Funktionsbewertung bei Patienten in Pflegeeinrichtungen

Wozu wird die Funktion bewertet?

  • Patienten in Pflegeeinrichtungen haben sehr unterschiedliche gesundheitliche und funktionelle Einschränkungen und Prognosen. Eine strukturierte Bewertung der wichtigsten Funktionsbereiche der Patienten bietet – zusammen mit einer umfassenden medizinischen Untersuchung, Gesprächen mit Patient sowie ggf. Pflegenden und Angehörigen – eine zuverlässigere Basis, um
    • einer Zunahme der funktionellen Einschränkungen vorzubeugen.
    • den Verlauf des Funktionsniveaus zu überwachen und somit plötzliche Veränderungen (z. B. durch akute oder subakute Erkrankungen) zu erkennen.
    • die Prognose zu bewerten: Ein niedriges motorisches Funktionsniveau (geringe Gehgeschwindigkeit, häufige Stürze, Bettlägerigkeit) in Kombination mit schweren kognitiven Defiziten und einem sich verschlechternden Ernährungszustand deuten auf eine begrenzte Lebenserwartung hin, sofern die Ursache nicht reversibel ist.
    • einen Gesamtbehandlungsplan für Prophylaxe und Therapie zu erarbeiten. 
    • innerhalb des Pflegepersonals zu kommunizieren: Die gemeinsame Verlaufskontrolle durch mehrere Fachleute erfordert eine gemeinsame Sprache.
    • die allgemeine Vulnerabilität (Frailty, Gebrechlichkeit) zu beurteilen: Nach der heute gängigsten Definition1-3 ist Frailty ein altersassoziiertes biologisches Syndrom, charakterisiert durch:
      • reduzierte biologische Ressourcen
        • aufgrund einer Dysregulation mehrerer physiologischer Systeme
        • daraus resultierend erhöhtes gesundheitliches Risiko bereits gegenüber geringfügigen Belastungen
      • assoziiert mit ungünstigem Verlauf, z. B.:
        • Behinderung
        • Hospitalisierung
        • Tod
  • Ein mittlerweile verbreitetes System zur Operationalisierung von Frailty wurde anhand einer großen US-amerikanischen Kohorte evaluiert.4 Demnach besteht Frailty, wenn wenn 3 oder mehr der folgenden Faktoren bei Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter zutreffen:
    1. reduzierte körperliche Aktivität
    2. Immobilität, Instabilität, Gang- und Standunsicherheit mit Sturzneigung
    3. subjektive Erschöpfung
    4. objektivierte Muskelschwache
    5. unfreiwilliger Gewichtsverlust von > 10 % in 1 Jahr.
  • Siehe auch Artikel Nachlassende Gesundheit im Alter.
  • Die Funktionsbewertungen basieren auf:
    • Eigen- und Fremdanamnese
    • Untersuchung
    • ggf. ergänzend: Selbst- und Fremdbeurteilungsskalen.

Hausärztlich-geriatrisches Basisassessment 5-6

Was sind funktionelle Einschränkungen?

Anamnese

Kognitive Funktionen/Demenz7

Motorische Funktionen

Alltagsaktivitäten (Activities of Daily Living, ADL)

Ernährung5

Psychische und soziale Funktionen7