Etonogestrel-Implantat (Verhütungsstäbchen)

Etonogestrel-Implantat (Verhütungsstäbchen)

Das Verhütungsstäbchen, das Hormone freisetzt, wird direkt unter die Haut gesetzt. Es wird deshalb auch als Implantat bezeichnet.

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Wirkungsmechanismus

Das Etonogestrel-Implantat ist eine Verhütungsmethode bei der ein dünnes (streichholzgroßes) Plastikstäbchen auf der Innenseite einer der beiden Oberarme unter die Haut geschoben wird. Das Implantat enthält Gestagen, das gleiche Hormon wie die Minipille. Es enthält im Gegensatz zur kominierten Pille kein Östrogen. Das Plastikstäbchen sondert täglich eine kleine Menge Hormone (Gestagene) ab, die ausreicht um sicher zu verhüten. Die Dosis ist am Anfang hoch und nimmt dann stetig ab. Nach drei bis fünf Jahren ist die abgesonderte Hormonmenge so niedrig, dass das Stäbchen ausgewechselt werden muss.

Wirkung

Das vom Implantat abgesonderte Gestagen verhindert, dass ein Eisprung stattfindet. Darüber hinaus verändert sich der Zervixschleim so, dass er für Spermien nur noch schwer durchlässig ist. Auf diese Weise wird eine Befruchtung verhindert.

Vorteile

Der große Vorteil liegt darin, dass ein sicherer und zuverlässiger Verhütungsschutz besteht, der über drei Jahre reicht. Sie müssen nicht daran denken, Tabletten einzunehmen oder Ring oder Pflaster zu wechseln. Studien haben gezeigt, dass das Risiko, während der Behandlungszeit mit einem Implantat schwanger zu werden, nahezu bei null liegt. Nachdem das Stäbchen entfernt wurde, tritt der Eisprung in der Regel nach sechs bis zwölf Wochen wieder ein.

Die Verhütungsmethode wird für Frauen empfohlen, die eine langfristige Verhütung wünschen.

Die Hormonmenge, die abgesondert wird, ist geringer als bei der normalen Antibabypille, zudem handelt es sich um ein reines Gestagenpräparat. Dadurch verringert sich das Risiko für Nebenwirkungen.

Nachteile

Der Nachteil des Implantats ist, dass ein kleiner Eingriff nötig ist, um es einzusetzen und wieder zu entfernen. Dies geschieht unter lokaler Betäubung. Das Verhütungsstäbchen hat keine schweren Nebenwirkungen. Zu den Nebenwirkungen, die auftreten können, gehören Pickel, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und unregelmäßige Blutungen. Bei einigen Frauen hören die Blutungen auf. Es wurden auch verstärkt Menstruationsschmerzen berichtet.

Einsetzen und Entfernen

Das Stäbchen sollte möglichst zwischen dem ersten und dem fünften Tag des Menstruationszyklus eingesetzt werden. Es wird unter der Haut des nicht dominanten Oberarms platziert. Sie erhalten eine lokale Betäubung. Danach wird das Implantat mithilfe eines Applikators durch die Haut eingeführt. Es verbleibt dort und der Applikator wird entfernt.

Wenn das Stäbchen entfernt wird, erhalten Sie erneut eine lokale Betäubung. Es wird ein kleiner Hauptschnitt vorgenommen und das Implantat mit einer kleinen Pinzette aus der Haut gezogen. In der Regel ist das ein einfacher Eingriff. Wenn das Implantat jedoch zu tief sitzt, kann die Entfernung technisch schwierig sein. In einem solchen Fall kann es notwendig sein, mit einer Ultraschalluntersuchung oder einem Röntgen festzustellen, wo genau sich das Implantat befindet. Eventuell wird chirurgische Expertise benötigt, um es zu entfernen.

Das Stäbchen kann beim Frauenarzt eingesetzt werden. Wenn es korrekt eingesetzt wurde, sollte es unter der Haut zu spüren sein. 

Autoren

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Münster/W