Pessar zur Empfängnisverhütung

Das Pessar zur Empfängnisverhütung ist ein Ring aus Kunststoff/Gummi mit einer darüber gespannten Membran. Es ähnelt einer Schale. Vor dem Geschlechtsverkehr wird es von der Frau in die Scheide eingeführt und kommt vor dem Gebärmutterhals zum liegen. Es hat eine Barrierefunktion und hindert so die Spermien daran, in die Gebärmutter vorzudringen. Optimalerweise wird das Pessar mit einer spermienabtötenden Creme in Kombination verwendet, um die Sicherheit der Methode zu erhöhen.

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Wirkungsmechanismus

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  • Das Pessar ist ein Ring aus Kunststoff/Gummi mit einer darüber gespannten Membran. Es ähnelt einer Schale.
  • Das Pessar wird so in die Vagina eingeführt, dass der Ring eng an der Scheidenwand anliegt. Die Membran liegt dann vor der Gebärmutteröffnung und blockiert die Verbindung im oberen Teil der Vagina zur Gebärmutterhöhle.
  • Das Pessar wirkt also wie eine mechanische Barriere, weil die Spermien nicht in die Gebärmutter vordringen können.

Vorteile

  • Es bestehen keinerlei Nebenwirkungen und Komplikationen.
  • Auch Schmerzen und andere besondere Unannehmlichkeiten sind nicht mit der Anwendung eines Pessars verbunden.
  • Es kann auch während der Stillzeit verwendet werden.
  • Auch in anderen Situationen oder bei Vorliegen anderer Krankheiten, bei denen eine hormonelle Verhütung nicht möglich ist, ist ein Pessar eine Alternative.

Nachteile

  • Das Pessar ist nicht so sicher wie hormonelle Verhütungsmethoden oder die Spirale: Das Maß für die Sicherheit ist der Pearl-Index; dieser Wert gibt an, wie viele von 100 Frauen, die 1 Jahr lang eine Verhütungsmethode anwenden, trotzdem schwanger werden. Bei der Kombinationspille zur Verhütung sind dies 0–2 Frauen (Pearl-Index 0–2), beim Pessar hingegen 6–12 Frauen.
  • Es ist wichtig, dass das Pessar richtig eingesetzt wird.
  • Gute Planung ist nötig: Das Pessar muss vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden und bis 6 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr dort verbleiben.
  • Es muss außerdem gepflegt und gereinigt werden.
  • Es gibt verschiedene Größen und muss daher von einer Ärztin/einem Arzt angepasst werden.
  • Es wird empfohlen gleichzeitig eine spermienabtötende Creme zu verwenden, um die Sicherheit zu erhöhen. Diese sogenannte spermizide Creme kann sich etwas feucht anfühlen.

Allgemeines

  • Das Pessar schützt im Gegensatz zum Kondom nicht vor Geschlechtskrankheiten.
  • Es eignet sich am besten in stabilen Paarbeziehungen, wenn eine Schwangerschaft zwar nicht gewünscht, aber dennoch akzeptabel ist.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen
  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.