Brustkrebs, einige Fakten und Informationen

Von Brustkrebs (Mammakarzinom) sind vorwiegend Frauen betroffen. Auf hundert Frauen, die an Brustkrebs erkranken kommt ein Mann.

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Bei dieser Krebserkrankung kommt es zu einem unkontrollierten und raschen Zellwachstum in der Brust. Dieses Wachstum kann der Körper nicht stoppen. Die Krebszellen im Brustgewebe stammen in der Regel aus der Brust selbst. Eine Ausbreitung von anderen Organen ins Brustgewebe kann erfolgen, tritt aber äußerst selten auf.

Eine häufige Vorstufe von Brustkrebs wird in der Fachsprache als „Carcinoma in situ“ bezeichnet. Dabei handelt es sich zwar um auffällige Zellen, die sich aber noch in ihrem ursprünglichen Gewebe, meist den Milchgängen, befinden und noch nicht in die Tiefe gewachsen sind. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass diese Zellen sich zu invasiven Krebszellen entwickeln, die im weiteren Verlauf streuen bzw. metastasieren können.

Häufigkeit

Von Brustkrebs (Mammakarzinom) sind vorwiegend Frauen betroffen. Doch auf 100 erkrankte Frauen kommt ein erkrankter Mann. Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Diese macht ungefähr 30 % aller Krebsfälle bei Frauen aus. Alljährlich erhalten rund 70.000 Frauen und rund 600 Männer in Deutschland diese Diagnose. Im Jahr 2012 waren 69.550 Frauen und 620 Männern mit dieser Diagnose konfrontiert.

Im Vergleich zu 1970 haben sich die Erkrankungszahlen verdoppelt, die brustkrebsbedingte Sterblichkeit ist jedoch tendenziell rückläufig. Nahezu eine von acht Frauen wird im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs (Mammakarzinom) erkranken. Durch die Einführung des Mammografie-Screenings 2005 kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Anzahl diagnostizierter Erkrankungen, die jedoch wieder rückläufig ist. Auch wenn das Risiko an Brustkrebs zu erkranken mit dem Alter steigt, sind etwa ein Drittel der betroffenen Frauen bei Diagnosestellung jünger als 55 Jahre.

Bei dieser Erkrankung spielt die genetische Veranlagung (Vererbung) eine Rolle. Daher ist die Gefahr einer Brustkrebserkrankung (Mammakarzinom) bei Frauen mit nahen Verwandten, die an Brustkrebs erkrankt sind, auch größer.

Eine der Ursachen für die Zunahme dieser Krebsform besteht in der verbesserten Diagnostik. In einigen Fällen ist nicht sicher, ob sich die früh diagnostizierten Veränderungen überhaupt zu einer gefährlichen Krebserkrankung weiterentwickeln. Bei Krebsbefunden im Frühstadium ist es sicherer, die Krebsgefahr zu eliminieren, als die Entwicklung dieses Zustands abzuwarten. Schließlich kann sich daraus eine schwerwiegende Erkrankung entwickeln.

Glücklicherweise stehen die Chancen für eine Behandlung der Erkrankung gut. Trotzdem sterben aufgrund der zahlreichen Krankheitsfälle noch immer viele Menschen an dieser Krankheit. Brustkrebs (Mammakarzinom) und Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) konkurrieren um den Status als häufigste tödliche Krebserkrankung bei Frauen. 80 % der Betroffenen sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Insgesamt stirbt eine von drei Betroffenen infolge der Erkrankung. Damit sterben in Deutschland knapp 18.000 Patienten jährlich an Brustkrebs (Mammakarzinom). Bei jüngeren Frauen zeigt die Erkrankung eine aggressivere Tendenz.

Wo genau entsteht eine Krebserkrankung in der Brust?

Die Brust besteht aus Fett-, Drüsen- und Bindegewebe. Die Milchdrüsen (Brustdrüse, Glandula mammaria) der Brust weisen Verzweigungen (Milchgänge, Ductus lactiferi) auf, die durch die Brust führen und in der Brustwarze (Mamille) münden. Bei rund 80 % der Brustkrebsfälle befindet sich die Ursache in den Milchgängen (duktales Mammakarzinom), während 10–20 % der Krebserkrankungen in den Milchdrüsen (lobuläres Mammakarzinom) entstehen. Zudem werden Krebsvorstufen unterschieden, die zum einen in der eigentlichen Drüse (LCIS = lobuläres Carcinoma in situ, modernere Bezeichnung LIN = lobuläres In-situ-Karzinom) oder in den Milchgängen (DCIS, duktales Carcinoma in situ) entstehen.

Einteilung in Krebsstadien

Die Krebserkrankung wird in verschiedene Stadien unterteilt. Im Stadium 1 finden sich lediglich lokale und abgegrenzte Veränderungen in der Brust. Stadium 4 bezeichnet eine weit fortgeschrittene Krebserkrankung mit Streuung in andere Organe (sogenannte Metastasierung). Am häufigsten streut diese Krebserkrankung in die benachbarten Lymphknoten (Nodi lymphatici). Beim Brustkrebs sind dabei in der Regel die Lymphknoten in der Achselhöhle oder am Schlüsselbein betroffen. Die Fernstreuung (Fernmetastasierung) von Brustkrebs erfolgt hauptsächlich in die Lungen und Knochen. Seltener sind Leber und Gehirn betroffen. Hat der Krebs in andere Organe gestreut, ist dennoch Langzeitüberleben möglich. Beim Brustkrebs mit Metastasen lebt fünf Jahre nach der Diagnose noch etwa ein Viertel der Betroffenen.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Mammakarzinom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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