Brustkrebs, Frühstadium

Sie haben erfahren, dass Sie an Brustkrebs oder an einer Brustkrebsvorstufe erkrankt sind. Das ist sicherlich erst einmal ein Schock und eine große Belastung für Sie. Das Wissen über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten kann Sie dabei unterstützen, mit dieser neuen Situation umzugehen.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die meisten Patientinnen mit Brustkrebs überleben ihre Erkrankung heute langfristig. Wichtig ist, den Krebs vollständig zu entfernen. Es gibt zwei Wege zu operieren: Der Krebs wird entfernt, die Brust bleibt erhalten oder die ganze Brust mit dem Krebs wird entfernt. Nach einer Operation mit Brusterhalt empfehlen Fachleute eine anschließende Bestrahlung der Brust. Zusätzlich können Medikamente zum Einsatz kommen: Chemotherapie, Anti-Hormone, Antikörper.

Eine Vorstufe oder Krebs?

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen an Brustkrebs und mehr als 6.000 an einer Brustkrebsvorstufe. Wie häufig diese Vorstufen zu Brustkrebs entarten, ist unklar.

Was bedeutet „Brustkrebsvorstufe“?

Unter einer Brustkrebsvorstufe versteht man in der Regel ein duktales Carcinoma in situ – kurz: DCIS. Das heißt: Es befinden sich krankhaft veränderte Zellen in den Milchgängen der weiblichen Brust. Diese Krebszellen durchbrechen nicht die Grenzen des Milchgangs. Sie wachsen nicht in umliegendes Gewebe, verteilen sich nicht im Körper und bilden keine Metastasen.

Ein DCIS ist also keine lebensbedrohliche Krankheit. Es lässt sich allerdings nicht voraussagen, ob und wann ein DCIS zu Brustkrebs wird.

Was bedeutet „Brustkrebs im frühen Stadium“?

Wenn krankhaft veränderte Zellen natürliche Gewebegrenzen überschreiten, wird der Tumor als Brustkrebs bezeichnet. Von Brustkrebs im frühen Stadium spricht man, wenn:

  • Brustkrebs nachweisbar ist, aber nicht in andere Organe gestreut hat.
  • Sich die Krebszellen nicht oder nur wenig in benachbarte Achsel-Lymphknoten ausgebreitet haben.

Fachleute sprechen von einem örtlich begrenzten Stadium. Dann ist Brustkrebs meist gut zu behandeln.

Wie wird Brustkrebs festgestellt?

Um Brustkrebs festzustellen, empfehlen Fachleute zuerst folgende Untersuchungen: 

  • ärztliche Befragung und Tastuntersuchung
  • für Frauen ab 40 Jahren: Röntgen der Brust (Mammografie)
  • für Frauen unter 40 Jahren: Ultraschall der Brust.

Es können sich weitere bildgebende Untersuchungen anschließen. Um Brustkrebs sicher nachzuweisen, wird eine Probe aus den auffälligen Stellen der Brust entnommen. Fachleute bezeichnen eine Gewebeprobe als Biopsie. Ein Ärzteteam untersucht im Labor, ob diese Proben Krebs enthalten.

Die Behandlung planen und durchführen

Im Labor lässt sich bestimmen, wie der Krebs beschaffen ist. Es gibt Brustkrebs, der langsam wächst, aber auch welchen, der schnell und aggressiv fortschreitet. Bei manchen wächst er hormonabhängig, bei anderen nicht. Danach richtet sich die Behandlung.

Bei Brustkrebs im frühen Stadium ist das Ziel der Behandlung, den Krebs vollständig zu beseitigen. Dazu kommen mehrere Verfahren zum Einsatz: Operation, Bestrahlung und Medikamente gegen den Krebs. 

Im Frühstadium gibt es zwei Möglichkeiten zu operieren: 

  • Der Krebs wird entfernt, die Brust bleibt erhalten.
  • Krebs und Brust werden entfernt, die Brust kann wieder aufgebaut werden.

Verlässliche Studien zeigen, dass eine brusterhaltende Operation mit anschließender Bestrahlung gleich gute Ergebnisse bringt wie eine Brustabnahme: Nach 5 Jahren lebten gleich viele Patientinnen. Eine Brustabnahme wird etwa empfohlen, wenn der Krebs nicht komplett aus der Brust zu entfernen war, keine Nachbestrahlung möglich ist, oder Sie es sich ausdrücklich wünschen.

Bei Brustkrebs im frühen Stadium kommen zusätzliche Behandlungen infrage: 

  • Nach einer brusterhaltenden Operation wird eine Bestrahlung empfohlen.
  • Unterschiedliche Medikamente verringern bei manchen Frauen das Rückfallrisiko: Anti-Hormone, Chemotherapie oder Antikörper können einzeln oder kombiniert zum Einsatz kommen.

Alle eingesetzten Medikamente können teils erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen. Einige lassen sich vorbeugend behandeln.

Welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation sowie Art, Größe und Eigenschaften des Krebses ab. Ihre Behandlung wird speziell auf Sie zugeschnitten und geplant.

Was können Sie selbst tun?

  • Die Diagnose Brustkrebs ist kein Notfall. Nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie sich für eine Behandlung entscheiden. Sprechen Sie in Ruhe mit vertrauten Menschen oder anderen Betroffenen.
  • Um eine fehlende oder zu kleine Brust optisch auszugleichen, gibt es verschiedene, ärztlich verordnete Hilfsmittel wie Brustprothesen oder Spezial-BHs.
  • Körperliche Bewegung verringert zum Beispiel Müdigkeit und Stressgefühle. Viele Sportvereine und Fitnessstudios bieten Gruppentrainings für Krebspatientinnen an. Sie können auch Ihr Ärzteteam fragen, ob für Sie Rehabilitationssport infrage kommt.
  • Sie und Ihre Angehörigen können jederzeit psychoonkologische Betreuung erhalten.

Weitere Informationen

Quellen

  • Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Gemeinsames Institut von BÄK und KBV – Patienten-Information.de
  • Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms (update 2018)