Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)

Zusammenfassung

  • Definition:Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine heterogene Erkrankung, die sich durch Anovulation und Infertilität, Zyklusstörungen und Hyperandrogenismus auszeichnet.
  • Häufigkeit:Tritt bei ca. 5‒10 % aller Frauen im fertilen Alter auf. Schleichender Beginn im Alter zwischen 15 und 25 Jahren.
  • Symptome:Menstruationsstörungen, Infertilität, Hirsutismus, Akne, Übergewicht und metabolisches Syndrom.
  • Befunde:Zyklusstörungen, evtl. Hirsutismus, Übergewicht, Virilisierungserscheinungen.
  • Diagnostik:FSH normal, LH erhöht, Prolaktin gelegentlich erhöht, Testosteron leicht erhöht, häufig hohes LDL und niedriges HDL, mit einem LH/FSH-Quotient > 2.
  • Therapie:Gewichtsreduktion, Ovulationsstimulation (bei Kinderwunsch) und Behandlung des Hyperandrogenismus durch Endokrinologen.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) – auch Syndrom sklerozystischer Ovarien – ist eine heterogene Erkrankung, die sich durch Anovulation, Infertilität und Hyperandrogenismus auszeichnet.
    • Stein und Leventhal haben das Syndrom 1935 zum ersten Mal beschrieben, daher wurde es lange als Stein-Leventhal-Syndrom bezeichnet.
  • Viele Organsysteme werden durch PCOS beeinträchtigt, was zu verschiedenen Gesundheitsproblemen wie Menstruationsstörungen, Infertilität, Hirsutismus, Akne, Übergewicht und metabolischem Syndrom führen kann.1
  • Für die Diagnose müssen mindestens 2 der folgenden Befunde vorliegen:2
    • chronische Anovulation (Zykluslänge > 6 Monate) – oder –
    • Oligo-Ovulation (Zykluslänge > 35 Tage) bei der erwachsenen Frau – während der Adoleszenz Zykluslänge bis 40 Tage noch physiologisch
    • erhöhte Androgenkonzentration (klinisch oder labordiagnostisch)
    • polyzystische Ovarien.
  • Häufig sind im vaginalen Ultraschall polyzystische Ovarien (PCO) zu sehen.
    • 25 oder mehr Follikel/Zysten2, jeder Follikel an der größten Stelle im Durchmesser zwischen 2 und 9 mm groß oder erhöhtes Ovarialvolumen (> 10 ml) (Qualität: Vaginalsonde 8 MHz)
  • Metabolisches Syndrom
    • PCOS ist eine endokrine und metabolische Erkrankung, bei der das Risiko reproduktiver, metabolischer und kardiovaskulärer Folgen besteht.3
    • Die Behandlung richtet sich gegen Hyperandrogenismus, Hyperinsulinismus/Insulinresistenz, Hyperlipidämie und Übergewicht.4-5
    • Es besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes.6
  • Eine AWMF-Leitlinie zum PCOS liegt bisher (2019) nicht vor.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen