Körperliche Aktivität ‒ Arzt-Patienten-Gespräch

Allgemeine Informationen

  • Bewegung ist heilsam, wird aber zu wenig praktiziert.1 Die Folge des Bewegungsmangels und anderer gesundheitsschädlicher Lebensweisen ist der Vormarsch sog. Zivilisationskrankheiten, die die weltweiten wie deutschen Todesursachenstatistiken anführen, allen voran kardiovaskuläre Erkrankungen.2-3
  • Es gibt auch Hinweise darauf, dass langes Sitzen, unabhängig vom Grad der körperlichen Aktivität, zu einem erhöhten Risiko von Herz-Gefäß-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Typ-2-Diabetes und zu einem frühen Tod führt.4
  • Die präventiv wie auch therapeutisch wirksamen Effekte eines angemessenen Aktivitätsniveaus sind gut gesichert. Sie gelten für eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen, darunter KHK5-9, Typ-2-Diabetes10-11Krebserkrankungen12 und psychiatrische Erkrankungen.13
  • Die Ursachen des Bewegungsmangels sind vielfältig und wahrscheinlich überwiegend umwelt- und systembedingt.14 Lösungsansätze müssen daher insbesondere auf der politischen Ebene entwickelt werden.14 Dies entlässt die Hausärzte jedoch nicht aus ihrer Verantwortung.
  • Als Primärversorger haben Hausärzte eine breite Kontaktfläche zur Allgemeinbevölkerung und besonders gefährdeten Patientengruppen wie chronisch kranken Menschen. Darüberhinaus ist Gesundheitsprävention eine der Kernaufgaben der Hausarztmedizin.
  • Das Hausarztsetting kann nachweislich Patienten darin unterstützen, den Umfang ihrer körperlichen Aktivität langfristig auf das empfohlene Niveau zu erhöhen (geschätzte NNT von 12–25, vgl. geschätzte NNT für Raucherentwöhnung 50–120).15 Bereits eine geringe Steigerung der körperlichen Aktivität reduziert Risiken und verbessert Prognosen.
  • Eine der größten Herausforderungen im hausärztlichen Kontext ist die Implementierung von als wirksam erkannten Interventionen in der täglichen Praxis.15

Definitionen

Hausärztliche Interventionen zur Steigerung des Aktivitätsniveaus von Patienten

Leitlinien