Hormonpflaster

Hormonpflaster

Hormonpflaster funktionieren im Prinzip wie die Verhütungspille, mit dem Unterschied, dass die Hormone Östrogen und Gestagen auf andere Weise und in höherer Dosis in den Körper gelangen.

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Wirkungsmechanismus

  • Das Hormonpflaster enthält die gleichen Hormone wie die kombinierte Pille, eine Kombination aus zwei Hormontypen: Östrogenen und Gestagenen.
  • Der Unterschied zur Pille besteht darin, dass die Hormone direkt durch die Haut in den Körper aufgenommen werden, anstatt durch die Schleimhaut des Darms.
  • Die wichtigste Wirkung der Hormone besteht darin, dass der Eisprung gehemmt und die Befruchtung dadurch verhindert wird.
  • Das Gebärmutterhalssekret wird auch beeinflusst und wird weniger durchlässig für Spermien.

Anwendungsweise

  • Das erste Pflaster wird auf ein sauberes, trockenes, haarloses und gesundes Stück Haut ohne Risse am ersten Tag des Menstruationszyklus angebracht.
  • Am besten platziert ist es am Gesäß, am Bauch, der Außenseite der Arme oder dem oberen Rücken, wo es nicht gegen eng sitzende Kleidung scheuert. Es sollte nicht auf der Brust angebracht werden.
  • Das Pflaster sollte sieben Tage an der Stelle verbleiben. Am achten Tag wird das Pflaster abgenommen und ein neues Pflaster auf eine neue Stelle angebracht. Dieser Vorgang wird am 15. Tag wiederholt.
  • Nach drei Wochen mit Pflaster folgen sieben pflasterfreie Tage (Tag 22-28 im Zyklus). Im Verlauf dieser pflasterfreien Tage tritt eine menstruationsähnliche Blutung ein.
  • Ein neuer Pflasterdurchlauf beginnt nach sieben pflasterfreien Tagen.

Vorteile

  • Hohe Wirksamkeit. Es kann einfacher sein, sich einmal wöchentlich an das Pflaster zu erinnern als täglich an die Pille. Die Wirksamkeit ist vergleichbar mit der Pille und dem Vaginalring.
  • Das Hormonpflaster hat die gleichen Vorteile wie die Verhütungspille:
    • Die Blutungen werden regelmäßiger und schwächer.
    • Die Menstruationsschmerzen nehmen ab.
  • Vorteile im Vergleich zur Pille:
    • Das Pflaster wird einmal in der Woche ausgetauscht und Sie müssen nicht jeden Tag eine Tablette nehmen.

Nachteile des Hormonpflaster

  • Es kann aufgrund des unmittelbaren Einflusses durch Östrogen höhere hormonelle Nebenwirkungen haben. Es kann zu lokalen Hautirritationen und Resten des Pflasterklebstoffs führen.
  • Die Nachteile sind die gleichen wie bei der Pille:
    • Das Pflaster bietet keinen Schutz gegen Geschlechtskrankheiten.
    • Es kann zu Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Brustschmerzen und Übelkeit führen.
  • Bei der Anwendung einer kombinierten hormonellen Behandlung besteht ein etwas erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Thrombose). Kombinierte hormonelle Methoden sollte deshalb nicht bei Frauen angewendet werden, die ein Blutgerinnsel hatten oder Verwandte ersten Grades mit einem Blutgerinnsel haben.
  • Aufgrund des Risikos für Blutgerinnsel wird das Hormonpflaster nicht für Frauen empfohlen, die rauchen und über 35 Jahre alt sind.
  • Vor größeren chirurgischen Eingriffen sollte das Hormonpflaster zwei Wochen vor der Operation abgesetzt werden. Bei kleinen Operationen, die weniger als 30 Minuten dauern und das Bett nach dem Eingriff schnell wieder verlassen werden kann, muss das Hormonpflaster nicht abgenommen werden.
  • Verhütungsmittel, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, wie auch das Hormonpflaster,werden nicht während der Stillzeit empfohlen, weil Östrogen die Milchmenge vermindern kann.

Autoren

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Münster/W