Kondome

Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das zusätzlich gegen mehrere sexuell übertragbare Infektionen schützt. Sie sollten es deshalb unbedingt verwenden, wenn Sie mit jemanden Geschlechtsverkehr haben, bei dem ein Ansteckungsrisiko besteht oder wenn Sie nicht sicher wissen, ob bei Ihnen oder Ihrem Partner möglicherweise eine ansteckende Erkrankung vorliegt.

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Wirkungsmechanismus

  • Das Kondom ist eine Gummihülle, die vor dem Geschlechtsverkehr über den Penis gezogen wird.
  • Bei der Ejakulation sammelt sich das Sperma im Kondom.

Vorteile

  • Bei korrekter Anwendung ist das Kondom eine einfache Methode zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und zur Vermeidung einer Schwangerschaft.
  • Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das bei korrekter Anwendung zudem gegen mehrere sexuell übertragbare Infektionen schützt. Zu beachten ist jedoch, dass ein Kondom nur gegen sexuell übertragbare Krankheiten schützt, die mit dem Sperma oder Scheidenflüssigkeit übertragen werden (z. B. HIV, Hepatitis B). Mit dem humanen Papillomavirus hingegen, das kleine Warzen im Bereich der Geschlechtsorgane an der Haut verursacht, kann sich ein Partner auch trotz eines Kondoms bei einem Betroffenen infizieren. 
  • Es bestehen keine (schweren) Nebenwirkungen.

Nachteile

  • Selbst bei korrekter Anwendung ist die Wirksamkeit deutlich niedriger als hormonelle Verhütungsmethoden oder die Kupferspirale. Der sog. Pearl-Index als Maß für die Sicherheit beträgt allgemein für Kondome 2–18, d.h. von 100 Frauen, die 1 Jahr per Kondom verhüten, werden 2–18 schwanger (bei der Kupferspirale <1). Es besteht ein großes Risiko für fehlerhafte Anwendungen, was die Sicherheit deutlich einschränkt:
    • Wenn das Kondom beim Aufziehen reißt, bietet es keinen Schutz mehr.
    • Das Kondom kann nach der Ejakulation in der Scheide abrutschen, wenn der Penis nicht mehr erigiert ist.
  • Das Empfindsamkeit des Penis verringert sich ein wenig:
    • Das kann ein Vorteil für Männer sein, die an Überempfindlichkeit und zu früher Ejakulation leiden.
  • Juckreiz, Brennen und Irritationen oder auch eine Allergie können auftreten, kommen aber eher selten vor. Das kann davon abhängen, aus welchem Material das Kondom besteht (meist aus Latex).
  • Während der Stillzeit kann die Schleimhaut der Scheide etwas trockener und die Benutzung eines Kondoms unangenehm sein. Dagegen hilft die zusätzliche Verwendung eines Gleitmittels.

Allgemeines

  • Das Kondom wird bei Partnerwechseln oder gelegentlichem Sex mit fremden Partnern empfohlen, auch wenn bereits andere Verhütungsmittel angewendet werden. Es sollte möglichst mit einer wirksameren Verhütungsmethode kombiniert werden, um Schwangerschaften zu verhindern.

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen
  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.