Schmerzende Brüste (Mastodynie, Mastalgie)

Schmerzen in der weiblichen Brust sind relativ häufig. Meistens kommen diese in der Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren vor.

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Was sind Brustschmerzen?

  • Schmerzen in der weiblichen Brust sind relativ häufig. Meistens kommen diese in der Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren vor.
  • Bis zu 70 % der Frauen leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter Brustschmerzen.
  • Die Symptome lassen die betroffenen Frauen oft Krebs befürchten.
  • Untersuchungen zufolge führt Krebs aber nur in Ausnahmefällen zu Brustschmerzen: weniger als 1 von 200 Frauen mit Brustschmerzen hat Krebs.

Ratschläge für die Diagnose

  • Schmerzen, die sich im Verlauf des Menstruationszyklus verändern (Mastodynie), deuten auf Hormonveränderungen als Ursache hin.
  • Wenn die Schmerzen nicht in Verbindung mit dem Menstruationszyklus variieren (Mastalgie), wird oft keine Ursache gefunden. Die Symptome lassen in den allermeisten Fällen von selbst nach, ohne das es einer Behandlung bedarf.

Welche Ursache haben Brustschmerzen?

Häufige Ursachen

  • Hormonstörungen
    • Typischerweise sind beide Brüste vor dem Einsetzen der Menstruation druckempfindlich und schmerzen leicht, wobei der Schmerz mit Beginn der Menstruation wieder nachlässt.
    • Die Brustschmerzen können Teil des prämenstruellen Syndroms sein oder unabhängig davon auftreten.
  • Milchstau
    • überfüllte Milchdrüsen
    • Milchstau kommt nur bei stillenden Müttern oder kurz nach der Stillzeit vor.
    • Die Brüste sind druckempfindlich und gespannt, ohne dass Anzeichen einer Infektion vorliegen. Die betroffenen Frauen spüren oft einen abgegrenzten Bereich, der prall mit Milch gefüllt ist.
  • Brustentzündung
    • Von einer Brustentzündung sind meist stillende oder vor kurzem abgestillte Mütter betroffen.
    • Sie entsteht meist einige Wochen nach der Geburt.
    • Eine Brustentzündung ist gekennzeichnet durch Milchstau, Brustschmerzen, geschwollene, überwärmte und gerötete Haut. Gelegentlich können auch Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, verringerter Appetit und eitrige Milch auftreten.
    • Eine Brustentzündung kann aber auch bei nicht stillenden Frauen vorkommen. Besonders häufig davon betroffen sind Raucherinnen.
  • Hormontabletten
  • Eine weitere Ursache können psychosoziale Probleme und Beziehungsprobleme sein.

Seltene Ursachen

  • Brustkrebs
    • Dies ist die häufigste Krebsform bei Frauen.
    • Brustkrebs äußert sich selten durch Brustschmerzen.
    • Mögliche Symptome sind Sekretion, Ekzem der Brustwarze oder nicht heilende Wunden an der Brust, nicht durch die Menstruation ausgelöster lokaler Schmerz oder Schmerzempfindlichkeit.
    • Beim Abtasten der Brust können Sie oder Ihre Ärztin einen Knoten fühlen.
  • Gutartige Knoten in der Brust
    • Diese bewirken normalerweise keine Schmerzen.
    • 9 von 10 Knoten in der Brust von Frauen vor der Menopause sind gutartig.
  • Angina pectoris
    • Führt zu Schmerzen hinter der Brust, kann aber fälschlicherweise als Brustschmerz verstanden werden.
    • Führt zu Schmerzen hinter dem Brustbein. Die Schmerzen nehmen bei körperlicher Anstrengung zu und lassen beim Ausruhen schnell nach.

Was können Sie selbst tun?

  • Zyklische Brustschmerzen klingen bei 20–30 % der Frauen innerhalb von 3 Monaten von selbst ab.
  • Brustschmerzen, die nicht mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen, klingen bei ca. 50 % der Frauen von selbst ab.
  • Wenn Sie stillen und einen Milchstau haben, sollten Sie die Brust gründlich leerpumpen. Damit wird eine Brustentzündung am Entstehen gehindert. Wenn dennoch eine Brustentzündung vorliegt, schadet das Stillen dem Säugling dabei nicht. Nach dem Stillen sollten Sie die betroffene Brust gut kühlen.
  • Tragen Sie einen gut sitzenden BH.
  • Bei starken Schmerzen können Sie ein Schmerzmittel nehmen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

  • Wenn Sie eine schwere Erkrankung befürchten, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Eine gründliche Untersuchung, die den Verdacht ausräumen kann, ist gleichzeitig eine gute Behandlung.
  • Bei Milchstau in Verbindung mit Fieber, Hautrötung und schmerzhaften Bereichen in der Brust sollte schnellstens ein Arzt aufgesucht werden.

Wie geht der Arzt vor?

Anamnese

Der Arzt wird Ihnen eventuell folgende Fragen stellen:

  • Wann haben Sie das zum ersten Mal bemerkt?
  • Stillen Sie oder stillen Sie derzeit ab?
  • Könnten Sie schwanger sein?
  • Beschreiben Sie die Schmerzen!
  • Leiden Sie an anderen Erkrankungen?
  • Welche Medikamente nehmen Sie?

Ärztliche Untersuchung

  • Der Arzt wird die Brust/Brüste gründlich untersuchen.

Weitere Untersuchungen

  • Sind nur selten erforderlich.
  • Wenn ein Knoten in der Brust erkannt wird, der sich nicht erklären lässt, wird eventuell eine Ultraschalluntersuchung erfolgen. Bei Bedarf werden Sie zur Mammografie weitergeleitet. Gegebenenfalls wird mit einer dünnen Nadel eine Gewebeprobe entnommen.

Überweisung an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus

  • Dies ist nur notwendig, wenn der Arzt einen verdächtigen (suspekten) Knoten erkennt.

Weitere Informationen

  • Mastalgie – Informationen für ärztliches Personal

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Julia Trifyllis, Dr. med, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Mastalgie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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