Knoten in der Brust

Von allen in der Brust entdeckten Knoten sind glücklicherweise die allermeisten gutartig. Die Knoten werden von 85 % der Frauen selbst ertastet.

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Allgemeine Informationen

Die Brustdrüsen bestehen aus Milchdrüsen und Milchgängen. Außerdem sind die Drüsen von reichlich Fettgewebe und Bindegewebe umgeben. Tumoren und Knoten können sowohl in Drüsen als auch in Milchgängen sowie im Fettgewebe und Bindegewebe vorkommen. Außerdem werden Knoten in der Haut über den Brustdrüsen leicht mit Brustknoten verwechselt. Das Fibroadenom (Bindegewebsknoten) ist der häufigste gutartige Knoten der Brust. Die häufigste bösartige Veränderung ist Brustkrebs in den Milchgängen.

Von allen in der Brust entdeckten Knoten sind die allermeisten gutartig. Die Knoten werden von 85 % der betroffenen Frauen selbst erkannt.

Gründe für den Arztbesuch

Die meisten Frauen, die aufgrund von Knoten in der Brust einen Arzt aufsuchen, sind sich einer Krebsgefahr bewusst und handeln in weiser Voraussicht. Die meisten von Ihnen suchen sofort einen Arzt auf. Manche jedoch leben mit dieser Unsicherheit, bis sich der Tumor vergrößert hat.

Inzwischen erkrankt in Deutschland jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Daher sollten Sie die Brust regelmäßig auf Knoten hin untersuchen lassen, um einen Krebsverdacht entweder bestätigen oder ausschließen zu können.

Die jährliche Tastuntersuchung der Brust wird von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 30. Lebensjahr bezahlt und wird beim Frauenarzt durchgeführt. Im Rahmen der Brustkrebs-Früherkennung werden zudem alle Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren in regelmäßigen Abständen von 24 Monaten zur Mammografie eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig und für die Patientin kostenfrei.

Altersbedingte Veränderungen

Die Brustdrüsen werden von den Hormonen beeinflusst und verändern sich im Laufe der Zeit. Es gibt eine Reihe typischer Veränderungen für verschiedene Altersgruppen. Die Anzahl von Brustkrebserkrankungen steigt mit dem Alter und kommt im Alter unter 25 Jahren praktisch gar nicht und unter 45 Jahren nur selten vor.

  • Im Alter unter 25 Jahren können jedoch Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume) in den Milchgängen, Fibroadenome (gutartige Knoten aus lockerem Bindegewebe) oder Veränderungen in der Haut auftreten.
  • Im Alter von 26 bis 35 Jahren sind Schwellungen der Milchdrüsen aufgrund von Hormoneinflüssen und Milchstau häufiger. Häufig kommen auch Veränderungen in Verbindung mit dem Stillen vor. Krebserkrankungen sind immer noch selten, aber nicht auszuschließen.
  • Bis zum Alter von 50 Jahren findet man weiterhin oftmals gutartige (benigne) Knoten in den Milchdrüsen und Milchgängen. Auch Fibroadenome können noch auftreten. Sie sollten in dieser Altersgruppe jedoch die Krebsgefahr im Auge behalten.
  • Im Alter ab 50 Jahren besteht bei einem neuen Knoten in der Brust immer bis zum Beweis des Gegenteils Krebsverdacht. Aber auch in diesem Alter sind benigne, also gutartige Knoten möglich. Bei einer Hormontherapie können hormonelle Veränderungen und Zysten vorkommen.

Untersuchungen

Viele Frauen untersuchen ihre Brust regelmäßig selbst (Selbstuntersuchung der Brust). Viele der Knoten werden aber zufällig entdeckt, zum Beispiel beim Duschen.

Bei der ärztlichen Untersuchung wird die Brust systematisch abgetastet, um eventuelle Knoten zu finden und zu beurteilen, um welche Art von Knoten es sich handelt. Meistens wird der Befund des Arztes mit Mammografie und/oder Ultraschalluntersuchung komplettiert. Bei Verdacht auf einen bösartigen (malignen) Knoten werden immer weitere Untersuchungen in Form von Mammografie, Ultraschall der Brust und die Entnahme von Gewebeproben veranlasst.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Julia Trifyllis, Dr. med, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Knoten in der Brust. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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