Minipille

Die Minipille ist ein Verhütungsmittel, das nur das Hormon Gestagen enthält (synthetisch hergestelltes, Progesteron ähnliches Hormon). Sie unterscheidet sich von der kombinierten „Pille“ dadurch, dass sie nur Gestagen und kein Östrogen enthält.

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Wirkungsmechanismus

  • Minipillen enthalten Hormone des Typs Gestagen. Gestagene werden synthetisch hergestellt. Ihre chemische Struktur entspricht der des Progesterons (Gelbkörperhormon), das im Eierstock nach dem Eisprung gebildet wird.
  • Gestagene führen dazu, dass die Schleimhaut in der Gebärmutter dünner wird und sich nicht mehr eignet, eine befruchtete Eizelle aufzunehmen.
  • Außerdem verändern sie das Sekret des Gebärmutterhalses, sodass die Spermien nicht mehr so leicht in den Gebärmutterhals eindringen können.
  • Minipillen können den Eisprung hemmen, auch wenn dies nicht immer passiert und es nicht ihr hauptsächlicher Wirkungsmechanismus ist. Bei mitteldosierten Gestagen-Pillen (Desogestrel) wird der Eisprung gehemmt, wie bei der kombinierten Pille.

Vorteile

  • Minipillen sind weniger effektiv als kombinierte Antibabypillen.
  • Bei Minipillen besteht kein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel. Lesen Sie mehr dazu unter Allgemeines.
  • Es besteht auch kein erhöhtes Risiko für ein Mammakarzinom bei der Einnahme von Minipillen. Hormonelle Präparate sollten aber nicht von Frauen genommen werden, die ein Mammakarzinom haben oder hatten.
  • Beweise dafür, dass die Anwendung von Minipillen zur Gewichtszunahme führt, liegen nicht vor.
  • Sie kann auch ohne Gefahr während der Stillperiode benutzt werden. Kleine Mengen Gestagen werden von der Muttermilch aufgenommen, sie wirken aber nicht auf das Kind und auch nicht auf die Milchmenge.

Nachteile

  • Minipillen sind nicht so sicher wie kombinierte orale Kontrazeptiva.
  • Sie müssen regelmäßig zur gleichen Zeit jeden Tag eingenommen werden. Wenn sich die Tabletteneinnahme ein einziges Mal mehr als drei Stunden verspätet, wird empfohlen in der darauf folgenden Woche Kondome zu verwenden.
  • Die Minipille führt häufig zu unregelmäßigen Menstruationsblutungen und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass die Blutungen länger dauern.
  • Hormonelle Nebenwirkungen wie schmerzhafte Brüste, Stimmungsschwankungen und Akne können auftreten.
  • Wenn Sie Antibiotika einnehmen oder mit einem Medikament z.B. gegen Epilepsie behandelt werden, kann diese Verhütungsmethode unsicherer sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber.

Allgemeines

  • Die Minipille kann in allen betroffenen Altersgruppen eingesetzt werden, auch wenn sie aufgrund ihrer geringeren Wirksamkeit nicht die erste Wahl für junge, stark fruchtbare Frauen sind. Wenn der Wunsch nach der Gestagen-Pille besteht, wird eine mitteldosierte Gestagen-Pille (Desogestrel) empfohlen.
  • Sie kann auch in Stillzeiten verwendet werden. Frauen, bei denen die Menstruation nach der Geburt wieder einsetzt, nehmen die erste Tablette am ersten Tag der Menstruation. Sie können aber auch gleich mit der Einnahme beginnen, ohne auf die Menstruation zu warten („Quick Start“). Wenn die Menstruation nicht einsetzt oder Sie nicht warten möchten, können Sie die erste Tablette jederzeit nehmen. Bei einem Quick Start sollte ein Woche lang eine mechanische Verhütungsmethode verwenden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.