eine Aufgabe nicht richtig ausführen kann.

Praktische Abläufe zur Erleichterung des Alltags

  • Halten Sie immer die gleiche Ordnung für Alltagsgegenstände ein. Festgelegte Orte verringern die Verwirrung.
  • Achten Sie auf gute Beleuchtung, möglicherweise sind Nachtlichter/Schlummerleuchten zu empfehlen.
  • Setzen Sie übersichtliche und klar strukturierte Tagesplaner, Tafeln, Kalender und Uhren ein.
  • Sorgen Sie für möglichst wenige Störungen.
  • Arbeiten Sie mit einfachen To-Do-Listen.
  • Legen Sie Erinnerungszettel an die Stellen, wo häufig benutzte Gegenstände liegen.
  • Tauschen Sie altbekannte Möbel und Bilder nicht aus.
  • Sorgen Sie für möglichst regelmäßige und feste Abläufe im Alltag, genügend Aktivität am Tag und einen geregelten Tag-/Nachtrhythmus.
  • Bleiben Sie nach Möglichkeit in bekannten Umgebungen.
  • Legen Sie einen Notizblock neben das Telefon.
  • Mahlzeiten in familienähnlicher Umgebung erleichtern oft das Essen. 

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen